Kosten für Zahnersatz steigen weiter – Schleichende Privatisierung

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Zahnersatz kann richtig ins Geld gehen. Der Privatkostenanteil für Kassenpatienten steigt stetig und wird die Patienten immer mehr vor die Wahl stellen, entweder alles Ersparte zusammen zu kratzen, oder mit einer Lücke im Lächeln leben zu müssen.

Steigende Durchschnittskosten belasten Zahnarztpatienten immer mehr

Zahnvorsorge
Wenn der Zahnarzt ruft, werden Männer zu Jungs

Gesetzlich Krankenversicherte mit dem „reinen Gewissen“ durch den regelmäßigen Zahnarztbesuch, wissen nur zu genau, wie viel eine relativ „simple“ professionelle Zahnreinigung kosten kann. Sollten alle vorbeugenden Maßnahmen dennoch einen Zahnersatz nicht vermeiden können, dann wird’s in der Regel richtig teuer.

Trotz der Vorteile durch das kleine Buch „der guten Führung“, können bereits viele gesetzlich Versicherte gar nicht mehr richtig einschätzen, wie lange der „überfällige“ Antritt zum Zahnarzt dauern kann, obwohl mit der Zahnarzthelferin der nächstmögliche Termin vereinbart wurde. Besonders die Patienten, die den Dentist erst dann aufsuchen, wenn aufgrund der Zahnschmerzen bereits die ersten Kratzspuren in der Zimmerdecke hinterlassen wurden, tappen mit ihren Vorstellungen zu den Kosten für qualitativ hochwertigen Zahnersatz oft völlig im Dunkeln.

Kosten aus eigener Tasche fallen in der Regel für den Zahnarztpatienten an, der über die oft mageren Ausführungen der Regelleistungen hinaus will. Die Höhe der Eigenbeteiligung richtet sich u.a. nach dem Schaden, den Maßnahmen und ggfs. der Auswahl des verwendeten Materials. Als sicher gilt jedenfalls, dass die Eigenkosten beim Zahnarzt in der Zukunft noch mehr ansteigen werden.

Eine klare Aufstellung, die den fortschreitenden Weg der Kostenentwicklungen aufzeigt, bringt der aktuelle Zahnreport 2013 der BARMER GEK. Zwar gelten die aufgeschlüsselten Zahlen für das Jahr 2009, doch dies kann als Anhaltspunkt für inzwischen weiter gestiegene Behandlungskosten angenommen werden.

Zahnersatz kostet locker „einen guten Jahresurlaub“
Demnach lagen die durchschnittlichen Kosten für neuen Zahnersatz pro Patienten bei 1.382 Euro pro Jahr. Davon hatten die Betroffenen im Durchschnitt 776 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen. Das entspricht einem Eigenanteil in Höhe von 56 Prozent. Im Zeitraum zwischen 2005 und 2009 sind die Eigenleistungen für den Zahnersatz um 18 Prozent (bereits inflationsbereinigt!) angestiegen. Mit dieser Zahl dürfte es sich jedoch um einen unteren Bereich der Bandbreite handeln, da lediglich Behandlungen erfasst wurden, die wenigstens in Teilbereichen von den Kassen finanziert wurden. Die vollständig privat bezahlten Behandlungen zum Zahnersatz fliesten kaum in die Statistiken mit ein.

Gesetzlich Versicherte werden immer mehr zur Kasse gebeten
Die Studie vom Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISEG) konnte den Trend zu ansteigenden Privatkosten beim Zahnersatz nachweisen. Das gilt nicht nur für den Bereich des Zahnersatzes sondern auch für die allgemeinen Privatzuschüsse, die zwischen 2005 und 2009 um einen Prozentpunkt angestiegen sind. Die Eigenanteile seien zwar nicht so dramatisch gestiegen wie von vielen angenommen, aber „der schleichende Trend zu höheren Privatkosten ist unverkennbar. Nirgendwo sonst im Gesundheitswesen ist die Aufspaltung in eine solidarisch finanzierte Sockelversorgung und privat getragene Premiumbehandlung weiter fortgeschritten“, stellte Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, fest.

Nachgewiesene Scheu vor dem Zahnarzt – Das starke Geschlecht dominiert
Mit 48,1 Prozent ließ sich 2011 weniger als die Hälfte der Erwachsenen einmal pro Jahr beim Zahnarzt blicken, um sich den Zahnstein entfernen zu lassen. Gleichzeitig gingen nur 32,3 Prozent der Eltern mit ihren Kleinkindern zu den Früherkennungsuntersuchungen. Dennoch könne davon ausgegangen werden, dass sich der tatsächliche Anteil der untersuchten Kleinkinder in der Mitte zwischen 31 und 61 Prozent befindet, da bereits in den Kindergärten die Gruppenprophylaxe eine Anwendung findet.

Wenn es um den Besuch des Zahnarztes geht, wird rund ein Drittel des starken Geschlechts vom Mut verlassen. Im Jahr 2011 suchten nur 66 Prozent der Männer die Zahnarztpraxis auf, während die Frauen mit einem Anteil von 73 Prozent deutlich mehr „Stärke zeigten“. Besonders die jungen Männer im Alter zwischen 20 bis 24 Jahren sahen im Jahr 2011 zu 46 Prozent keinen Anlass, den Doktor nach dem Rechten sehen zu lassen.

Die Verweigerer von heute haben morgen die Kosten

Zahnvorsorge ist weniger teuer als ein Zahnersatz. Das gilt sowohl für die Kasse als auch für den Kassenpatienten. Ein prüfender Blick durch den Doktor und ggfs. eine kleine notwendige Reparatur, hinterlässt dem Patienten womöglich noch überhaupt keinen Eigenanteil, da der Aufwand noch im Rahmen der Regelleistungen vollständig gedeckt wird. Bei einem notwendigen Zahnersatz gäbe es jedoch kein Entkommen mehr. Bereits im Jahr 2009 mussten Kassenpatienten 776 Euro vom Konto abheben, um zur Silvesterparty mit einem lücklosen Grinsen aufwarten zu können.

Es kann nur noch teurer werden. Das gute Drittel, welches sich „weigert“ die Großteils gedeckten Leistungen für Vorbeugemaßnahmen in Anspruch zu nehmen, sind die „besten Kandidaten“ zur Anforderung einer Kostenaufstellung durch den Zahnarzt. Der Betrag unterm Strich, abzüglich der Kassenleistungen und ggfs. „Milde-Rabatt“, kann sehr schnell eine vierstellige Zahl annehmen, die aus eigener Tasche bezahlt werden müsste. Zahnärzte erleben diese Situation fast täglich und bieten u.a. Ratenzahlungen an.

Die o.g. Studie beschreibt eine schleichende Privatisierung des Zahnersatzes und darauf wird es auch hinauslaufen. Dies wiederum ruft die Versicherungsgesellschaften mit ihren Angeboten einer Zahnzusatzversicherung auf den Plan. Deren Leistungen decken je nach Leistungsbereich bis zu 100% der anrechenbaren Eigenleistungen. Eine Zahnzusatzversicherung kann für die Zahnvorsorge, für den Zahnersatz und auch als kombinierter Vollschutz in Anspruch genommen werden.

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