Krankenkassen fuhren im ersten Halbjahr 2014 rund 620 Mio. € Defizit ein

GKV-


Die gesetzlichen Krankenversicherungen fuhren im ersten Halbjahr 2014 ein kräftiges Minus von rund 620 Millionen Euro ein. Freiwillige Leistungen und Prämienzahlungen bildeten lt. dem Bundesgesundheitsministerium den größten Posten des Defizits.

Gesundheit

Großzügigkeit Schuld? Mit Prämienzahlungen wird ab 2015 ohnehin Schluss sein

Prämienzahlungen und Zusatzleistungen mit größten Posten

Dickes Minus bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) im ersten Halbjahr 2014. Nach den vorläufigen Ergebnissen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) erwirtschafteten die Krankenkassen in der ersten Jahreshälfte ein Defizit von rund 620 Millionen Euro.

Zwischen den Monaten Januar und Juni 2014 gaben die 131 Krankenkassen rund 102,3 Milliarden Euro aus, nahmen im gleichen Zeitraum aber nur 101,7 Milliarden Euro ein. Der Löwenanteil vom Defizit wird lt. BMG von der „Großzügigkeit“ der Krankenkassen gebildet. Demnach leisteten sich die gesetzlichen Krankenversicherer fast 400 Millionen Euro für Prämienauszahlungen und Aufwendungen für freiwillige Zusatzleistungen. So führten erweiterte Satzungsleistungen wie Osteopathie und professionelle Zahnreinigung zur Ausgaben von fast 125 Millionen Euro.

Die GKV hätte das erste Halbjahr 2014 mit einem annähernd ausgeglichenen Finanzergebnis abschließen können, wenn auf diese freiwilligen Leistungen verzichtet worden wäre, so das Gesundheitsministerium.

Ersatzkassen im tiefen Minus – AOK und Knappschaft im Plus

Mit einem großen Abstand fuhren die Ersatzkassen mit rund 681 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014 das größte Minus ein, gefolgt von den BKK (-166 Mio. Euro) und den IKK (-62 Mio. Euro).

Das Gesamtbild des großen Defizits wurde lediglich vom eingefahrenen Plus durch die Knappschaft (+121 Mio. Euro) und den AOK (+167 Mio. Euro) kompensiert.

Großer Anstieg bei den Ausgaben für Arzneimittel und Hilfsmittel. Der Zuwachs bei den Arzneimittelausgaben betrug im ersten Halbjahr 2014 um +9 Prozent, ebenso wie bei den Hilfsmitteln. Kräftig nahmen die Ausgaben auch für Krankengeld (+7 Prozent) zu. Ausschlaggebend sei lt. dem Ministerium das steigende Renteneintrittsalter. Der Anteil der Krankengeldbezieher in höheren Altersgruppen nehme zu. Das Plus bei den Ausgaben für verschriebene Arzneimittel betrug im gleichen Vorjahreszeitraum lediglich 4 Prozent.

Den größten Einzelposten mit ca. 35 Millionen Euro verursachten die Krankenhausbehandlungen.

Noch sind die Finanzreserven der Krankenkassen prall gefüllt. Mit dem Stand 30. Juni 2014 verfügten Kassen und Gesundheitsfonds über rund 26,6 Milliarden Euro. Das BMG hierzu: „Die Zahlen des ersten Halbjahres sprechen dafür, dass auch im Jahr 2014 die Zuweisungen mit einem zugesicherten Volumen von 199,6 Milliarden Euro, die die Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds erhalten, insgesamt ausreichen können, um die voraussichtlichen zuweisungsrelevanten Ausgaben zu decken.“

Das Bremer Zentrum für Sozialpolitik sieht zumindest im Bereich der Arzneimittelverschreibung ein Sparpotenzial von rund 2 Mrd. Euro pro Jahr, wenn Ärzte günstigere Alternativen verschreiben würden.



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