Korruptionsvorwürfe: Debeka reagierte sofort mit neuem Verhaltenskodex

Debeka Skandal-


„Die Debeka toleriert keinerlei Form der Bestechung und Korruption“, so der Wortlaut in der Presseerklärung, nachdem der große PKV-Versicherer diverse Verfehlungen durch den Ankauf von Adressdaten zugab. Neue Verhaltensregeln traten postum in Kraft.

Korruption

Das große Spiel mit Geld für die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen

Mit Adressdaten einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz erreicht

Die Umsetzung des neuen Verhaltenskodex vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fällt beim großen Privatversicherer Debeka etwas holprig aus. Das Unternehmen ist dem Kodex bereits im Juli 2013 beigetreten und zum 31. Oktober 2013 wurden für rund 17.000 Mitarbeiter neue Verhaltensrichtlinien eingeführt, „pünktlich“ zum Zeitpunkt, als Korruptionsvorwürfe laut vernommen wurden.

Der Handel mit Namens- und Adressdaten war schon immer ein lukratives Geschäft. Offenbar nutzte Debeka die Vorteile valider Adressdaten potenzieller Kunden, speziell die von Beamten und angehenden Staatsbediensteten. Über Jahre hinweg soll der Privatversicherer deren Adressen gekauft und sich somit einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern am Markt geschaffen haben.

Die etwas „undurchsichtigen Vorgänge“ sollen lt. Handelsblatt (Freitagsausgabe) auch zwischen den Jahren 1994 und 1998 stattgefunden haben, als der derzeitige Vorstandsvorsitzende Uwe Laue den Vertreib der Debeka leitete.

Handelsblatt fragte bei Debeka nach und die Antwort wurde über eine eigene Pressemitteilung geliefert. Demnach räumte Laue ein, dass Vertriebsmitarbeiter in den 80-er und 90-er Jahren die Adressen potenzieller Kunden auf eigene Faust angekauft hätten. Der Führungsmannschaft fehlte es damals an Sensibilität für dieses Thema im Datenschutzbereich, so Laue und nahm sich selbst in die Kritik.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin räumten mehrere ehemalige Debeka-Mitarbeiter ein, dass der Ankauf von Adressen offenbar gängige Praxis gewesen sei. Elf Jahre lang soll ein ehem. Mitarbeiter von seinem Vorgesetzten die Adressen von Beamten erworben haben. Ob dies legal gewesen ist, sei erst gar nicht hinterfragt worden, denn die Daten wurden letztendlich vom Chef herausgegeben und hätten einen Wert wie Gold gehabt.

Mit der Pressemitteilung erklärte Debeka am 31.10. die sofortige Einführung eines neuen Verhaltenskodex. Diese Maßnahme sei „zeitgemäß und notwendig“. Dies beträfe auch die Annahme von Sachgeschenken bis zu einem Höchstwert von 25,- Euro.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.