EU-Kommissar kritisiert deutsches Gesundheitssystem

Gesundheitswesen-


Die Qualität des deutschen Gesundheitssystems liege weit über den EU-Durchschnitt. Doch Kosten und Effizienz wiesen auf eine Überversorgung hin. EU-Gesundheitskommissar Andriukaitis sieht eine mangelnde Kostendisziplin.

Tomographie

Überversorgung: Einsatz Kernspintomographie bei 70 % über EU-Durchschnitt

Gute Versorgung führt nicht zu höherer Lebenserwartung

Die deutsche Gesundheitsversorgung ist Spitzenreiter innerhalb der EU und das allgemeine Gesundheitswesen führte im Bundesgebiet inzwischen zu einer „Überversorgung“. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis kritisierte in einem Gespräch mit der WELT (Montagsausgabe) die mangelnde Kostendisziplin.

Eine Gesundheitsversorgung mit jährlichen Pro-Kopf-Investitionen von 3.996 Euro führe nicht automatisch zu einer höheren Lebenserwartung. Dies zeige sich in der Statistik. Die Lebenserwartung der Deutschen betrage 80,7 Jahre, aber innerhalb der EU entspricht dies lediglich die Position 18. Dabei liegen die jährlichen Investitionen in die Gesundheit bei 43 Prozent über den EU-Durchschnitt. Die Ausgaben für die Gesundheitssparte betragen lt. dem EU-Kommissar 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Andriukaitis sieht ein erforderliches effizienteres Einsetzen der Ressourcen im deutschen Gesundheitssystem. Im stationären Bereich sei in Teilbereichen sogar eine Überversorgung festzustellen. Dies gebe Anlass für Korrekturen.

Neben der höchsten Dichte an Krankenhausbetten weise das deutsche Gesundheitssystem auch „mit Abstand“ die höchste Rate pro Kopf an Hüftersatzoperationen und Kernspintomographien (MRT) auf. Letzeres liege bei 70 Prozent über den EU-Durchschnitt.

Auch wenn der Zugang zur medizinischen Versorgung insgesamt „sehr gut“ und die Qualität der Versorgung weit über dem EU-Durchschnitt seien, äußerte Andriukaitis Bedenken über eine“ Überversorgung mit Dienstleistungen“ und eine angemessene Versorgung.


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