Digitale Patientenkarte: Datenskandal zeigt Potenzial auf

Kommerzieller Datenmissbrauch –


Die Digitalisierung sei nicht nur zeitgemäß, sondern unbedingt erforderlich, um den globalen Entwicklungen folgen zu können. So soll auch eine digitale Patientenkarte umgesetzt werden. Natürlich alles zum Vorteil der Versicherten. Das eigentliche Potenzial zeigt nun ein handfester Datenskandal auf.

Digitale Welt

Digitalisierung: Freier Zugriff auf Daten der zu Nummern reduzierten Menschen

Patientendaten liegen zum freien Abruf bereit

Schöne neue digitale Welt. Nach dem Schildbürgerstreich PSD2 für Online-Banking zugunsten kommerzieller Drittanbieter soll als ein weiterer Schritt der „erforderlichen“ Rundum-Digitalisierung auch eine digitale Patientenverwaltung umgesetzt werden. Nachdem dieses angesteuerte Ziel nicht mal den Kinderschuhen entwachsen ist, zeigt ein jüngst aufgedeckter Datenskandal nicht nur das Missbrauchs-Potenzial, sondern auch ansatzweise die Möglichkeiten für die digitale Verwaltung bzw. bessere kommerzielle Ausschlachtung des Patienten auf.

Der Bayerische Rundfunk und die Investigativplattform ProPublica (USA) hatten Zugriff auf die Datensätze von mehreren Millionen Patienten weltweit und davon rund 13.000 Datensätze von Patienten im Bundesgebiet. Diese den Patienten zugeordneten Daten enthielten u.a. Röntgenbilder mit jeweiligen Beschreibungen zu den vorgenommenen Behandlungen, den Ärzten sowie weitere personenbezogene Angaben. Der Zugriff auf diese Datensätze erforderte keinerlei Hacker-Methoden, denn sämtliche Angaben waren frei zugänglich und dies bereits seit Jahren.

Demnach liegen die digitalisierten Patientendaten nicht auf einem zentralen Server, sondern verteilt auf mehr als 2.300 Rechner. Alle Server waren ungeschützt und somit frei zugänglich.

Datenschutz hin oder her. Selbst die als Konsumentenschutz deklarierte Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Hebel zugunsten großer Unternehmen. Die im Rahmen der DSGVO verhängten Strafen können so manche kleine und mittelständische Unternehmen durchaus in den Ruin treiben, stellten aber für Amazon, Google, Facebook und Co. lediglich einen Wimpernschlag dar.

Der kommerzielle Vorteil bei derart offenherzigen Patientendaten ist nicht nur in der Medizinbranche zu finden, sondern u.a. auch in der Versicherungswirtschaft. Prämien für die Lebensversicherung lassen sich so den gesundheitlichen Details des zu einer Nummer reduzierten Kunden leicht anpassen. Ein Blick in die digitalisierte Patientenkarte genügt.

Die „Freiwilligkeit“ soll gewahrt bleiben

Auch hier dürfte wie beim Zugang von Drittanbietern auf das eigene Girokonto im Rahmen des PSD2 wieder der Grundgedanke der „erzwungenen Freiwilligkeit“ vorliegen. Drittanbieter erhalten nur nach „ausdrücklicher Einwilligung“ des Kunden einen Zugang auf das Konto. Lehnt er dies ab, so kann er auch den gewünschten Online-Einkauf abschreiben. So wie der Arbeitnehmer trotz Versicherungszwang seine „Freiwilligkeit“ über einen Mitgliedsantrag bei der Krankenkasse zum Ausdruck bringen darf, dürften auch künftig Vergünstigungen und Sanktionen bei Versicherungen abhängig sein von den freiwillig freigegebenen Daten innerhalb der digitalen Patientenkarte.

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