Wegfall Roaming-Gebühren ab 2016: Nur Schall und Rauch?

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Aus dem EU-weiten Wegfall der Roaming-Gebühren ab 2016 wird voraussichtlich doch nichts werden. Die Abstimmung 2014 durch das EU-Parlament für den Stopp der Roaming-Kosten Ende 2015 war eindeutig, aber letztendlich nur Schall und Rauch. Die Unternehmen konnten offenbar ihre Interessen auf nationaler Ebene durchsetzen.

Mobilfunkbetreiber

Abschaffung der Roamingkosten würde Mobilfunkunternehmen zu sehr „belasten“

Statt klarer Stopp der Roaming-Kosten nun unscharfe Verlängerung

Offenbar haben sich die nationalen Kommunikations- bzw. Mobilfunkanbieter innerhalb der EU durchsetzen können. Einen kompletten Wegfall der Roamingkosten ab 2016 wird es doch nicht geben, wie es eigentlich vorgesehen war.

Für die Mobilfunkanbieter soll nun eine „Übergangszeit“ eingerichtet werden, wie EUObserver (Freitag) berichtete. Die Nationalen Regierungen der EU-Länder einigten sich darauf, die Roaminggebühren im internationalen Mobilfunk auch über 2015 hinaus beizubehalten.

Vor gut zwei Jahren wagte sich die EU erstmalig an das Thema heran und legte den Mobilfunkanbietern „zu Herzen“, auf die Roamingkosten zu verzichten. Im April 2014 entschied das EU-Parlament, die Roaminggebühren im Sinne der einheitlichen EU nach 2015 abzuschaffen.

Nun sind die Regierung der EU-Länder der Ansicht, dass die nationalen Mobilfunkanbieter eine Übergangsphase benötigten, damit die entsprechenden Maßnahmen für die neuen Rahmenbedingungen eingeleitet werden können.

Lt. dem derzeitigen Entwurf der EU-weiten Regulierung für die Telekommunikationsunternehmen einigten sich offenbar Politik und Wirtschaft auf einen (faulen) Kompromiss. Während der „Übergangszeit“ dürfen demnach die Unternehmen eine Gebühr für Roaming-Dienste verlangen, die „nicht höher sind als der normale Kostenumfang im jeweils lokalen Netz“. Darüber hinaus dürfen die Anbieter Aufschläge verlangen.

Damit die Landung der Telekommunikationsanbieter „noch weicher“ ausfällt, startet die Übergangslösung nicht zum Jahresanfang 2016, an dem ursprünglich die Roamingkosten komplett wegfallen sollten, sondern erst ab dem 30. Juni 2016.

Offen bleibt aber die Definition des Datenvolumens bzw. der Gesprächsminuten, die als „ortsüblich“ gelten.

Die Liberalen im EU-Parlament kritisierten diesen EU-Länder-Entwurf heftig. Die vorgeschlagenen Regeln verteidigten die Interessen der nationalen Kommunikationsanbieter, statt Bedingungen für einen realen Wettbewerb zu schaffen, der durch günstigere Kosten einen Vorteil für Bürger und Unternehmen bietet.

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