Massenweise Android-Apps schnüffeln Kundendaten aus

Kommerz Kundendaten –


Wer ein Smartphone nutzt und dieses mit vielen Apps ausstattet, muss sich einfach darin im Klaren sein, seine persönlichen Daten mit vollen Händen an Dritte auszuliefern.

Datenspionage

Smartphone-Nutzer werden über Apps rundum ausgeforscht

Mindestens 27.000 Apps schnüffeln Daten der Kunden aus

Wer sich auf sein Smartphone oder Tablet eine App herunterlädt, muss damit rechnen, dass dieses Tool mehr Funktionen ausführt als der Nutzer weiß, geschweige will. Eine große Zahl von Android-Apps zeichnet im Hintergrund Daten der Nutzer auf und schickt diese schnurstracks an Dritte weiter. In konkreten Fällen steht ganz oben Facebook als die Empfangsadresse. Gleich mehrere tausend Android-Apps sollen bereits bei Start heimlich Kontakt mit Facebook aufnehmen, wie t-online.de berichtete. Dies haben Forscher aus Kalifornien und Frankreich herausgefunden. Demnach werden die Daten nichtvmal anonym gesammelt, sondern lassen sich den jeweiligen Nutzern eindeutig zuweisen. Facebook unterscheide dabei gar nicht zwischen Kunden und Nicht-Kunden. Es werden demnach auch Daten von Nutzern übermittelt, die gar kein Facebook-Konto besitzen.

Zu den gesammelten und übermittelten Daten gehören u.a. Informationen über die anderweitig genutzten Anwendungen auf den Endgeräten, deren Nutzungshäufigkeit und zu welchem Zeitpunkt diese genutzt wurden.

Nutzerdaten sind ein Riesengeschäft. Das wissen nicht nur die privaten Internet-Unternehmen, sondern auch Gemeinden und Kommunen mit ihren „zum Datenabgleich“ bereitwillig herausgegebenen Einwohnermeldedaten. Gezielte Werbung, angepasst an Neigungen und Wünschen der Zielperson. Mit dieser ausgerichteten Reklame lässt sich offensichtlich schneller Geld verdienen als mit „Breitbandwerbung“ für nur eine grob ausgerichtete Zielgruppe.

Facebook ist keine Ausnahme, sondern vielmehr ein Vorreiter in dieser Sparte. Wem ist nicht schon aufgefallen, dass nach einem Chat über den Messenger beim nächsten Besuch auf der Facebook-Seite Werbung eingeblendet wurde, die „rein zufällig“ mit dem Thema im letzten Chat zu tun hat? Wer sich über Automarken unterhält, braucht sich also nicht zu wundern, wenn kurz darauf dieses „Traum-Modell“ günstig angepriesen wird.

Im Fokus der Sicherheitsforscher standen u.a. auffällige Dating-Apps. Genannt wurden Grindr, Curvy und Tinder. Wer dort sein Profil mit Angaben zu Geschlecht, Nickname, Religion und sexueller Neigung ausfüllt, könnte diese Details auch nach Aufgebotsverfahren öffentlich an die Wand nageln. Nur wenige sehen hin, die wirklich Interessierten aber sehr wohl. Das gleiche gilt für vermeintliche Gesundheits-Apps wie Moodpath, Kwit oder for Diabetes. Die nächste passende Diät-Werbung ist garantiert.

App-Entwickler sind oft über Facebook-Neugierde ahnungslos

Social Media
Bequeme Vorentwicklung von App-Bausteinen

Doch den Entwicklern dieser Apps darf nicht pauschal die Schuld in die Schuhe geschoben werden. Wie sich herausstellte, müssen nichtmal die App-Entwickler etwas über die Sammelwut von Facebook wissen. Die Plattform stellt im Rahmen ihrer „Software Development Kits (SDK)“ ausgearbeitete Bausteine zur Verfügung. Diese Bausteine sind bei der App-Entwicklung eine große Hilfe. Darunter fallen auch von Facebook bereitgestellte Analyse-Tools. Einmal eingebaut, erledigen diese Tools ihren Job, allerdings auch über ihre angedachte Aufgabe hinaus.

Das Tool „Facebook Analytics“ sei lt. dem französischen Forscherteam in ca. 20 Prozent aller geprüften Apps eingebaut. Damit kamen die Forscher nach ihrer Untersuchung auf min. 8.535 Apps, die eifrig dabei sind, Facebooks Neugierde zu befriedigen. Die Experten in Kalifornien kamen auf rund 30 Prozent der untersuchten Apps und damit auf mehr als 27.000.

Im Rahmen der innerhalb der EU seit dem 25. Mai 2018 geltenden DSGVO dürften Facebook bzw. die Entwickler der Android-Apps allmählich ins Schleudern geraten. Weniger als die Hälfte der erforschten Apps enthalte in den Datenschutzerklärungen einen Hinweis auf das Tool Facebook Analystics. Besonders brisant, wenn der ausgeschnüffelte Nutzer gar kein Facebook-Konto besitzt.

Zwar bieten Android-Smartphones diverse Einstellungen, die u.a. Ortung per GPS und Mobilfunknetz unterbinden sollen, aber dies ist ebenfalls nur Balsam fürs Gemüt. Selbst bei völlig ausgeschalteten Ortungsfunktionen will z.B. die Suchmaschine Google anhand der Suchanfrage den Ort des Nutzers erkennen, selbst dann, wenn der Nutzer lediglich nach „Rezept Apfelbrei“ suchte.

Medien springen für Big-Business Kundendaten in die Presche

Der Handyhersteller Nokia setzte Anfang 2017 das einst sehr erfolgreiche Modell 3310 neu auf. Für Liebhaber eine gute Nachricht, für Facebook & Co. eher schlecht. Mit dem Gerät kann man telefonieren, SMS schreiben und kleinere Tools nutzen. Das war’s. Entsprechend sprang u.a. der Verteidiger des Neoliberalismus Zeit online in die Presche, um den Konsumenten das Kult-Modell von Nokia ordentlich zu vermiesen. Klar, mit diesem Gerät geriete das Geschäftsmodell mit Kundendaten auch ins Stocken.

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