Großangriff aufs Internet durch Armee aus Elektrogeräten

Cyberattacken-


Der Großangriff auf das Internet am vergangenen Wochenende setzte eine ganze Armee von elektronischen Kleingeräten in Aktion. Die Besitzer haben in der Regel nicht die geringste Ahnung davon, dass sie in ihren Haushalten ein potenziell „äußerst angriffslustiges“ Haushaltsgerät betreiben.

Den Hackern wird es oft zu leicht gemacht

Internet
Elektrogeräte mutieren zu einer Angriffsarmee

Mit dem „Großangriff“ auf wichtige internationale Knotenpunkte des Internets am vergangenen Wochenende wurde offenbar eine ganze Armee von Klein- und Kleinstgeräten in Aktion versetzt. Weltweit hängen zig Elektro- und Haushaltsgeräte im Internet, die darauf abgerichtet wurden, auf Knopfdruck ihr schädliches Werk zu vollziehen. In der Regel haben die Betreiber dieser Geräte nicht den geringsten Schimmer davon, dass sie in ihrem Haushalt kleine „elektronische Schläfer“ beschäftigen.

Ziel der Cyberattacke waren vor allem die USA. Die Angriffe wurde praktisch rund um den Globus eingeleitet, mit Schwerpunkt Fernost. Es handelte sich um einen sog. DDoS-Angriff, bei denen die DNS („Internet-Adressbuch“) mit einer Flut von Anfragen buchstäblich vom Platz geschossen wurden. Sie waren hoffnungslos überlastet und gaben ihren Dienst auf. Ohne DNS können Nutzer die gewünschte Webadresse nicht mehr erreichen, denn der „Klarname“ der gewünschten Seite muss einer IP-Adresse zugeordnet werden. Schlägt dies fehl, bleibt die Antwort aus.

Hacker haben meist ein ganz einfaches Spiel

Hacker machten sich zahlreiche Sicherheitslücken dieser nun missbrauchten Elektrogeräte zunutze. Zu den typischen Vertretern der ans Internet angebundenen Geräte gehören z.B. Webcams. Per Fernabfrage können die Besitzer dieser Internet-Kameras von jedem Internetanschluss auf der Erde Bilder abrufen und auch eine Fernwartung vornehmen. Diese Webcams funktionieren wie kleine Server und erledigen neben der Aufzeichnung von Bildern bzw. Filmen auch das Versenden von Informationen an vorab definierten Internet- bzw. E-Mail-Adressen. Genau hier liegt der Knackpunkt. Für die Störung eines Internet-Knotenpunkt braucht es keine weiteren umfangreichen Funktionen. Die einfache Anfrage reicht bereits aus und dies erfolgte beim großen Cyberangriff von zig Geräten gleichzeitig und dies in ständiger Wiederholung über einen längeren Zeitraum. „Die Masse macht’s“.

Ein einfaches Prinzip mit fatalen Konsequenzen. Vielfach benötigen die Hacker für derlei Manipulationen überhaupt keine „Knack-Kenntnisse“. In zahlreichen Fällen reicht bereits das Verwenden der werksseitig voreingestellten User- und Passwörter dieser Geräte aus. Die Nutzer haben sie schlicht beibehalten, anstatt ein neues Zugangspasswort zu definieren. Für die Hacker ist der Aufwand denkbar gering. Ein Programm (Script) durchleuchtet das Internet völlig eigenständig und sucht nach entsprechenden Schwachstellen. Antwortet ein gesuchtes Gerät, erfolgt meist schon der nächste automatische Schritt mit den entsprechenden Änderungen für die Angriffsvorbereitung.

Damit wenigstens dieses weit offene Scheunentor geschlossen wird, sollten die Nutzer dieser Geräte unbedingt die voreingestellten Passwörter ändern, so Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik zu Deutschlandfunk. Zu den „potenziellen Gefährdern“ zählen neben den WebCams eigentlich sämtliche Geräte, die im Internet hängen und über eine eigene IP-Adresse verfügen. Dazu gehören z.B. Babyphones, Kühlschränke und SmartTVs. Nicht zuletzt schlummern auf Millionen PCs und Smartphones eingeschleuste Trojaner, die nur darauf warten, um auf „Befehl“ gemeinsam mit dem Stören des weltweiten Netzes loszulegen.

Ein Anti-Schädlingsprogramm auf dem Computer ist eigentlich Pflicht.

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