Für neuen DSL-Tarif ist neuer Router nicht zwingend erforderlich

Internet –


Ein Provider darf seine Kunden für die Bestellung bzw. Nutzung eines DSL-Tarifs nicht zur Mitbestellung eines vermeintlich zwingend erforderlichen (neuen) Routers zwingen.

Internet Tarife

Für neuen DSL-Anschluss kann auch der alte DSL-Router seine Arbeit verrichten

Für DSL-Anschluss können herkömmliche Router verwendet werden

Wer einen DSL-Anschluss nutzen will, muss für die technische Umsetzung auch einen Router einsetzen. In der Regel ist der Router bereits bei der Bestellung eines DSL-Tarifs mit dabei, entweder optional oder automatisch. Liegt bereits ein Router parat, könnte somit auch auf ein neues Gerät verzichtet werden, insbesondere wenn lediglich nach Jahren der Anbieter gewechselt werden sollte. Allerdings kamen bisher viele Kunden nicht umher, trotz eines vorhandenen Routers bei Beauftragung eines neuen Anschlusses auch gleich ein neues Gerät mitzubestellen. So versuchte es offenbar der Anbieter 1 & 1 Telecom GmbH, seinen Kunden einen Router als anscheinend zwingend notwendig an den bestellten Tarif zu verknüpfen. Kunden erhielten den Eindruck, der Router sei für die Nutzung des DSL-Tarifs erforderlich. Das Landgericht Koblenz (Az. 4 HK O 35/18) hat nun nach Bestreben des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Praxis des Providers untersagt, während des Bestellvorganges einen Router quasi Voraussetzung darzustellen.

Bestellvorgang war ohne Auswahl Router nicht möglich

Kunden hatten die Möglichkeit, aus einem Angebots-Pool von Internet- und Telefonanschlüssen den gewünschten Tarif auszuwählen und eine entsprechende Bestellung einzuleiten. Auf einer Folgeseite wurde der Kunde dazu aufgefordert, für den bestellten DSL-Tarif den „passenden“ Router auszuwählen. Es standen insg. 3 verschiedene Geräte zur Wahl. Die Unterschiede zwischen den Routern betrafen vor allem die Leistungen und nicht zuletzt auch den Preis, der zwischen kostenfrei und 4,99 Euro pro Monat variierte. Eine Fortsetzung des Bestellvorgangs ohne die Wahl eines der Router war nicht möglich.

Landgericht sieht im Bestellvorgang Irreführung der Kunden

Die Verbraucherschützer sind der Ansicht, dass der Provider seinen Kunden keinen Router aufzwingen könne. Die Gestaltung des Bestellvorgangs sei dazu irreführend. Das Landgericht Koblenz schloss sich der Ansicht des vzbv an. Der Provider erwecke den Eindruck, dass die zur Wahl gestellten Router für den Betrieb des DSL-Tarifs eine Voraussetzung seien. Allerdings können Konsumenten für die Nutzung des DSL-Anschluss jeden beliebigen handelsüblichen Router benutzen und somit auch das Gerät, welches u.U. bereits im Haushalt parat liegt. Außerdem sei die freie Wahl des Routers im Telekommunikationsgesetz ausdrücklich vorgeschrieben.

Die Argumente des Providers, Kunden könnten sich über die Hotline zur Notwendigkeit eines Routers informieren, oder sich die Infos über die Seiten „Tarif-Details“ einholen, überzeugte die Richter nicht. Aufgrund der eindeutigen Aussage, der Router sei für die Nutzung des gewählten DSL-Tarifs notwendig, habe der Kunde gar keinen Anlass, sich weitere Infos einzuholen, ob ggfs. auch das Gegenteil zutreffe.

Das Urteil ist lt. vzbv noch nicht rechtskräftig.

Schnell-Vergleich DSL - Telefon - Internet

Einfach die Vorwahlnummer eingeben und für Ihren Wohnort die DSL-Tarife anzeigen.

Vorwahlnummer für DSL-Anschluss:



Beitrag anderen Menschen mitteilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.