Ein Leben ohne Handy? – Die gewonnene Zwangs- Freiheit

Handys – Zwanghafte Mobilität?-


Das Handy ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein elektronischen Klein- Gerät das Alltagsleben der Menschen massiv beeinflussen kann und dabei noch das Kunststück vollbringt, eine scheinbare Zwangshaltung als ein Gefühl gewonnener Freiheit zu vermitteln.

Mobilität und ständige Erreichbarkeit – Die neue Freiheit?

Mobilität
Stets am Ball und immer erreichbar - Erwünschte Freiheit?

Als Telefone noch eine grüne oder orange Farbe hatten und zum Wählen der Finger in ein Loch gesteckt werden musste, um danach eine kreisförmige Bewegung durchzuführen, war der („zwanghafte“) Drang, ständig erreichbar sein zu müssen, noch kaum ein Thema. Das Maximum der Flexibilität gab die Anschluss-Schnur in der Länge von wenigen Metern vor, die darüber hinaus in einer Wanddose fest angeschlossen wurde und als „unantastbar“ galt, da diese „Zone“ ein Hoheitsgebiet der ehem. Bundespost war.

Die jüngeren Menschen würden über derlei „Geschichten“ nur ungläubig den Kopf schütteln und kaum verstehen, wie man das „nur überleben“ konnte.

Das Telefon hat sich über die Jahre hinweg schleichend als ein fixer und scheinbar untrennbarer Bestandteil des Lebens eingeschlichen. Sollte das Handy einmal zu Hause vergessen worden sein, wird „selbstverständlich“, wenn nötig auch mehrere Kilometer, zurück gefahren, um das Gerät schnellstens abzuholen und es auch künftig unter allen Umständen bei sich zu wissen.

Inzwischen ist rund jeder Dritte in Deutschland privat wie auch beruflich zwischen 21 und 24 Stunden täglich telefonisch erreichbar. Dazu zählen auch die Mitmenschen, die das Alter von 70 Jahren bereits überschritten haben. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage von Stiftung Internetforschung im Auftrag der ERGO Direkt Versicherungen.

Demnach erhält über den ganzen Tag verteilt die Mehrheit der Deutschen im Durchschnitt fünf Anrufe, die auch fast alle vom Angerufenen angenommen werden. Mit 22 Prozent verlässt knapp ein Viertel der Angerufenen den „wohlverdienten Schlaf“ und nimmt den Anruf an. Sogar die Dusche ist keine Tabuzone für das mobile Endgerät. Über sämtliche Altersgruppen hinweg gesehen nehmen fünf Prozent der Handy-Besitzer das „Stück Elektronik“ mit unter die Dusche und halten Gespräche ab.

Die gute alte Zeitschrift erhält ernsthafte Konkurrenz
Vor allem Männern wurde nachgesagt, die Toilette meist mit einer Zeitung unter dem Arm zu betreten, um die „Wartezeit“ mit einer Lektüre zu überbrücken. Mit 27 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, die ihr Handy mit in die „00-Zone“ nehmen und dabei mit ihrem Gesprächspartner über die alltäglichen Dinge diskutieren, wird das bedruckte Papier bereits sichtlich verdrängt. Immerhin bleibt mit 61 Prozent dennoch die Mehrheit während der „Sitzung“ unter sich und belässt es beim Lesen einer eingetroffenen Kurznachricht. Grundsätzlich ist das Mobilgerät jedoch griffbereit, denn „es könnte ja jemand anrufen“.

Abheben? Kommt darauf an wer gerade anruft
Wenn sich Familienmitglieder untereinander anrufen, ist die Chance, dass der Gegenüber auch abhebt, am größten. 87 Prozent der Deutschen sind rund um die Uhr für ihre Familie erreichbar. Rund die Hälfte würde jedoch Stirnrunzeln bekommen, wenn Freunde noch zu vorgerückter Zeit anriefen, die andere Hälfte stört sich nicht daran.

„Wenn Schluss ist dann ist Schluss“
Deutsche Telefonierer ziehen offensichtlich noch eine relativ klare Linie zwischen Berufs- und Privatleben. Der von ERGO Direkt initiierten Umfrage nach wäre zwar rund jeder Zehnte auch aus beruflichen Gründen an 24 Stunden pro Tag erreichbar, aber die Mehrheit würde beruflich nur tagsüber oder während der Arbeitszeit einen Anruf des Vorgesetzten, eines Arbeitskollegen oder Kunden annehmen.

Fast alle wissen es, doch wie viele halten sich daran? – Handy & Autofahren
Rund 15 Prozent der Deutschen würden auch dann ans klingelnde oder „musizierende“ Handy gehen, wenn das Auto gesteuert wird, egal ob eine Freisprechanlage installiert ist oder auch nicht. Jüngere Leute unter 30 Jahre scheinen relativ unbekümmert zu sein, denn 26 Prozent würden telefonieren und Autofahren zugleich. Eine große Anzahl dieser Altersstufe sieht es auch als kein Problem an, während der Fahrt die SMS zu studieren. Über 30 Prozent würden die SMS lesen, während nur knapp 16 Prozent des Bundesdurchschnitts das „Risiko eingehen“ würden.

„Die Hose, das Hemd, das Handy“
Kaum ein Mensch würde sich nackt auf die Straße wagen, da auf Hemd & Hose verzichtet wurde. Beinahe ebenbürtig eingestuft wird bereits das Mobilgerät und dabei erhält es vom Besitzer noch eine viel größere Aufmerksamkeit zugedacht als der „korrekte Sitz“ der Hose in der richtigen Höhe. Gut über die Hälfte (54%) der Handy- oder Smartphonebesitzer blicken fünf Mal pro Stunde auf das Display, ob es etwas „Neues geben“ könnte, Ein vorheriges akustisches Signal, das zu dem „schnellen Blick“ motivieren könnte, ist für die hohe Anzahl gar nicht notwendig.

Einbildung oder hat es doch geklingelt?
Die jüngere Generation hätte lt. der Umfrage zu 45 Prozent schon mal das Handy heraus gekramt, da man sich einbildete, ein Klingeln gehört zu haben. Die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen zählt mit einer 29%-igen Wahrnehmung von „Phantomklingeln“ bereits zum „gefährdeten Personenkreis“.

Letztendlich sind es immerhin 14 Prozent der Bundesbürger, die sich ein „geordnetes Alltagsleben“ ohne Handy gar nicht mehr vorstellen könnten. Darüber hinaus empfinden 35 Prozent der Handybesitzer die permanente Erreichbarkeit sogar als ein Ausdruck von Freiheit.

Angesichts dieser Auswertungen der Umfrage in Auftrag von ERGO Direkt, dürften besonders die älteren Menschen über derlei „Geschichten“ nur ungläubig den Kopf schütteln und kaum verstehen, wie man das „nur überleben“ kann.



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