BnetzA: Handytelefonate könnten günstiger werden

Mobilfunkpreise-


Die Bundesnetzagentur stellte die Weichen für günstigere Handytelefonate in Deutschland. Mit der Entscheidung für ein abgesenktes und vereinheitlichtes Terminierungsentgelt für die vier deutschen Netzbetreiber in Deutschland könnten die Gebühren für mobile Telefonate bald günstiger werden.

Vorläufige Entscheidung zum abgesenkten Durchleitungs-Entgelt

Terminierungsentgelt
Kosten könnten sinken
Bild: Angelina Ströbel / pixelio.de

Gestern Nachmittag gab die Bundesnetzagentur (BNetzA) das neue Mobilfunkterminierungsentgelt bekannt. Demnach wird bereits ab dem 01. Dezember 2012 ein einheitliches Entgelt in Höhe von 1,85 ct. pro Minute vorgesehen, die von den vier Mobilfunkbetreibern in Deutschland, Telekom Deutschland GmbH, Vodafone D2 GmbH, E-Plus Mobilfunk GmbH & Co KG und Telefónica Germany GmbH & Co OHG, für die sog. „Mobilfunkterminierung“ berechnen dürfen.

Bereits 1 Jahr später, ab dem 01.12.2013, soll das Entgelt auf 1,79 ct. pro Minute abgesenkt werden. Derzeit steht den vier Mobilfunkbetreibern ein Spielraum zwischen 3,36 ct. und 3,39 ct. pro Minute zur Verfügung.

Als Berechnungsgrundlage für das Mobilfunkterminierungsentgelt dienten der BNetzA die Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung eines effizienten Referenznetzbetreibers, der 25% der Gesamtnachfrage nach Sprach-, SMS- und Datenverbindungsleistungen in Deutschland abdeckt. Dadurch würde sich ein einheitliches Entgelt für alle Mobilfunknetzbetreiber ergeben.

Dennoch könne das einheitliche Entgelt noch nicht sofort in Kraft treten, da ab Mitte nächster Woche zuerst noch ein nationales Konsultationsverfahren zu den Entscheidungsentwürfen durchgeführt werden soll. Der Zeitraum ist für vier Wochen angesetzt. Anschließend müsse die Bundesnetzagentur den Entgeltvorschlag inklusive ihrer Begründung der EU-Kommission und den nationalen Regulierungsbehörden übermitteln, damit diese dazu Stellung nehmen könnten.

„Nun auf Deutsch“: Telefonieren könnte billiger werden

In Deutschland könnten mit diesem Schritt die Handy-Telefonate günstiger werden. Den vier Netzbetreibern gab die Bundesnetzagentur einen vereinheitlicht verringerte Gebühr vor, die sie sich gegenseitig in Rechnung stellen können.

Das „monströse“ Wort Mobilfunkterminierungsentgelt ist nichts anderes als die Gebühr, die die z.B. T-Mobile von Vodafone verlangt, wenn ein Anruf von dessen Netz ins eigene Mobilfunknetz erfolgt. Eine „Anruf-Durchleitungs-Gebühr“.

Dennoch wären laute Jubelrufe der Handy-Dauertelefonierer noch zu früh. Die Entscheidung der BNetzA gilt als vorläufig und die Agentur kündigte bereits an, die neue Verordnung erst auf EU-Ebene „absegnen“ zu lassen.

Netzbetreibern „gefällt“ die Entscheidung nicht

Die vier Netzbetreiber üben dagegen scharfe Kritik aus und hielten die Entscheidung durch die BNetzA für ein „schlechtes Signal“ für kommende Investitionen in der mobilen Breitband-Technologie. Lt. einem Telekom-Sprecher in Welt-Online (Freitag) würden folglich pro Jahr eine halbe Milliarde Euro Umsatz verloren gehen.

Ein Sprecher von Vodafone forderte ein, dass die Industrie „zu Recht erwarten“ könne, dass der Netzausbau nicht aufgrund dem Abzug von finanziellen Mitteln durch die Politik gefährdet würde.

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