Scoring der Schufa – Geheimnisvolle Ergebnisse

Schufa-Auswertung –


Wenn es ein Unternehmen gibt, dass die Formel für die massenweise Auswertung von Personendaten unter Verschluss hält, dann ist es in erster Linie die Schufa. So geheimnisvoll wie das Scoringverfahren ist, so überraschend sind auch oft die Bewertungen zur Kreditwürdigkeit.

Schufa Auskunft

Vorgespielte Transparenz – Scoring-Verfahren ist noch immer ein Geheimnis

Das Ergebnis der Schufa ist oft Anlass für Rätselraten

Wenn einem Kunden der gewünschte Handyvertrag verweigert wird, kann durchaus ein Eintrag bei der „Auskunftei“ Schufa die Ursache zu finden sein. Selbst wenn der Kunde über eine „blütenreine Weste“ verfügt, heißt das noch lange nicht, dass er im Register des Wiesbadener Unternehmens als würdig eingestuft ist.

Kaum eine andere Firma hält ihre Bewertungsformel (Scoring) so unter Verschluss wie die Schufa. Deshalb erscheint die Formel für die Auswertung zwischen Datenerfassung und Ergebnis wie das berühmte Buch mit sieben Siegel. Eine vom Bayerischen Rundfunk und Spiegel vorgenommene Datenauswertung ergab, dass offenbar zahlreiche Menschen ohne Verschulden zu einem Risikofall deklariert werden.

Das Unternehmen Schufa verfügt demnach über rund 67,5 Millionen Personen im Bundesgebiet. Ziel sei es, die Vertragspartner vor Ausfällen der Zahlungsfähigkeit der Kunden zu schützen. Doch wie diese Ausfallwahrscheinlichkeit ermittelt wird, blieb bisher ein Geheimnis der Auskunftei.

Das Test-Team werteten gemeinsam über 2.000 Auskünfte der Schufa aus. Gesammelt wurden die Daten über die Initiative „Open-Schufa“ worin die Angaben anonymisiert zur Verfügung gestellt wurden. Die Datenauswertung sei nicht repräsentativ, da in der Gewichtung Männer besonders oft und ältere Menschen eher seltener vorkommen. Dennoch ließe sich anhand der Auswertung ein Ansatz des Scoring-Verfahrens erkennen.

Demnach führt eine rein positive Information nicht automatisch zu einen einwandfreien Score. Selbst wenn der Konsument keinerlei Einträge über Zahlungsausfälle hat, bescheinigt die Schufa im Basisscore in jedem achten Fall lediglich ein zufriedenstellendes, erhöhtes oder sogar hohes Risiko.

In derlei Fällen können Kunden z.B. bei einem Handyvertrag vom Mobilfunkanbieter einfach abblitzen, oder die Bank macht bei einer Kreditanfrage einfach die Schotten dicht.

„Weniger ist oft mehr“, oder doch nicht?

Je mehr Daten eines „Klienten“ bekannt sind, desto genauer könnte das Scoring ermittelt werden. Doch BR und Spiegel stellten fest, dass die Schufa über gar nicht so viele Daten verfügt wie angenommen. Bei knapp einem Viertel der im Datensatz registrierten Personen stützt sich die Schufa-Bewertung auf lediglich drei oder noch weniger Informationen. Zu diesen Datensätzen gehören z.B. die Anzahl der geführten Girokonten oder gehaltenen Kreditkarten. Diese wenigen Daten reichten der Schufa jedoch aus, um eine vermeintlich exakte Kreditwürdigkeit zu berechnen.

Hat Schufa eine Sonderrolle im Bezug auf DSGVO?

Wie sieht es eigentlich mit der seit dem 25. Mai 2018 zur Geltung gebrachten Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) aus? Gemäß diesem Regelwerk haben die Konsumenten das Recht, sich die vorhandenen Datensätze aushändigen zu lassen. Die Schufa bietet zwar schon seit Jahren die sog. Selbstauskunft an, aber wie wird verfahren, wenn der Konsument „widerspricht“ und die Löschung des Datensatzes anfordert?


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