Noch kein Straf-Zins – Dafür deutlich höhere Girokonto Gebühren

Geldpolitik –


Im ersten Halbjahr 2019 zogen zahlreiche Banken und Sparkassen die Kontoführungsgebühren kräftig an. Letztendlich dürfte dieses Spiel solange weitergehen bis der EZB-Strafzins auch auf normale Kunden umgelegt werden kann.

Girokonto

Das völlig kostenfreie Girokonto gehört (fast) der Vergangenheit an

Solange Strafzinsen nicht funktionieren, werden Entgelte erhöht

Die Banken, Sparkassen und Raiffeisenbanken haben die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) längst an ihre Kunden weiter gereicht. Guthabenzinsen auf dem Girokonto sind längst passé. Bis zum nächsten Schritt, die Weitergabe der von der EZB verlangten „Strafzinsen“ für bei ihr von den Kreditinstituten geparktes Kapital, ist nur noch einen kleinen Schritt weit fern. Die größte Hürde für diese im Rahmen der Enteignung vorgesehenen Stufe dürfte noch der Umlauf von Bargeld bzw. die bisherige Nicht-Umsetzung der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geschmiedeten Pläne sein. Sollten Geldhäuser Negativzinsen für den normalen Sparer und Girokontoinhaber umsetzen, so ist der quasi Banken-Run bereits vorprogrammiert. Die Kontoinhaber würden ihre Konten leer fegen.

Zahlreiche Banken zogen Girokontopreise kräftig an

Daher bleibt nur wie bisher die Umgestaltung der Gebührenstrukturen für Girokonten und letztendlich die permanente Anhebung von Entgelten. So geschehen auch im ersten Halbjahr 2019, wie das Finanzportal Biallo feststellte. Die Preisanhebungen bei Girokonten kommen demnach nicht überraschend. Eine Gegenüberstellung der Kontogebühren vom Dezember 2018 mit denen im Juli 2019 zeigt 327 von rund 1.300 Geldhäusern, die teils kräftig die Preise anzogen.

In der Regel betraf die Entgelt-Anhebung die monatlichen Grundgebühren für Konto-Varianten wie Onlinekonto, Filialkonto, Premiumkonto und Basiskonto. Noch schlagen die Preisanhebungen nicht besonders auf das allgemeine Preisniveau für die Kontoführung durch, da noch rund drei Viertel der Kreditinstitute ihre bisherigen Gebührenstrukturen beibehielten. Biallo kommt nach eigenen Berechnung auf folgendes Ergebnis:

  • Kontomodell – durchschnittliche Kosten aktuell (im Vorjahr)
  • Onlinekonto – 3,31 Euro (2,73)
  • Filialkonto – 4,34 Euro (4,19)
  • Basiskonto – 4,81 Euro (4,78)
  • Premiumkonto – 9,89 Euro (9,42)

Da die Kontoführungsgebühren (noch) in relativ kleinen Beträgen ausfallen, fallen die Schritte nach oben augenscheinlich ebenso gering aus. Doch der Schein trügt. Die Entgeltanhebungen bei den Online- und Filialkonten fallen bei den Geldhäusern um weit mehr als 30 Prozent aus.

Basiskonto noch immer deutlich teurer als „Normal-Konto“

Auffällig ist auch der Preis für ein Basiskonto. Dieser liegt im Schnitt höher als für ein Filialkonto. Damit haben die Geldhäuser trotz teils massiver Kredit und sogar vereinzelte Abmahnungen noch immer nicht reagiert. Ein Basiskonto ist das sog. Girokonto für Jedermann. Die EU schreibt den Banken die Bereitstellung von Girokonten mit den grundlegenden Kontofunktionen vor. Dies zielte vor allem darauf ab, auch Obdachlosen, Geduldeten und Asylsuchenden den Weg für Geldtransfers offen zu halten. Die vorgeschriebenen Mindestleistungen eines Basiskontos beschränken sich lediglich auf Bareinzahlungen, Barauszahlungen, Lastschriftverfahren, Daueraufträge und Überweisungen. Die EU-Richtlinie für das Jedermanns-Konto wurde 2016 in Bundesrecht umgesetzt. Warum hier die Banken dem oft fast mittellosem Kunden tiefer in die Tasche greifen wollen als bei der Wahl eines „normalen“ Filialkontos, wurde bisher noch nicht überzeugend dargelegt.

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