Neue Gespräche zur Reduzierung zu hoher Dispo-Zinssätze

Debatte zu hohe Dispozinsen-


Nach wie vor stehen die von den Banken verlangten Dispositionszinssätze als zu hoch, bzw. zu teuer in der Kritik. Verbraucherschützer und Politik zeigen inzwischen deutliche Ansätze, ihre Bereitschaft für eine Verbesserung aus der Kundensicht umsetzen zu wollen.

Das alte „Dispozins-Thema“ neu aufgegriffen

Anti- Sparen
Geringe Sparzinsen, dafür
hohe Dispo-Zinsen

Es scheint endlich Bewegung in die bereits seit Jahren andauernde Diskussion um zu teure Dispozinsen zu kommen. Bisher stellten Verbraucherschutzorganisationen zwar in regelmäßigen Abständen fest, dass Girokonto-Kunden teils durch heftige Dispositionskredite förmlich abgezockt werden, aber viel Reaktionen brachte es bis dato nicht hervor.

Mit dem Wiederaufflammen des Themas zu teure Dispozinsen vermischt sich offenbar die erhöhte Sensibilität für Banken mit dem vorgelebten Niedrigzins-Niveau für Sparer. Die Aufmerksamkeit ist gestiegen und die Schmerzgrenze wohl endgültig überschritten worden.

Während die Zinsen für Geldanlagen wie Sparbücher in den Abgrund rutschten, blieben die Banken und Sparkassen relativ hartnäckig auf ihren bisher verlangten Dispozinssätzen sitzen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Durchaus reagierten besonders Direktbanken auf die neue Zinssituation und ließen auch ein paar Punkte vom Dispozinssatz ab. Dennoch fielen die Reduzierungen stets etwas „verhalten“ aus.

Nun stünde zur Debatte, ob die Banken nicht selbst auf ihre Kunden zugehen sollten, um dem Kunden für sein auf Dauer-Minus gehaltenes Girokonto eine Alternative anzubieten. Als Überschrift zur Diskussion wurde das Schlagwort „Transparenz“ gewählt.

Der Wille zur Besserung wird zumindest gezeigt
Es wäre eine äußerst seltene Ausnahmesituation, wären sich die politischen Lager der Regierung und Opposition sowie die Vertreter der Kreditwirtschaft in einer Sachfrage einig. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) befürwortet die „Willensbezeugung“ für mehr Transparenz, lehnt aber weiterhin eine geschaffene Obergrenze für Dispozinsen ab. Die SPD fordert dagegen eine gesetzliche Regelung, wie Banken ihre Dispozinsen zu gestalten haben.

Eine große (Erklärungs-) Lücke tut sich auf
Tatsache ist der seit Monaten auf 0,75% festgelegte Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Ein historisches Tief, das vermutlich noch weiter unterschritten werden wird. Dementsprechend sind auch die Zinssätze für Sparanlagen gefallen. Tagesgeldkonten rentieren derzeit in Bereichen von weniger als 1% bis etwas über 2%. Das klassische Sparbuch einer Sparkasse, bzw. Raiffeisenbank „rentiert“ nur noch mehr im Bereich von 0,2 bis 0,5% p.a.

Stiftung Warentest stellte bei Dispozinsen jedoch einen durchschnittlichen Wert von knapp über 11% p.a. fest. Einzelne Spitzenzinssätze reichten sogar über 14% p.a. hinaus.

Vertreter der Kreditinstitute versuchten ihre Dispozinsen mit „erhöhten Ausfallrisiken und größerem Verwaltungsaufwand“ zu rechtfertigen. Sachverständige sprachen dagegen von „überzogenen Begründungen“. Es wäre sogar nachgewiesen, dass das Ausfallrisiko bei einem Dispokredit geringer als bei einem normalen Konsumentenkredit sei.

Die Lösung ist (noch nicht) in Sicht
Im Raum steht derzeit eine von der SPD geforderte Dispo-Obergrenze, die den von der Bundesbank festgelegten Basiszinssatz um max. 8% überschreiten dürfe. Zur Begründung wird angeführt, dass ein angemessenes Verhältnis zwischen der Höhe der Dispozinsen und den anfallenden Kosten für das Kreditinstitut gewahrt bleiben müsse. Die Verbraucherzentralen schließen sich dem Vorschlag einer gesetzten Dispo-Grenze an.

Im Prinzip sind das keine wirklichen Neuigkeiten. Lediglich wurde sich dem Thema Dispo-Zins wieder angenommen. Die Forderung nach mehr „Transparenz“ ist nicht mehr als auf den Verweis auf eine weitere unscharf definierte Grauzone.

Was kann der Verbraucher tun, während andere noch streiten?

Ein Wechsel des Girokontos zu einer Bank mit geringerem Dispozinssatz wäre eine Möglichkeit, den hohen Zinsen zu entgehen, ist allerdings nicht ganz ohne Stolperfallen zu bewerkstelligen. Eine Bank sieht sich ihren Neukunden in der Regel erst einmal etwas genauer an, bevor ein Dispo-Rahmen gewährt wird.

Ein bestehendes Girokonto im Dauerminus ließe sich auch durch einen gewöhnlichen Ratenkredit ausgleichen. Im Gegensatz zu den Dispozinssätzen gab es bei Konsumentenkrediten etwas mehr Abwärtsbewegung zu den Zinsen.

Weitere Infos für eine Umschuldung von teuren Dispozinsen.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

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