Girokonto: Erleichterung durch Zahlungskontogesetz

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Am 31. Oktober 2018 tritt die zweite Hälfte des Zahlungskontogesetzes in Kraft. Mehr Transparenz und Erleichterungen für die Kunden sind die Zielsetzungen. Doch Verbraucherschützer kritisieren die Umsetzung der von der EU vorgegebenen Richtlinie.

Kalkulationen

Neues Gesetz: Mehr Transparenz für Kostenkalkulation bei Girokonten

Ein richtiger Schritt, aber doch gestolpert

Die von der Europäischen Union (EU) vorgegebene Zahlungskontenrichtlinie tritt am 31. Oktober 2018 als Bundesgesetz in Form des Zahlungskontogesetzes nun vollständig in Kraft. Der erste Teil dieser Richtlinie ist der Einführung des Basiskontos bereits im Juni 2016 in Kraft getreten.

Mit dem zweiten und finalen Schritt soll nun ein schnellerer Kontowechsel möglich sein und für mehr Transparenz bei den Kosten geschaffen werden. Darüber hinaus stehen den Konsumenten das Führen eines Kontos zu. Ziel sei die Verbesserung des Wettbewerbs im Sinne des Kunden. Dazu zähle auch die Verpflichtung der Banken, ihre Kunden einmal pro Jahr über die tatsächlichen Kontokosten zu informieren. Durch den vereinfachten Wechsel des Girokontos erhöhe sich der Druck auf die Banken, die dann für entsprechende Maßnahmen sorgten, um das Angebot attraktiver zu gestalten. So zumindest die Theorie.

Grundsätzlich sei die Einführung neuer Entgeltinformationsblätter und einer Vergleichswebeite positiv zu bewerten, so der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Vor allem die Aufklärung der Kunden, wie viel das Konto im vorangegangenen Jahr tatsächlich gekostet hat, sei ein richtiger Schritt. Zu kritisieren sei jedoch die Umsetzung dieser Richtlinie.

Die Verbraucherschützer kritisieren jedoch die noch fehlende Vergleichswebseite, die eigentlich zum 31. Oktober 2018 an den Start gehen sollte. „Es ist ärgerlich, „dass die vom Gesetz vorgesehene objektive und kostenlose Vergleichswebseite nicht pünktlich zur Verfügung stehen wird“, so Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv. Die Bundesregierung müsse so schnell wie möglich liefern.

Wie die Umsetzung des zweiten Schritts der Richtlinie in der Praxis aussehen wird, muss noch abgewartet werden. Zumindest haben einige Banken schon den ersten Schritt mit der Einführung des Basiskontos die Gelegenheit beim Schopf gepackt und dieses „Konto für Jedermann“ teurer gestaltet als ihre eigenen Standard-Modelle. Da wird ausgerechnet von den Menschen mehr abkassiert, die aufgrund ihrer finanziellen Schieflage auf ein solches Basiskonto angewiesen sind. Der vzbv fordert vom Gesetzgeber an diesem Punkt dringend Nachbesserung.


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