EZB-Leitzins & Dispokredit-Kosten werden wieder politisiert

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Die ersten Banken nahmen die EZB-Leitzinsabsenkung bereits zum Anlass, um eine Reduzierung der Dispozinsen anzukündigen. Doch der Umfang dürfte für den Verbraucher eher enttäuschend sein. Das Thema Dispokosten wird wiederholt von der Politik aufgegriffen.

Dispokredit-Kosten bleiben im Verhältnis immer noch zu teuer

Dispo-Kosten
Zinsen Dispokredite folgen EZB-Leitzins nur parallel

Die Deutsche Bank ging „als gutes Vorbild voran“ und kündigte beinahe direkt nach der am Donnerstag vorgenommenen Leitzinssenkung durch die EZB die Absenkung der Dispozinsen am 15. Mai an. Künftig sollen statt 12,5 nur noch mehr 12,25% p.a. Zinsen für die Inanspruchnahme des Dispokredits anfallen.

Die Direktbank comdirect will ebenfalls noch im Laufe des Monats den Dispozinssatz von 9,65 auf 9,40 Prozent absenken. Damit würde der Umfang mit -0,25 Prozentpunkte dem der Deutschen Bank entsprechen.

Mit dem neuen Rekord-Tiefstand des Europäischen Leitzinssatzes werden die Forderungen nach deutlicheren Absenkungen der Zinsen für Verbraucherkredite oder die für „überzogene“ Girokonten wieder lauter. Im Bundesdurchschnitt liegt der Dispozinssatz derzeit bei rund 11%. Der Abstand war bereits zum bisherigen Leitzins in Höhe von 0,75 mehr als üppig.

In dieses Thema klinkte sich der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ein und frischte die Variante vom September 2012 mit einer Deckelung der Dispozinsen wieder auf. Er forderte in der Passauer Neuen Presse eine gesetzliche „Zins-Obergrenze für Überziehungskredite“ und hielt an der Größenordnung von sieben Prozentpunkten über dem Leitzins fest.

Katja Kipping, Chefin der Linken, schloss sich dem Aufruf einer Begrenzung der Dispokosten an und forderte die Banken dazu auf, die „niedrigen Zinsen an die Kundinnen und Kunden“ weiter zu geben.

Die Gegner werden nicht lange auf Antworten warten
Wenn es um die Wahrung der eigenen (finanziellen) Interessen geht, ist man sich keiner Argumentation zu schade. Das bewies u.a. Stephan Götzl, der Chef der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken, im Oktober 2012, als er den hohen Dispozinsen einen pädagogisch durchaus wertvollen Nutzen unterstellte.

Die Ankündigungen der Dispozinsen durch die Deutsche Bank und der comdirect sind auf den ersten Blick durchaus positiv zu bewerten. Aber angesichts des Rückgangs um 0,25 Prozentpunkte, also genau dem Betrag um den die EZB den Leitzins reduzierte, reicht dieses Entgegenkommen nicht über einen symbolischen Aspekt hinaus.

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Bild: tarifometer24.com

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