Disporahmen: Voll ausgenutzt wird es auf Dauer zu teuer

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Das leichte Spiel um den Disporahmen hat bereits viele Verbraucher zu „Dauerschuldnern“ gemacht. Verlockend einfacher Bezug und hohe Zinssätze ergeben jedoch einen teils völlig überteuerten „Lebensstil“. Das Ausweichen auf einen Ratenkredit kann das Ziel eines schuldenfreien Lebens näher rücken.

Ein Umstieg der sich fast immer lohnt

Dispokredite
Dispokredite: Vielfach ein teurer Spaß

Es ist kinderleicht und deshalb ist die Verlockung entsprechend groß. Das Überziehen des Girokontos ist oft mit dem Einschieben der girocard in den Bankautomaten schnell erledigt. Das meist als peinlich empfundene Gespräch („betteln“) in der Filiale entfällt. Und da es so leicht war, sind die Hürden für ein zweites Mal umso niedriger.

Komfort hat seinen Preis und das gilt auch für den Dispo-Kredit auf dem Girokonto. Nach wie vor bewegt sich der bundesdeutsche Durchschnitt zu den Dispozinsen lt. FMH bei 10,5% p.a. Ein teurer Spaß, der aber sehr viele Kontoinhaber nicht davon abhält, den sog. Disporahmen voll auszunutzen und teilweise sogar über das Ziel hinaus schiessen. Dann wird es richtig teuer. Der Zinssatz für den „geduldeten Überziehungsrahmen“ bewegt sich meist jenseits von „Gut und Böse“.

Ein Thema, um das sich bereits seit Jahren gestritten wird. Die Zinsen für einen Dispo seien „völlig überzogen“ auf der einen Seite und „Dispozinsen haben erzieherische Werte“ auf der anderen Seite. Doch auch beim Ausgrenzen der subjektiven Meinungen, erscheinen die Dispozinsen gegenüber dem allgemeinen Zinsniveau für Ratenkredite, geschweige den Vorgaben des internationalen Zinsmarktes als deutlich „hervorgehoben“.

Ein für den Verbraucher nach wie vor brisanter Bereich, der von den Interessensgruppen hart umkämpft wird. Am Ende zahlt jedoch der Bankkunde aufgrund zu hoher Dispozinsen drauf. Auch das Magazin WISO vom ZDF (13. Mai 2013) hat sich diesem Thema angenommen und sich die Problematik von Finanzexperten erklären lassen. Auch wenn der Dispo als allgemein zu hoch gilt, sind jedoch die Ausschläge nach oben und unten prägnant. So erklärte der unabhängige Finanzberater Max Herbst, dass es bei den Banken große Unterschiede zu den Dispozinssätzen gebe und sich deshalb ein Vergleich immer lohne.

Die „besten Angebote“ zu den Dispozinsen wären derzeit von den Genossenschaftsbanken und Direktbanken erhältlich. Dort bewegten sich die Zinssätze aktuell zwischen 5,25% und 7,9%. Die obere Spitze werde mit 13,99% markiert.

Eine Bindung an die Vorgaben des Leitzinssatzes der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt es nicht. Diese senkte den Euro-Leitzins Anfang Mai um 0,25 Prozentpunkte auf 0,50%. Doch die Kreditinstitute sind nicht zwangsläufig daran gebunden, sich daran zu halten und geben die Reduzierungen entsprechend verhalten an die Kunden weiter, so der Finanzberater. Lediglich ein kleiner Teil der Banken verpflichtet sich dazu, den EZB-Zins als Vorgabe zu nutzen, andere wiederum orientierten sich an den Zinssatz für den Interbankenhandel Euribor. Die Banken müssen sich lediglich für einen der Vorgaben entscheiden, welcher steht jedoch frei, so Herbst.

Vertragsverhältnis Dispo-Rahmen
Bei einem bereitgestellten Disporahmen handelte es sich noch nicht um einen Kreditvertrag, sondern um eine „Willenserklärung der Bank“. Das Geldinstitut handelt mit dem zur Verfügung gestellten Geldbetrag aus „freien Stücken“. Erst wenn der Bankkunde den Dispo ausnutzt, kommt ein Kreditverhältnis zustande.

Im Durchschnitt hatte 2012 jeder Deutsche einen Dispo in Höhe von 500,- Euro in Anspruch genommen. Ein Dispo-Kredit steht rund 80 Prozent der Haushalte zur Verfügung, so WIWO auf Berufung der Statistiken des Bundesverbraucherministeriums. Insgesamt türmte sich ein Dispo-Schuldenturm in Höhe von 41 Milliarden Euro auf.

Kostenreduzierung mit Umschuldung zu Ratenkredit

Die Dispozinsen sind gegenüber den Zinssätzen normaler Konsumentenkredite „chronisch“ zu hoch angesiedelt. So liegen lt. dem Finanzexperten Herbst die Angebote für Ratenkredite mit 10.000,- Euro bei einer Laufzeit von 36 Monaten zwischen 4 und 6,5%.

Gegenüber dem Niveau von 2007 ist das Mittel bereits um 1% abgesunken, so Stephan Moll vom Bankenverband der Kreditwirtschaft. Im gleichen Zeitraum ist jedoch der EZB-Leitzins um 3,5 Prozentpunkte abgefallen. Der Fachverband begründete diese Diskrepanz mit dem relativ geringen Anteil des Leitzinssatzes zu den Gesamtkosten eines Ratenkredits. Anteilig wären noch Gehälter der Mitarbeiter, Kosten für ausgefallene Kredite und der Vorbehalt von Eigenkapital enthalten.

Dennoch lohnte sich auch bei relativ geringen Zinsanpassungen der Umstieg von einem teuren Dispokredit auf einen herkömmlichen Ratenkredit. Das gilt dann ganz besonders, wenn man bedenkt, dass ein „Dispo nicht getilgt wird und die Kosten somit dauerhaft wären“, so Michaela Reimann von Dr. Klein & Co. AG.

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