Dispokosten günstiger und keine Überziehungszinsen – Dennoch viel zu teuer

Dispokosten Girokonto-


Einige Banken haben bereits reagiert und die Zinsen für den Dispo abgesenkt. Wenige Kreditinstitute sind sogar einen Schritt weiter gegangen und schafften die Überziehungszinsen gleich ganz ab. Dennoch bleibt ein dauerhaft überzogenes Girokonto viel zu teuer.

Dispokosten

Trotz Zinssenkungen bleiben die Dispokosten auf Dauer eine teure Angelegenheit

Der Dispo ist und bleibt ein teurer Spaß

Lange genug haben sich die Kreditinstitute gegen das (halbherzige) Bestreben der Politik, die Dispozinsen kundenfreundlicher zu gestalten, mit allen erdenklichen Argumenten gesträubt. Die Dispo-Zinsen können „gerne“ um ein paar Einheiten nach unten korrigiert werden, aber keinesfalls wolle man sich vorschreiben lassen, wie hoch die Dispozinsen überhaupt sein dürfen.

Die alte Bundesregierung sprach noch von einer „Deckelung der Dispo-Zinsen“. Die Debatten verliefen jedoch im Sande. Die schwarz-rote Regierungskoalition hat sich dem Thema Dispokosten wieder angenommen, sieht jedoch von einer Begrenzung der Dispozinsen grundsätzlich ab. Die Banken sollen dafür verpflichtet werden, ihren Kunden mit „chronischen Kontominus“ eine günstigere Alternative anzubieten. Im Prinzip war es damit auch schon.

Hohe Dispokosten – Ausnahmen bestätigen die Regel

In der „Hochebene“ der Dispozins-Landschaft gibt es bereits zwei leuchtende Beispiele. Die beiden Direktbanken ING und 1822direkt (Tochter der Frankfurter Sparkasse) senkten die Dispozinsen bereits deutlich nach unten und schafften gleich dazu die Überziehungszinsen ab. Die Überziehungszinsen wurden dann fällig, wenn der Girokonto-Kunde seinen vereinbarten Disporahmen überstrapazierte und in den Bereich des „geduldeten Überziehungskredits“ geriet. In diesem Bereich greifen die meisten Banken mit ihrer Zinsgestaltung besonders kräftig zu. Für ING und 1822direkt gibt es keinen separaten Zinssatz über den Dispokredit hinaus mehr.

Ob die Abschaffung der Überziehungszinsen einen merklichen Effekt für die Kunden haben wird, muss noch unter Beweis gestellt werden. Die Banken sind gar nicht dazu verpflichtet, ihren Kunden über den Disporahmen hinaus noch einen weiteren Kredit zu gewähren. Auf alle Kunden gesehen könnte die Streichung der Überziehungszinsen für das Kreditinstitut gar kein so großer Verlust darstellen. Innerhalb der nächsten Wochen und Monate muss noch eine weitere Frage beantwortet werden. Wie gehen die Banken künftig mit ihren Kunden um, die sich dauerhaft im „Minus-Strudel“ des Girokontos befinden?

Wer auf die Schnelle etwas finanzieren will und das Guthaben auf dem Konto nicht ausreicht, für den kann der verfügbare Disporahmen nach wie vor eine gute Lösung anbieten. Unschlagbar ist zumindest die schnelle Verfügbarkeit des Dispokredits. Kann der in Anspruch genommene Disporahmen in Kürze wieder ausgeglichen werden, dann freuen sich die Bank und der Kunde.

Auf die Dauer hilft die Umschuldung der hohen Dispokosten

Eine völlig andere Situation ergibt sich jedoch bei einem dauerhaft überzogenen Girokonto. Reduzierte Zinsen mindern zwar die Dispokosten, aber die Konditionen sind nach wie vor viel zu teuer. ING und 1822direkt drückten ihren Sollzins für den Dispo unter die Marke von 8 Prozent. Ein Wert der deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 10 bis 11 Prozent liegt. Also relativ günstig und für die schnelle Finanzierung – aber auch schnelle Tilgung – durchaus akkurat. Für einen „Dispo-Dauerzustand“ eignen sich aber auch Dispozinsen um die 7 bis 8 Prozent nicht.

Der Blick auf den freien Kreditmarkt verrät Zinssätze bereits ab 4 Prozent, dank des Niedrigzinsniveaus in der Eurozone. Im Prinzip hat ein dauerhaft überzogenes Girokonto dauerhafte Zinskosten zur Folge. Ob überhaupt eine Tilgung zum Abbau des Minusstandes erfolgt, ist eine ganz andere Frage. Wer bereits im Strudel der Dispokosten drinnen steckt und aufgrund eines zu niedrigen Einkommens nicht in der Lage ist, das Konto in einzelnen Schritten auszugleichen, könnte durchaus mal kalkulieren, ob grob die Hälfte der Zinskosten den ersten Steigbügel anbieten könnte.

Ein dauerhaft überzogenes Girokonto kann umgeschuldet werden. Der Kunde nimmt bei der Bank einen gewöhnlichen Ratenkredit auf und gleicht mit der Kreditsumme das Konto mit einem Schlag aus. Statt der hohen Dispokosten fallen nun die Zinsen für den Konsumentenkredit an, jedoch zu einem spürbar niedrigeren Satz. Die Ratenhöhe kann mit der gewählten Laufzeit entsprechend gestaltet werden.

Alternativ bietet sich gegenüber einem „Dauer-Dispo“ auch ein Rahmenkredit an. Die ING selbst bietet einen solchen „Kredit auf Abruf“ an Privatpersonen an. Auch hier sind die Zinssätze deutlich niedriger als bei einem Dispo. Ein Rahmenkredit bietet u.a. die schnelle Verfügbarkeit und es fallen lediglich Zinsen für den tatsächlich beanspruchten Kreditbetrag an.

  
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