Banken dürfen Hoheit über Dispozins-Gestaltung behalten

Dispozinsen-


„Hunde die bellen, beißen nicht“. Die SPD forderte die Begrenzung der Dispozinsen, um die Verbraucher vor „horrenden“ Dispozinsen zu schützen. Schall und Rauch, verpufft und vergessen. Die Begrenzung ist vom Tisch. Dafür sollen Kreditinstitute ersatzweise „warnen“.

Dispozinsen

Den Banken bleibt weiterhin freie Hand für ihre Dispozins-Ausgestaltung

Statt Dispozins-Begrenzung wird nun „Beratungspflicht“ gefordert

Die Banken werden auch in der nächsten Zukunft das Instrument äußerst hoher Gewinnspannen behalten dürfen. Ein Finanzprodukt, das für einen Preis von 0,25 Prozent eingekauft und an den Kunden für rund 10 Prozent weiter gereicht wird. Die einst von der SPD geforderte Begrenzung der Dispozinsen bleibt graue Theorie aus der Historie, es bleibt wie es ist.

Die Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD haben sich in ihren Verhandlungsgesprächen darauf geeinigt, dass die Zinsgestaltung für die auf dem Girokonto überzogenen Geldbeträge in den Händen der Banken verbleibt. Die Deckelung ist vom Tisch.

Das „Finanzprodukt“ Dispositionszinssatz wurde von den Kreditinstituten bereits nach dem Vernehmen der ersten Kritiken hart verteidigt. Verständlich. Die Gewinnspanne ist angesichts der „Großhandels- und Verbraucherpreise“ beträchtlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Leitzins auf 0,25 Prozent. Die teils „großartig“ anmutenden Ankündigungen mancher Banken, die Dispozinsen gemäß den Vorgaben „großzügig“ nach unten anzupassen, beschränkt sich genau auf den von der EZB zuletzt vorgenommenen Schritt, um 0,25 Prozent. Die Kreditinstitute sind zwar dazu verpflichtet, für ihre Zinsgestaltung z.B. den EU-Leitzins als eine Basis zu verwenden, doch das gilt nicht für die gesamte Ausgestaltung des Dispoangebots.

Der erzieherische Wert aus anderer Sicht

Vor rund einem Jahr erklärte Stephan Götzl, Chef der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken, sehr „eindrucksvoll“, dass Dispozinsen für die Kunden und Verbraucher einen „pädagogischen Wert“ inne hätten. Die Koalitionäre schießen offenbar mit gleicher Münze zurück. Auf eine Begrenzung der Dispozinsen wird zwar verzichtet, aber die Banken sollen dazu verpflichtet werden, ihren Kunden bei der Inanspruchnahme des Disporahmens einen warnenden Hinweis zu geben. Darüber hinaus soll bei „chronischer“ Inanspruchnahme des Dispos eine Beratungspflicht gelten, um günstigere Alternativen anzusprechen.


„Äußerst harte Maßnahmen“. Doch der Bundesverband deutscher Banken (BdB) ist dieser Idee bereits zuvorgekommen und riet den Verbrauchern Anfang November zu einer Umschuldung teurer Kredite, um unnötige Kosten zu sparen. Das gilt auch für einen Dispo, der im Prinzip nichts anderes als einen äußerst „preisintensiven“ Kredit darstellt.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.