Zuerst Freistellungsauftrag, dann erst über mickrige Zinsen klagen

Geldanlagen – Abgeltungssteuer-

Mit jedem Tag des Zinsverfalls für Sparanlagen wird das Stöhnen über minimale oder gar negative Renditen immer lauter. Ein Sechstel aller deutschen Sparer bleiben entweder ruhig oder sie haben schlicht keine Ahnung, warum ausgerechnet für sie vom angelegten Kapital der geringste Ertrag abfällt.

Verschenktes Geld „in falschen Händen“
Kleingeld
Noch kein Pfennig-Fuchser?

Der aktuelle Sparerkompass Deutschland von Bank of Scotland zeigt ein Studienergebniss, das nur noch Staunen hervorruft.

Über 16% der deutschen Sparer verschenken Teile ihres Kapitaleinkommens. Mehr als ein Sechstel der Privatanleger unterlassen schlicht die Freistellung von der Abgeltungssteuer.

Ein simpler Antrag, der bis auf den eigentlichen Kunden-Willen, vollständig von der Bank durchgeführt wird. Wer keinen Freistellungsantrag in Auftrag gab, zahlt bereits ab dem ersten erwirtschafteten Cent eine (überflüssige) Steuer an den Fiskus.

Unwissenheit oder Unbekümmertheit?
Auffällig ist der sehr hohe Anteil von rund einem Drittel aller „Antrags-Versäumer“ in der Altersstufe 18 bis 29 Jahren. Sie zahlen brav Abgeltungssteuer für die Zinserträge, die eigentlich auf dem Sparkonto zu landen hätten.

Immerhin haben es mit 77% aller Sparer klar verstanden, Geldgeschenke an die Finanzagentur tunlichst zu vermeiden. Die Freistellungsaufträge sind entweder bei einer Bank, oder gesplittet bei mehreren Kreditinstituten zur Kontoeröffnung mit eingereicht worden.

Freiwilliger Mehraufwand bei Steuererklärung?
Sparer ohne bestehenden Freistellungsauftrag haben immer noch die Möglichkeit, zu viel entrichete Steuern bei der Einkommenssteuererklärung anzurechnen. Es ist aber kaum anzunehmen, dass sich jemand dieser Zusatzprozedur beim Hin- und Herrechnen freiwillig aussetzt.

In der Regel werden Kunden bei der Kontoeröffnung auf den Freistellungsauftrag hingewiesen. Entweder als Papier-Formular, bei Direktbanken sogar per Online-Antrag. Einmal ausgefüllt gilt der Freistellungsauftrag bis zum Ablauf des Sparkontos, bzw. bis zum Widerruf durch den Kunden selbst.

Erst handeln, dann beschweren

Die Studie bringt nicht hervor, wieviele der 16%-igen „Steuer-Spender“ tatsächlich eine nachträgliche Anrechnung der zuviel gezahlten Steuern unternimmt. Der Anteil dürfte aber verschwindend gering sein.

Nachlässigkeit und Umbekümmertheit scheinen die Hauptgründe zu sein. Bereits der hohe Anteil der sehr jungen Sparer weist starke Tendenzen in die Richtung einer „laxen Haltung“ auf. Kaum einer der „freizügigen“ Anleger könnte behaupten, noch nie etwas von einem Freistellungsauftrag zur Abgeltungssteuer jemals gehört oder gelesen zu haben.

Berechtigte Gegenfrage
Der ausgesprochene Unmut über sinkende Zinsen und dem unverständlich freizügigen Umgang mit den Steuergeldern, ist in den letzten Monaten lauter geworden. Im Einzelnen könnten Unmutsäußerungen durch die einfache Gegenfrage, ob ein Freistellungsauftrag existierte, entweder entschärft oder bekräftigt werden.

Beides, Minimal-Zinserträge und zu hohes „EU-Sponsoring“ durch Steuermittel, werden per „Schenkung“ durch Abgeltungssteuern kräftig unterstützt.

Thema Sparanlagen

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