Zinsen Lockangebote: Sparer fordern mehr Fairness

Lockangebote der Banken-

„Und ewig locken die Zinsen“. Offensichtlich stößt sich eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung an die ungleiche Behandlung von Bestands- und Neukunden zu den Zins- und Renditegestaltungen verschiedener Banken. Lediglich eine Minderheit hat auf sog. „Lockangebote“ zu Geldanlagen gesetzt und von zeitlich limitierten Sonderkonditionen profitiert.

Breite Ablehnung der ungleichen Behandlung von Sparern

Lockangebote
Für alle Sparer gleiche Zinssätze?

Beinahe Dreiviertel der deutschen Privatpersonen halten Zinsangebote mit Sondervorteilen für Neukunden als unfair und wünschten sich mehr Gleichbehandlung aller Kunden. Eine repräsentative Umfrage von Forsa, beauftragt von Bank of Scotland (BoS) im Rahmen des „Sparerkompass Deutschland“, kommt zum Ergebnis, dass Lockangebote mehrheitlich abgelehnt würden.

Steigende Tendenzen zum geäußerten Unmut
Noch im Vorjahr hielten 67% der Befragten die ungleiche Behandlung von Bankkunden für unfair und würden eine Gleichbehandlung von Bestands- und Neukunden bevorzugen. Die Geschäftspraktiken der Banken, Neuankömmlinge mit höheren Zinsen zu belohnen, hielten 2011 24 Prozent für korrekt. Nach der Umfrage 2012 finden nur noch mehr 18% eine Vorzugsbehandlung von Sparer-Neukunden als in Ordnung. Eine Benachteiligung der bestehenden Sparer stieß jedoch bereits 2011 auf eine breite Ablehnung.

Nach der aktuellen Umfrage zum „Sparerkompass 2012“ zeigt sich eine ansteigende Ablehnung der Lockangebote beinahe gleichsinnig mit dem Alter der befragten Bundesbürger. Mehr als jeder Zweite (55%) ist in der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren gegen eine Ungleichbehandlung. Immerhin schon 75% lehnen in der Altersstufe zwischen 30 und 39 Jahren eine „Sonderbehandlung“ von Neukunden ab. Der Spitzenwert mit 81% zeigt sich in der Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren.

Noch nie ein Neukunden-Angebot mit angehobenem Zinssatz auf Zeit haben 81% der Befragten in Anspruch genommen. Zugegriffen haben dagegen nur 17%. Einen Anbieterwechsel zogen 12% durch und mehrfach die Bank gewechselt haben 5% der Sparer.

Bertil Bos, Managing Director der Bank of Scotland Deutschland, rät dazu, bei guten Tagesgeldkonten nicht alleine auf den Zinssatz zu achten, sondern auch die oft unnötigen Nebenbedingungen zu berücksichtigen. Dazu gehörten auch die Zinstreppe oder die Voraussetzung, gleichzeitig ein Girokonto mit Mindest-Geldeingang zu eröffnen.

Verständnis zeigte Bos zum Umfrageergebnis und für den gezeigten Unmut sehr vieler Sparer, „während Neukunden gerne hofiert werden, müssen sich Bestandskunden häufig mit deutlich schlechteren Konditionen zufrieden geben. Diese Benachteiligung sorgt bei immer mehr Menschen für Verärgerung, und das im aktuellen Zinstief natürlich umso mehr“.

„Einer für alle, alle für Einen“

Auch wenn als Beispiel die Kunden der Bank of Scotland in den letzten Monaten schwere Einbußen zu den Zinssätzen für die im deutschen Markt angebotene Tagesgeld- und Festgeldanlagen hinnehmen mussten, gab es noch nie einen gesonderten Zinssatz für Neukunden. Ein besonderes Willkommensgeld in Form eines Eröffnungsbonus ist dagegen beinahe schon zu einem Standard der BoS geworden.

Dennoch scheint die jüngste Umfrage eine gewisse „Neidkultur“ an die Oberfläche zu bringen. Was spricht eigentlich dagegen, Neukunden einen erhöhten Zinssatz anzubieten? Völlig anders sähe die Situation aus, wenn die Bank offen legte, dass von den Renditen der Bestandskunden der Teil abgezwackt werden würde, der den Neuankömmlingen zugesprochen wird. In der Mischkalkulation der Bank taucht dieser Posten mit Sicherheit auf, aber merkliche Auswirkungen dürfte es kaum haben, dann die „Konkurrenz schläft nicht“.

Ein Tagesgeldkonto kann relativ schnell eröffnet und auch wieder aufgelöst werden. Das beständige „Tagesgeld-Hopping“ ist jedoch mit „Zins-Lockangeboten“ meist eingeschränkt möglich, wenn nicht gar unterbunden. Sollte z.B. die Bedingung gestellt werden, dass die Geldanlage für einen bestimmten Zeitraum Bestand haben muss, der zusätzlich über das Zeitfenster der garantierten Hochverzinsung hinaus geht, hat man sich ggfs. einen echten Nachteil eingehandelt.

Wer es als Sparer nicht „verkraften“ kann, dass man als Neukunde mit den Zinsvorteilen einst zum Bestandskunden „degradiert“ wird und zusehends hohe Zinsen für Nachzügler beobachten muss, kann ein Institut wie die Bank of Scotland zur ersten Wahl nehmen. Eine Gleichbehandlung von „A bis Z“ garantiert für das wohlwollende Gefühl, dass die letzte Zinssenkung auch alle Sparer erwischt hatte.



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