Wirtschaftsverbände nehmen Finanztransaktionssteuer unter Beschuss

Kapitalmärkte-


Die von der EU derzeit noch behandelte Idee einer Finanztransaktionssteuer ist von führenden Wirtschaftsverbänden Deutschlands unter Beschuss genommen worden. Die einhellige Forderung lautet: Sofortiger Stopp.

Bargeld

Finanztransaktionssteuer ist bei den Finanzmarktteilnehmern sehr unbeliebt

Transaktionssteuer „schadet Wirtschaft und Arbeitnehmern“

Die von der EU geplante Finanztransaktionssteuer wird von deutschen Wirtschaftsverbänden an den Pranger gestellt. Eine derartige Steuer würde negative Auswirkungen auf „Wachstum, Beschäftigung und Altersvorsorge“ haben. Dazu drohe eine „Fragmentierung des europäischen Finanz-und Investitionsstandorts“, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Der GDV schloss sich dem an die europäischen Finanzminister adressierten Appell sieben weiterer führender Wirtschaftsverbände an. Zu den weiteren Verbänden gehören Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Bundesverband deutscher Banken (BdB), Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und Handelsverband Deutschland (HDE).

Sollte das erklärte Ziel der Europäischen Kommission tatsächlich die Stärkung von Wachstum und Beschäftigung sein, so müsse die Finanztransaktionssteuer fallen gelassen werden, lautet die gemeinsame Stellungnahme der Wirtschaftsverbände.

Eine Finanztransaktionssteuer schwäche die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Europa, schade der Realwirtschaft aufgrund steuerlicher Belastungen von Sicherungsgeschäften und die Refinanzierungskosten der Banken würden „deutlich steigen“. Die Steuer wirke sich auf die Unternehmensfinanzierung negativ aus.

Aufgrund von „ungerechtfertigten Belastungen“ hätten auch die private und betriebliche Altersvorsorge zu leiden. Eine Finanztransaktionssteuer würde die Erträge und damit auch die Rentenansprüche der Arbeitnehmer erheblich verringern.

Wirtschaft und Bürger würden von den Belastungen der Finanztransaktionssteuer im Bereich von mehreren Milliarden Euro pro Jahr massiv getroffen. Die Wirtschaftsverbände fordern die EU angesichts der „notwendigen Stabilisierung des europäischen Wirtschaftsraums“ dazu auf, das Projekt einzustellen.

Finanztransaktionssteuer – Die unbeliebte „Umsatzsteuer“

Wenn der Konsument zum Bäcker geht und ein Brötchen kauft, sind im Preis 19 Prozent Mehrwertsteuer eingerechnet. Für die Teilnehmer des Kapitalmarktes gibt es diese Art von Steuer noch nicht. Der Kauf, bzw. Verkauf eines Wertpapiers wird zu 0 Prozent versteuert. Im Prinzip handelt es sich mit der Finanztransaktionssteuer um eine „Finanzmarkt-Umsatzsteuer“.

Die Wirtschaftsverbände schwingen die Argumentationskeule von Arbeitsplatz-Erhaltung, „massiven“ Einbrüchen bei den Rentenauszahlungen und erhebliche Nachteile für die Bürger. Dabei ist noch nicht einmal sicher, wie hoch die Finanztransaktionssteuer eigentlich ausfallen soll. Nach wie vor gilt die Spannweite zwischen 0,01 und 0,1 Prozent (nicht annähernd 19% !). Die „erheblichen Kostensteigerungen“ sowie „Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit“ muss erst einmal begründet werden.

Eine Kapitalertragssteuer von 25 Prozent ist offensichtlich nicht Privileg genug.





Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen
Beitrag anderen Menschen mitteilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.