Welche Sparanlage in der Finanzkrise?

Sparanlagen & Finanzkrise-


Die Verunsicherung ist für sehr viele Anleger inzwischen zu einem der größten Probleme geworden.
Das Abwarten, wie der Markt sich weiter entwickeln wird, oder gar „auf bessere Zeiten“, führt oft nicht zum gewünschten Ziel – Geldanlage mit Renditen & Sicherheiten.

Anlegerverunsicherungen in schwierigen Krisenzeiten

Wer bereits Geld zum Anlegen zur Verfügung hat, oder auf die Auszahlung der fällig gewordenen Sparanlage wartet, steht vielleicht vor der Frage, ob die Neuanlage oder die Umsetzung des Kapitals in Sachwerte als geeigneter erscheint.

Zinsverfall
Fallende Zinsen in Finanzkrise

Durch Umfragen und Statistikerhebungen wurde bereits festgestellt, dass Sparer ihr Kapital vermehrt in Anschaffungen, also Sachgegenstände umsetzen. Werterhalt gegenüber einer drohenden Inflation, bzw. von Geldwertverlusten.

Kapitalkräftige Sparer zieht es verstärkt in den Immobiliensektor. Wertsicherung durch Immobilien bei gleichzeitig niedrigen Bauzinsen bieten durchaus ihre Chancen und auch gewisse Sicherheiten in Krisenzeiten. Zahlreiche Anleger erwägen bereits eine Immobilie als Altersvorsorge.

Nun sind allerdings bei Weitem nicht alle Privatanleger in der Lage, durch das Sparguthaben in den Zweig von Haus-, Hof- und Grundstückskäufen einzusteigen. Dem „Kleinsparer“ sind seine 1.000, 5.000 oder 10.000,- Euro mindestens ebenso zu schade, als diese einem drohenden Wertverfall Preis zu geben.

Bargeld in Sachwerte umtauschen
Das Umsetzen in Gegenständen für den Erhalt von Werten macht nur dann einen Sinn, wenn diese ggfs. zu einem späteren Zeitpunkt wieder veräußert werden können, oder z.B. ein Defizit im eigenen Haushalt beseitigen können.

Die zweite Waschmaschine, der dritte Kühlschrank oder das fünfte Fernsehgerät wären eher fragwürdige Anschaffungen. Ein Flügel braucht viel Raum und die Garage bietet Platz für nur ein Auto.

Woher das Geld auch immer kommen mag, ob vom alten Sparbuch, ein Erbe oder eine Zuneigung vom reichen Onkel, im Sparstrumpf unterm Kopfkissen macht das Geld am wenigsten Sinn.

Welche Anlage in der Finanzkrise? – Tagesgeld erlebt ein Come-back

Eines vorweg. Die Standard Zinsen aus dem Zeitraum vor Herbst 2007 werden heute nicht einmal mehr durch eine „Super-Top-Zinsaktion“ erreicht. Renditen in dieser Höhe sind nur noch mehr mit Risikoaufschlägen erreichbar. Wer darauf eingehen will, kann seine spekulativen Fähigkeiten und Instinkte im Wertpapierhandel unter Beweis stellen.

Die Profis unter den Wertpapierhandel haben sich längst auf die neuen Marktbedingungen eingestellt und die neu entstandenen Felder mit reger Aktivität besetzt. Dazu gehören nicht die klassischen Fonds und Aktien, sondern u.a. Zertifikate, Leerverkäufe und CFDs. Hochprofitabel aber ebenso hochriskant.

Wer den Verlockungen der Börsen nicht erlegen ist, oder gar aus (ethischer) Überzeugung den Wettgeschäften fern bleiben will, kommt fast automatisch wieder auf klassische Anlageformen zurück. Als Kleinanleger ist Immobilienerwerb kein Thema und eine „Vervielfachung“ der Haushaltsgeräte kommt auch nicht in Frage.

Sinkende Zinsen in der Finanzkrise

Seit Jahresbeginn 2012 sinken die Zinsen für Anlagekonten kontinuierlich. Auffällig zu den Zinssenkungen ist jedoch der Unterschied zwischen den Fest- und Tagesgeldanlagen. Die Banken veränderten die Zinssätze für Festgeldanlagen häufiger und umfangreicher als die Tagesgeldzinsen.

Wer bereits Kunde einer Direktbank ist, dort ein Girokonto samt vernünftig verzinste Tagesgeldanlage besitzt (z.B. DKB Cash), könnte sich schon beinahe zufrieden geben. Die DKB bietet derzeit 2,05% p.a. (Stand 27.06.12) Zinsen für die Einlagen am VISA-Card Konto an und die gesamte Kontoführung ist kostenfrei.

Deutsche Banken erhalten verstärkten Zulauf
Obwohl die Banken aus dem EU-Ausland auf den Top-Positionen kräftig mitmischen, ziehen viele Sparer inzwischen eine deutsche Bank vor. Selbst wenn es ein paar Zinspunkte in der Nachkommastelle kostet, wird das Ersparte bevorzugt auf dem Tagesgeldkonto eines deutschen Kreditinstituts gelegt.

„Momentaufnahme“ der Tagesgeldzinsen

Folgend einige Direkt-Banken mit der Übersicht auf aktuell angebotene Tagesgeldzinssätze
am 27.06.12.

Bank Tagesgeldzins p.a. Sitz der Bank
Moneyou 2,45% Niederlande
Bank of Scotland 2,40% Schottland
Cortal Consors 2,40% Frankreich (BNP Paribas)
VW-Bank 2,30% Deutschland
ING 2,25% Deutschland
VTB Direktbank 2,20% Österreich

(Hier die aktuellen Zinsen der Tagesgeldbanken)

Tagesgeldkonto könnte wieder zur 1. Wahl werden

Tagesgeldanlagen bieten Flexibilität und Sicherheiten zugleich.
Die Flexibilität ist der eigentliche Trumpf eines Tagesgeldkontos. Besonders in unsicheren Zeiten haben Sparer stets die Möglichkeit, auf ihr Guthaben zurückgreifen zu können.

Die Gründe können vielseitig sein. Die Bank setzt die Zinsen auf unattraktive Werte, eine überraschende Anschaffung oder es taucht im Markt ein besonders rentables Angebot auf. Anleger können zu jeder Zeit das Geld vom Konto holen, ohne dafür Zinsen einbüßen zu müssen.

Sicherheiten der Tagesgeldanlage
Europaweit (EU) sind die Einlagen zu min. 100.000,- Euro gesetzlich abgesichert. Das gilt pro Sparer. Die meisten Banken in Deutschland gehören zusätzlich der Entschädigungseinrichtung deutschen Banken (EdB) an. Ein „Gemeinschafts-Topf“ aller Mitgliedsbanken, aus dem ggfs. in Not geratene Banken finanzielle Stützung finden. In der Regel sind die Anlagengelder pro Kunde mit einem 2-stelligen Millionenbetrag abgesichert (theoretisch).

Für absolut 100%-ige Sicherheit sowie den Ausschluss aller erdenklichen Möglichkeiten eines Geldverlustes, kann keine seriöse Stelle garantieren. Es zeichnet sich lediglich ab, dass die anwachsende Verunsicherung durch die Finanzmarktverwerfungen, die Sparer verstärkt auf Sicherheit und Vertrauen orientiert sind.

Beitrag anderen Menschen mitteilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.