Weidmann hält EZB-Geldpolitik für ausreichend

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Mit den letzten gestarteten geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) sollte es nun gut sein. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält eine weitere Lockerung in der Geldpolitik für unnötig.

Für die Sparer noch längst keine Entwarnung

Geld sparen
Die Zinsen purzeln fleißig weiter

Nun gelte es die „Wachstumskräfte im Euro-Raum zu stärken“, um die Perspektiven auf einen größeren Abstand von der Nullzinsgrenze zu verbessern. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält die derzeitigen EZB-Maßnahmen für „angemessen“, aber eine fortgesetzte Ausweitung sei nicht notwendig.

Die wirtschaftliche Lage in einigen Euro-Ländern erhole sich nur zögerlich und die Arbeitslosigkeit sei noch immer sehr hoch. Dies könne an der vergleichsweise niedrigen Kerninflationsrate im Euro-Raum abgelesen werden, so Weidmann am Montag beim 3. Bargeldsymposium in Frankfurt.

Analysten des Eurosystems gehen derzeit von einer Wachstumsrate von 1,6 Prozent in diesem Jahr und je 1,7 Prozent in den kommenden zwei Jahren aus. Dies ermöglichte lediglich einen allmählichen Anstieg der Inflation. Die Prognosen beschreiben eine Inflationsrate von 1,3 Prozent im Jahr 2017 und 1,6 Prozent im Jahr 2018.

Die expansive Geldpolitik des Eurosystems sei angemessen, so der Bundesbankpräsident, auch wenn man über deren konkreten Ausgestaltung durchaus unterschiedlicher Meinung sein könne. Einzelne Maßnahmen seien „selbstverständlich nicht alternativlos“. Das derzeitige Umfeld erfordere jedoch keine weitere Lockerung der Geldpolitik. „Unsere Definition von Preisstabilität verlangt, dass die angestrebte Inflationsrate mittelfristig erreicht wird“, so Weidmann. Dieser Zeitraum erlaube das Abwarten auf die Wirkung der geldpolitischen Maßnahmen auf die Preisentwicklung.

Die finale EZB-Maßnahme soll es nun bringen?

Auf die „positive Wirkung“ der EZB-Maßnahmen wartet der Euro-Raum schon seit Jahren. Bisher komplette Fehlanzeige. Das zuletzt am 08. Juni 2016 gestartete Ankaufprogramm für Unternehmensanleihen soll die Inflationsrate nun endgültig antreiben, indem die Wirtschaft angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen werden?

Griechenland ist ein Musterbeispiel dafür, dass Fiskalpolitik (= Erwürgen der Wirtschaft) nicht durch Kapitalschwemmen ausgeglichen werden können. Ein verzweifelter Versuch, Arbeitskräfte durch virtuelle Werte zu ersetzen. Oder doch nur der einfache Massen-Transfer von Kapital direkt zu den privaten Kreditinstituten?

Während sich die Teilnehmer an den Finanzmärkten die Hand vor die Stirn schlagen, da die EZB nun als eine gewöhnliche „Investmentbank“ den Anleihemarkt kräftig durcheinander wirbelt, müssen die „einfachen Sparer und Anleger“ noch mehr um ihre Zinsen und Renditen bangen. Zahlreiche Banken haben kurz vor und nach der letzten EZB-Ratssitzung wieder an der Zinsschraube der Tagesgeld– und Festgeldkonten gedreht, natürlich nach unten.

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