Vorübergehende Drosselung der EZB-Anleihekäufe

Eurokrise-


Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint das Anleihekaufprogramm vorübergehend etwas gedrosselt zu haben. Dennoch wird das Kaufvolumen bis Ende 2017 voraussichtlich knapp 2,3 Billionen Euro betragen.

Risiken lasten ausschließlich auf den Steuerzahlern

EZB Frankfurt
EZB erzeugt Kapitalschwemme aus dem Nichts

Die EZB fährt den anteiligen Kauf deutscher Staatsanleihen zurück. In der Woche zum 24. Februar reduzierten die Notenbank und die nationalen Euro-Notenbanken die Aufnahme neuer Schuldtitel von 17,19 Milliarden Euro in der Vorwoche auf 16,29 Milliarden Euro. Seit dem Beginn der Käufe im März 2015 übernahm die EZB von Staaten und international tätigen Institutionen Anleihen im Volumen von rund 1,39 Billionen Euro.

Ziel der Aktion sei die Motivation der Banken, an die reale Wirtschaft mehr Kredite zu vergeben. Mit der erhöhten Kreditaufnahme durch Unternehmen und Haushalte erhofft sich die EZB die gewünschte Konjunkturbelebung und eine Anhebung der Inflation.

Das Anleihekaufprogramm ist von der EZB bereits mehrfach verlängert worden. Derzeit gilt Ende 2017 als der Termin für die letzte Ankaufserie. Bis dahin wird die Notenbank voraussichtlich 2,28 Billionen Euro in die Finanzmärkte gepumpt haben. Der bisherige „Erfolg“ der massiven Kapitalschwemme ist allerdings an den gestiegenen Preisen an den Finanzmärkten besser abzulesen als an den Wirtschaftsdaten der Euroländer. Der Einstieg der EZB als gewöhnlicher Investor mit unerschöpflicher Geldquelle sorgte für kräftige Verzerrungen an den Finanzmärkten. Andere Marktteilnehmer werden verdrängt und mit dem kompletten Aufkauf der als sicher geltenden Anleihen ist die EZB für die Soll-Erfüllung automatisch dazu gezwungen, auch riskante Papiere ins Portfolio aufzunehmen. Damit funktioniert mit Sicherheit die Umwälzung der durch die Schaffung virtueller Gelder enorm gesteigerten Risiken auf die realen Werte der produktiven Steuerzahler.


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