Viel Kritik für EZB-Entscheidung – Offenbar in auswegloser Lage

EZB Geldpolitik-


Mario Draghis Botschaft zu den Anpassungen in der EZB-Geldpolitik im September 2014 trifft auf wenig Gegenfreude. Die Kritik ist groß und beschreibt eine Notenbank am Rande der Ausweglosigkeit. Es bleibt eigentlich nur der eine Weg offen, alle Risiken dem Steuerzahler aufzubürden.

Sparen in Eurozone

Sparer haben wie üblich das Nachsehen. Nun werden die Risikolasten folgen

Zins-Instrument am Ende – Anleihekäufe dürften folgen

Die Begeisterung über die von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossenen Schritte im Kampf gegen die Krise in der Eurozone ist äußerst zurückhaltend. „Wirkungslos, Akt der Verzweiflung, Ratlosigkeit“. Die Beurteilung des neuen Leitzinses von 0,05% mag noch eher Mitleid ausdrücken, aber die Bereitstellung von bis zu 500 Mrd. Euro für die Kreditvergabe durch die Übernahme von Pfandbriefen ist ein Alarmsignal. Banken sollen mit neuem Kapital zugeschüttet werden, indem die EZB deren Pfandbriefe abkauft. Offenbar eine Vorstufe zu den als Option offen gehaltenen Anleihekäufe.

Der Notenbank bleibt beim nächsten Schritt nicht mehr viel übrig, als eine neue Qualität der geldpolitischen Maßnahmen einzuführen. Das Potenzial der Leitzinssenkungen ist beinahe erschöpft und die Wirkung der erneuten Absenkung am Donnerstag tendiert voraussichtlich ebenfalls gen Null. Die EZB hat sich selbst in die Liquiditätsfalle manövriert, so der Münchner ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Das „Pulver ist längst verschossen“. Die Notenbank sei kaum mehr handlungsfähig und der Ankauf der Anleihen folgte beinahe als logische Konsequenz. Die EZB übernimmt dabei die Risiken und schultert diese auf die europäischen Steuerzahler.

Überrascht von der erneuten Leitzinssenkung gibt sich der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Absenkung des Leitzinses auf das neue Rekordtief sei völlig unerwartet gewesen. „Dass Zinssenkungen nahe dem Nullpunkt keine positiven Wirtschaftsimpulse bringen, haben bereits die letzten Zinsschritte der EZB gezeigt. Weder kann eine weitere Leitzinssenkung die Kreditvergabe ankurbeln, noch ist sie angesichts der niedrigen Preissteigerungsraten angebracht“, so GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland.

Der von der EZB geplante Abkauf von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen habe auch negative Auswirkungen auf die Branche der Altersvorsorge. „In dem Moment, wo die EZB Pfandbriefe aufkauft, tritt sie in direkten Wettbewerb mit institutionellen Investoren wie Versicherern. Damit würden die Renditen zusätzlich unter Druck gesetzt, das hätte negative Folgen für die Altersvorsorgesparer“, so Erdland.

Die Sparer haben das Nachsehen. Mario Draghi erklärte bereits, dass die Aufgabe der Notenbank ausschließlich in der Stabilisierung des Euros bestehe und nicht in der Zusicherung hoher Sparzinsen. Herkömmliche Sparanlagen verlieren aufgrund der Zinssituation ihren eigentlichen Sinn, außer der Anleger betrachtet sein Sparbuch als einen „gemäßigten Reißwolf“. Wer dennoch auf positive Renditen setzt, muss heute mehr Risikobereitschaft mitbringen und auf alternative Geldanlagen setzen.



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