Streit um Kirchensteuer auf Kapitalerträge: Glaubenshäuser vs. Geldhäuser

Kirchen vs. Banken-


Die Kirchen Deutschlands prangern die Banken und Sparkassen an. Die Geldhäuser bedienten sich „unlauteren Methoden“, um die Schäfchen in die Irre zu führen, also weg von den evangelischen und katholischen Glaubenshäusern. Es bahnt sich eine Austrittswelle aus den Glaubensgemeinschaften aufgrund der Kirchensteuer auf Kapitalerträge an.

Kirchen

Die Kirchen prangern Banken an, jedoch nicht zum Schutz der Schäfchen, sondern zum Selbstzweck

Glaubenshäuser stellen Geldhäuser an den Pranger

Die Kirchen sind auf die Banken derzeit gar nicht gut zu sprechen. Es knistert offenbar gewaltig zwischen den Vertretern der weltlichen und geistigen Institutionen. Wer aber glaubt die evangelischen und katholischen Kirchenoberhäupter Deutschlands rügen mit erhobenen Zeigefinger die dauerhaft schädlichen Verfehlungen der Kreditinstitute gegenüber der Gesellschaft, befindet sich im Irrtum.

Es dreht sich ums Geld, jedoch nicht um die zweifelhaft erwirtschafteten Gewinne der Banken und die folgenreichen Verluste der Bürger. Die Kirchen bangen um ihre tief Gläubigen und werfen den Geldhäusern vor, die Schäfchen zu schwärzen und eine Flucht nach vorne zu empfehlen. Mit den Kirchenaustritten schrumpfen die Einnahmen durch die Kirchensteuer.

Im Mittelpunkt steht das neue Gesetz zur Eintreibung von Kirchensteuern auf Kapitalerträge durch die Banken und Sparkassen ab dem 01. Januar 2015. Die Kredithäuser informieren ihre Kunden über die neue Regelung und deren Umsetzung. Die Kirchen werfen den Banken vor, die Empfehlung auszusprechen, dass es wohl am besten sei, die Kirche zu verlassen, um der Steuer aus dem Weg zu gehen. „Die Qualität der Hinweise der Banken war sehr unterschiedlich“, so Bernd Baucks, Finanzchef der rheinischen Landeskirche zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) (Dienstag)

Geldhäuser kontern: „Das Verfahren wollten die Glaubenshäuser selbst“

Die Vertreter der Banken lassen diesen Vorwurf jedoch nicht auf sich sitzen. Der Verbände der Deutschen Kreditwirtschaft kontert scharf. „Den Vorwurf, wir würden unseren Kunden einen Kirchenaustritt empfehlen, weisen wir nachdrücklich zurück“, so der Sprecher des Verbandes zur F.A.Z.. Die Banken und Sparkassen seien nur darum bemüht, die neuen Vorgaben des Gesetzgebers technisch umzusetzen.

Das Einbehalten der Kirchensteuer durch die Geldhäuser sei „maßgeblich auf Initiative der Kirchen eingeführt“ worden. Die Banken handelten lediglich als Schleuser der einbehaltenen Kirchensteuer auf Kapitalerträge zugunsten der Kirche. Es bestehe überhaupt keine Veranlassung, dem Kunden irgendetwas zu empfehlen.

Ein Anstieg der Kirchenaustritte ist deutlich messbar

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wies bereits am vorletzten Wochenende darauf hin, dass sich für das Jahr 2014 eine Austrittswelle auf Rekordniveau abzeichne. So beklagte sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern über einen Anstieg der Kirchenaustritte im ersten Halbjahr um ganze 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders ins Auge fallen demnach die besonders häufig abkehrenden Schäfchen im Alter von 65 Jahren. Für diese Altersgruppe ist die Kirchensteuer auf Kapitalerträge ein Novum, da keine Lohnsteuer mehr bezahlt werde.

Die Einnahmen der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland beliefen sich im Jahr 2013 auf rund 10,3 Milliarden Euro aus Kirchensteuern.

Interessant wäre auch die statistische Auswertung zu den Einkommens- bzw. Vermögensverhältnissen der flüchtigen Schäfchen, bzw. ob die steueraktiven Gläubigen der „obersten 10 Prozent“ des Privatvermögens überhaupt noch nennenswerte Anteile erreichen.



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