Stehen Commerzbank Filialgeschäfte vor Schließungen?

Commerzbank Filialgeschäft-

Das Privatkundengeschäft der Commerzbank scheint nicht so zu laufen, wie es sich der Vorstand nach der Übernahme der Dresdner Bank erhofft hatte. Ein neues Sparprogramm soll den Kurs in die Gegenrichtung bringen. Zu den geplanten Maßnahmen könnte auch die Schließung zahlreicher Filialen zählen.

Starke Rückgänge im Fililalkundenbereich

Commerzbank
Commerzbank - Stagnierender
Privatkundenbereich

Die zweitgrößte Bank in Deutschland verdiente im ersten Halbjahr 2012 operativ lediglich 126 Millionen Euro im Filialgeschäft. Das Ergebnis liegt um rund einen Drittel unter dem vom gleichen Zeitraum im Vorjahr. Quartal 2 schließt mit einem Verdients von gerade mal 14 Millionen Euro ab. Lt. dem Handelsblatt (Donnerstag) deutete die Commerzbank als Reaktion ein neues Sparprogramm an.

Ins Visier soll besonders der Geschäftsbereich mit elf Millionen Privatkunden genommen werden. Im zweiten Quartal ist im Privatkundenzweig kaum noch Geld verdient worden. Über Filialschließungen und den Abbau von Stellen wird bereits seit geraumer Zeit spekuliert.

Für die Entwicklung werden als Hauptursachen die niedrigen Zinsen und die gesunkenen Gewinne im Einlagengeschäft, sowie die geringeren Aktivitäten der Kunden im Wertpapiergeschäft genannt.

Die vorherrschenden Unruhen an den Kapitalmärkten veranlassten die Privataktionäre zur Zurückhaltung. Die Provisionsüberschüsse wurden gekappt. Kostenreduzierungen konnten die eingebrochenen Gewinne nicht kompensieren. Eine schwache Ertragskraft im Privatkundensektor wurde von Analysten schon seit langem bemängelt.

Stephan Engels, Finanzvorstand der Commerzbank, erklärte, „wir werden die strategische Weiterentwicklung des Segments vorantreiben“. Konkrete Aussagen wurden nicht getroffen, aber die Andeutungen wiesen auf erneute Einschnitte im Privatkundenbereich hin. Diskussionen über einen Abbau von 2.000 Stellen stünden bereits im Raum.

Die Commerzbank rechnet für das noch laufende zweite Halbjahr 2012 mit sinkenden Gewinnen. Im ersten Halbjahr erreichte die zweitgrößte Bank Deutschlands einen Gewinn von 697 Mio. Euro.

Gegensätzliche Entwicklungen bei Privaten Aktionären?

Interessant ist die Begründung der Commerzbank, die Zurückhaltung der privaten Wertpapierhändler trügen zu einem großen Anteil den Gewinnrückgängen im Privatkundenbereich bei. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) berichtete hingegen von einer „Rückkehr der Privataktionäre auf die Plattformen“ im großen Stil. Die Privatanleger bevorzugten die Aktie als Sachwerte und würden aus diesem Grund wieder vermehrt in Wertpapieren anlegen. Seit dem letzten Tiefststand Ende 2010 hätte die Anzahl der Privathändler wieder beinahe den Stand erreicht, wie noch vor dem Beginn der Finankrise 2007.

Auch die comdirect schließt aus ihrem jüngsten Brokerage Index auf „verunsicherte Privatanleger aufgrund der hohen Volatitlität der Märkte“.

Es scheint, als würden sich alle „höchst aktiven Privataktionäre“ überall tummeln, jedoch nicht bei der Commerzbank und der comdirect.



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