Donnerstag, den 19. Juli 2018

Sparer mussten 436 Mrd. € entgangene Zinseinnahmen hinnehmen

Eurokrise


Die deutschen Sparer verzichteten bisher unfreiwillig auf rund 436 Milliarden Euro Zinseinnahmen in den Jahren 2010 bis 2017. Pro Bundesbewohner sind das im Schnitt entgangene 5.317 Euro.

„Deutschland profitiert“ von Niedrigzinsen – Nicht aber der Sparer

Vermögensumverteilung

Umverteilung setzt auch an der Vorenthaltung an

Seit dem Jahr 2010 „durften“ die deutschen Sparer aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf rund 436 Milliarden Euro Zinsen verzichten. Pro Bundesbewohner beträgt die entgangene Zinseinnahme 5.317 Euro, so die aktuelle Berechnung der DZ-Bank, die der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorliegt. Die Berechnungen stützen sich demnach auf den Vergleichszeitraum der Jahre 1998 bis Ende 2008 sowie den entgangenen Zinseinnahmen in Höhe von 344 Milliarden Euro in den Jahren 2010 bis 2016.

Ende 2017 werden nach Berechnungen der DZ-Bank weitere 92 Milliarden Euro unfreiwilliger Zinsverzicht hinzukommen.

Den entgangenen Zinseinnahmen stehen eingesparte Zinsausgaben für günstigere Kredite gegenüber. Die Bundesbewohner profitierten von den Niedrigzinsen mit eingesparten Kreditzinsen im Rahmen von 188 Milliarden Euro in den Jahren 2010 bis 2017.

Gegeneinander gerechnet bliebe dennoch eine Differenz von 248 Milliarden Euro zum Nachteil der Sparer, bzw. 3.024 Euro pro Bundesbewohner. Stefan Bielmeier, Chefökonom der DZ-Bank erklärte der F.A.S.: „Deutschlands Sparer zahlen einen üppigen Teil der Rechnung für die lockere Geldpolitik der EZB.“




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