Sparbuch oder Aktien? Deutsche Sparer halten an der Tradition fest

Aktien als Sparanlage-


Nach 25 Jahren DAX und einer durchschnittlichen Wertsteigerung von rund acht Prozent im Jahr sieht die Bilanz zu den begeisterten deutschen Privatanlegern eher ernüchternd aus. Deutsche Sparer bevorzugen sichtlich das Schwinden des eigenen Vermögens in aller Ruhe zu beobachten.

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Der Klassiker unter den deutschen Sparanlagen scheint eine unverrückbare Stellung inne zu haben. Das Sparbuch ist des Deutschen „liebste Sparanlage“. Offenbar kann die derzeit reale Vermögensvernichtung durch Niedrigst-Zinsen nicht sehr viel gegen die „sture Haltung“ der Bundesbürger ausrichten.

Der Deutsche ist ein „Klassik-Sparer“. Wiederholte Umfragen der jüngeren Vergangenheit bestätigten das konservative und beinahe schon „typische“ Sparerverhalten der Bundesbürger. Erst im vergangenen Februar bestätigte eine Umfrage, dass 84% der Sparer die Sicherheit bevorzugen und sich erst dann um mögliche Renditen Gedanken machen.

Der Drang zu alternativen Sparanlagen ist bei den Deutschen im europäischen Vergleich derart zurückhaltend, dass die comdirect Bank den deutschen Privatanleger anlässlich zum 25. Jahrestag des DAX als „Börsenmuffel“ beschrieb. Andere Europäer greifen demnach öfter zu Aktien und Wertpapieren als der offenbar auf Sicherheit bedachte Bundesbürger.

comdirect untersuchte im Rahmen des „Wertpapierradar Europa“ die Anlagestrategien der Einwohner von acht EU-Ländern (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen, Niederlande, Schweden, Italien und Spanien). Lediglich 18 Prozent der Deutschen haben demnach noch im Jahr 2013 den Kauf von Aktien eingeplant. In Spanien sehen sich jedoch rund 26 Prozent der Anleger dazu bereit und in Polen sogar 29 Prozent.

Für comdirect sind die Zahlen sogar etwas überraschend, denn seit Juli 1988, dem Starttermin des DAX, legte der Index im Durchschnitt um rund acht Prozent jährlich zu. Inzwischen konnte der DAX seinen Wert um 587 Prozent steigern. Während bei den Schweden der Mut zu Aktien besonders ausgeprägt ist, schlummern beim deutschen Anleger noch Vorbehalte, erklärte Dr. Thorsten Reitmeyer, Vorstandsvorsitzender der comdirect. So sehen die Menschen in zahlreichen EU-Ländern vielmehr die Chancen einer Wertpapieranlage. Langfristig ist die Aktie trotz aller Volatilität eine attraktive Anlageform, so Reitmeyer.

„In Deutschland derzeit großflächige Vermögensvernichtung“

Wer in der heutigen Zeit sein Geld ausschließlich auf Sparkonten legt, um sich damit Vermögen und Altersvorsorge aufzubauen, tappt in die „Niedrigzins-Falle“, warnte der Vorstandsvorsitzende. Derzeit erlebe Deutschland eine großflächige Vermögensvernichtung. Auf langfristige Sicht bieten Aktien mindestens die Chance, eine Geldentwertung (Inflation) auszugleichen oder sogar zu übertreffen. Dennoch können sich in Deutschland nur 16 Prozent der Befragten, die weder Aktien besitzen, noch irgendwelche Pläne für deren Kauf hegten, vorstellen, jemals in Wertpapiere zu investieren.

Die nächsten 25 Jahre DAX könnten auch für die Privatanleger eine Erfolgsgeschichte werden, so Reitmeyer. Jedoch müsste jetzt die Aufklärung über Chancen und Risiken von Aktien in den Vordergrund gestellt werden.

25 Prozent der Deutschen sehen Aktien, bzw. Wertpapiere als eine sichere Anlage. Gegenüber stehen jedoch 77 Prozent, die ein Sparbuch als die sichere Anlage einschätzen. Britten stehen im Bezug zum Sparbuch (76 Prozent) kaum nach, sehen jedoch mit einem Anteil von 35 Prozent auch in Wertpapieren eine durchaus attraktive Geldanlage. Ein etwas ausbalanciertes Verhältnis zeigen die Polen. 30 Prozent schätzen den Aktienhandel als sicher ein und 51 Prozent würden klassische Sparanlagen favorisieren.



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