Rückholung Bundesbank Gold – Seit Beginn 2016 wurde es sehr ruhig

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Es ist ruhig geworden um die Goldbestände der Bundesbank. Die ohnehin schleppende Rückholaktion scheint nun in den Stillstand versetzt worden zu sein. Aus New York fließt seit Jahresbeginn nichts mehr ab, aus London ohnehin keine einzige Unze.

Hartgold

Weder Bundesbank noch Bundesregierung können Zweifel an Goldbestände ausräumen

Bundesbank plant keine vollständige Gold-Rückholung

Die Deutsche Bundesbank hält nach eigenen Angaben 3.381 Tonnen Gold (3.384 Tonnen Ende 2014). Die Goldbestände der Deutschen Bundesbank sind nach den USA die zweitgrößten der Welt. Davon lagerten mit Stand Ende 2015 rund 1.386 Tonnen (41%) in Frankfurt, 439 Tonnen (13%) in London, 202 Tonnen (6%) in Paris und 1.354 Tonnen (40%) in New York.

Der nach wie vor im Ausland gelagerte Goldbestand ist ein bis heute gepflegtes Relikt des kalten Krieges. Die einstigen Spannungen über den Eisernen Vorhang hinweg ist zumindest die offiziell verlautbarte Begründung, warum soviel Bundesbank-Gold aus „Sicherheitsgründen“ nicht in den Kellern der heimischen Bank gelagert sind. In Notfällen wolle man mit den im „sichern Ausland“ gelagerten Gold schnell auf Devisen zurückgreifen können.

Der (alte) kalte Krieg ist bekanntlich längst vorbei und damit verflogen auch die Gründe für Festhalten an der Goldauslagerung in New York, London und Paris. Die Kritiken gegen die von der Bundesbank angewandten Praxis der Goldaufbewahrung und die Rufe nach der Rückholung der Goldbestände wurden lauter.

Kritische Stimmen kamen auch aus dem Bundesrechnungshof, der monierte, dass eine Überprüfung der Goldbestände insbesondere in den Kellern der New Yorker Federal Reserve (Fed) nie stattfand. Man handelte nur im „guten Glauben“.

Der Druck der Öffentlichkeit führte die Bundesbank immerhin soweit, dass sie eine Rückholaktion der Goldbestände mit „Pauken und Trompeten“ ankündigte. Man wolle das Gold zurückholen, jedoch mit „Bedacht und in kleinen Schritten“. Im Jahr 2013 fiel der Startschuss für die erste Tranche des Goldrücktransports aus Paris und New York. Von London ist erst gar nicht die Rede. Da soll nichts angefasst werden. Eine vollständige Rückholung des gesamten Goldbestandes aus dem Ausland ist auch gar nicht beabsichtigt. Dennoch bemühte sich die Bundesbank um Transparenz.

In den Jahren 2013 und 2014 bewegte die Bundesbank gen Frankfurt „ganze“ 157 Tonnen Gold. Die Transporte stellten sicherheitstechnisch und logistisch große Hürden bereit, so die Erklärung. Ein Blick auf die kleine Schweiz, die über ihren lebhaften Goldhandel pro Jahr mehr als 10.000 Tonnen schweres gelbes Edelmetall physisch bewegt, könnte dabei sehr hilfreich sein.

Die ersten 24,5 T Gold der Bundesbank lagerten in London

Im Jahr 1951 verfügte die Bundesbank nach eigenen Angaben über knapp 24,5 Tonnen Gold, die zu 100% in London gelagert waren. Nur ein Jahr später lag der Goldbestand bei 124 Tonnen. Knapp 9 Tonnen lagerten in der New Yorker Fed und 115 Tonnen in London. In den folgenden Jahren kletterte der Goldbestand der Bundesbank rasant nach oben.

1960 zählte die Bundesbank rund 2.640 Tonnen gelbes Edelmetall, davon 1.095 Tonnen in New York, 1.424 Tonnen in London, 33 Tonnen in Ottawa (Kanada), 65 Tonnen in Paris und 19 Tonnen im heimischen Frankfurt. Ein vorläufiger Höhepunkt wurde Ende 1968 mit einem Goldbestand von fast 3.981 Tonnen erreicht.

Nur ein Jahr später lag der Goldbestand um rund 406 Tonnen niedriger, davon -390 Tonnen alleine in New York. Ab dem Jahr 1979 „versuchte“ sich die damalige Hüterin der D-Mark in Swaps mit einem äquivalenten Gold-Gewicht von 738 Tonnen. Die Swaps wurden 1997 das letzte Mal gelistet.

Bemerkenswert ist die Stagnation des Goldbestandes seit 1971 (Stand knapp 3.591 Tonnen). Das Jahr, in dem US-Präsident Nixon die Goldbindung des US-Dollars einseitig und „einfach so“ aufhob. Seit dieser Zeit ist der US-Dollar mit nichts mehr hinterlegt. Frankreich reagierte sehr schnell und sah zu, die eigenen Bestände schnellstmöglich in sichere Gefilde zu bringen. Der Abtransport aus den USA ging sehr flott voran.

Deutsche Exportüberschüsse verpuffen seit Aufhebung der Gold-Anbindung

Die deutsche Wirtschaft ist ein „notorischer Exporteur“ mit chronischen Bilanzüberschüssen. Ausgeführte Waren und Dienstleistungen wurden buchstäblich in Gold aufgewogen. Deshalb auch der rasante Anstieg der Goldbestände in der steil aufstrebenden Zeit nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Zumindest wurde es in den Papieren der New Yorker und Londoner Notenbanken so festgehalten. Mit dem Aufheben der Goldbindung des US-Dollars fielen auch die Zuwächse der Goldbestände der Deutschen Bundesbank weg. Seit 1971 summieren sich alle eingefahrenen Exportüberschüsse der deutschen Wirtschaft auf umgerechnet rund 18 Billionen Euro. Diese Zahlen tauchen allerdings weder in den Goldbeständen der Bundesbank, noch sonst irgendwo auf.

So ganz nebenbei scheint auch die Gold-Rückholaktion der Deutschen Bundesbank ins Stocken geraten zu sein. Zumindest was die Goldeinlagerungen in New York betrifft. Die Fed bilanziert seit Dezember 2015 keinerlei Änderungen bei ihren als „Auslands-Gold“ geführten Beständen.


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