Rekordtiefen bei Renditen Bundesanleihen – Temporär sicherer Hafen

Anleihemärkte-


Die Zinsen für Bundesanleihen markierten am Mittwoch neue Rekordtiefen. Die 10-jährigen Staatspapiere rentierten mit nur noch 1,119 Prozent. Kürze Laufzeiten weisen gerade noch eine schwach schwarze Null auf. Anleger flüchten in den deutschen Anleihemarkt wie bereits vor zwei Jahren, Doch in dieser Runde kann Mario Draghi nicht sehr viel beisteuern.

Konjunktur

Bundesanleihen als Tummelplatz für Flüchtlinge. Doch der Hafen ist nur bedingt sicher

Geopolitische Zerreißproben treiben Anleger in Bundesanleihen

Die Bundesanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit markierten gestern eine neue Zins-Sohle. Die Renditen bei 1,119 Prozent stellen ein neues Rekordtief dar und das sogar ohne „Panik“ um die Eurozone. Vor ziemlich genau zwei Jahren schlugen die Investoren und Finanzteilnehmer Alarm, wussten nicht wohin mit ihrem Geld und entdeckten in der Bundesanleihe einen sicheren Hafen. Die Renditen brachen ein und Investoren waren sogar dazu bereit, dem Emittenten der Bundesanleihen eine „Gebühr“ zu entrichten.

Nun fielen die Bundesanleihen erneut in den Keller, sogar tiefer als noch vor zwei Jahren, als an den Finanzmärkten Panik herrschte, weil einige Euro-Südländer zu kollabieren drohten. Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), war es, der mit der Ankündigung seiner „Bazooka“ für „Ruhe und Ordnung“ sorgte. Das Versprechen, alles Erdenkliche zu unternehmen, um den Euro zu retten wirkte wie Baldrian auf die Finanzmärkte. Die Idee der unbegrenzten Anleihekäufe war geboren.

Die zehnjährigen Bundesanleihen rentieren mit 1,119 Prozent. Alle kürzeren Laufzeiten werden bereits mit einer Null an erster Stelle markiert. Gestern verließen auch die Staatspapiere mit neunjähriger Laufzeit den Bereich von 1 plus x.

Offensichtlich gehen die Anleihen weg wie warme Brötchen. Vor zwei Jahren war es die zum Zerreißen angespannte Eurozone, die Anleger in die Rettungsboote Bundesanleihen trieb. Heute fürchtet der Finanzmarkt das geopolitische Gezerre um die Ukraine sowie die Unsicherheiten im Nahen Osten. Ein Mario Draghi wird an diesen Stellen nichts ausrichten können. Die Zeichen stehen besonders im Konflikt zwischen Washington sowie Brüssel und Moskau auf Sturm.

Die jüngst verschärften Wirtschaftssanktionen gegen Russland bringen noch mehr Zündstoff in die ohnehin hochexplosive Lage mit ein. Brüssel folgt den Rufen aus Übersee und scheint dabei die eigene Labilität der Wirtschaft völlig außer Acht zu lassen. Moskau „befürchtet“ aufgrund der Sanktionen gegen den Energiesektor stark steigende Preise innerhalb der Europäischen Union.

Diese vollkommen kontraproduktive Entwicklung fordert mit Sicherheit ihren Tribut. Auch die vermeintlich sicheren Bundesanleihen sind nicht immun gegen die hausgemachten Rückschläge in der deutschen Konjunktur, ausgelöst durch die Strafaktionen gegen Moskau.

Die Renditen für Bundesanleihen fallen voraussichtlich noch eine Zeit lang weiter in neue Tiefen hinab, sofern noch die Zeit dafür bleibt. Weitere (selbst schädigende) Sanktionen gegen Russland bleiben für die Eurozone nicht ohne Folgen. Die militärische Intervention einer der beteiligten Großmächte in der Ost-Ukraine dürfte die Situation am Anleihemarkt schlagartig verändern. Die Frage „wohin mit dem Kapital?“ könnte dann ohne Antwort bleiben.



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