Privates Geldvermögen in Deutschland gestiegen – Schulden ebenfalls

Geldvermögen Quartal II 2013-


Im zweiten Quartal 2013 ist das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland um 23 Mrd. Euro angestiegen. Die Bundesbürger besitzen inzwischen ein Vermögen in Höhe von 5,027 Billionen Euro. Die Schulden sind im gleichen Zeitraum ebenfalls angewachsen.

Baufinanzierungen

Der Durchschnitt: Mehr Baufinanzierungen und erhöhter Stand des Geldvermögens, gleichzeitig

Minus bei Wertpapieren zugunsten risikoloser Geldanlagen

Das Geldvermögen der Bürger wuchs in den Monaten April bis Juni 2013 wiederholt an. Trotz der Dauerkrisenlage verlor die Vermögensaufstockung in den deutschen Privathaushalten nicht an Dynamik. Die Vermögensbildung entsprach im zweiten Quartal 2013 dem wie in den vergangenen Jahren und war nur etwas schwächer ausgeprägt als im ersten Quartal dieses Jahres. Dazu kamen rund 14 Mrd. Euro Bewertungsverluste überwiegend zu Investmentzertifikate und Anleihen, wie die Deutsche Bundesbank am Montag bekannt gab. Weiterhin konnte wie im vergangenen Jahr innerhalb des Niedrigzinsumfeldes ein anhaltender Trend zu liquideren Anlageformen beobachtet werden.

Die Verbindlichkeiten erreichten im zweiten Quartal 2013 ebenfalls höhere Werte. Dennoch wuchs das Nettogeldvermögen um 3 Mrd. auf 457 Mrd. Euro an. Eine umgekehrte Situation wurde bei nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften beobachtet. Deren Geldvermögen sanken gegenüber dem ersten Quartal 2013 um 66 Mrd. auf 3,304 Billionen Euro. Die Verbindlichkeiten wurden um 52 Mrd. auf 4,804 Billionen Euro zurückgefahren. Das Nettogeldvermögen der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften ging im Vergleich zum Vorquartal zurück.

Bankeinlagen bei Privathaushalten nach wie vor an Top-Position

Privathaushalte setzten auch im zweiten Quartal 2013 überwiegend auf Bankeinlagen inkl. Bargeld. Die Vermögensbildung über den „klassischen Weg“ erreichte knapp 18 Mrd. Euro. Ein dickes Plus auch bei den Sichteinlagen (inkl. Bargeld) in Höhe von rund 30 Mrd. Euro. Privathaushalte zogen dagegen rund 12 Mrd. Euro bei Spar- und Termineinlagen, u.a. Sparbriefe ab und setzten damit den Trend der Vorquartale fort.

Reduzierte Geldvermögensbildung an den Kapitalmärkten

Im Bereich der Handelsplätze setzten die Privathaushalte für die Vermögensbildung nach wie vor überwiegend auf Investmentzertifikate. Doch die Zuflüsse fielen mit rund 4 Mrd. Euro im zweiten Quartal 2013 deutlich geringer aus als im Vorquartal (ca. 11 Mrd. Euro). Rund 200 Millionen Euro flossen in Anteilsrechten (ohne Investmentzertifikate). Ein signifikanter Rückgang gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres (1. Quartal 2013 3 Mrd. Euro). Letztendlich trennten sich die Privatanleger verstärkt von festverzinslichen Wertpapieren (inkl. Geldmarktpapiere). Unterm Strich wurden mehr Papiere abgestoßen als dem Depot hinzugefügt. Per Saldo flossen knapp 6 Mrd. Euro ab. Die Vermögensbildung via Wertpapiere schloss im 2. Quartal 2013 mit einem Minus ab.

Die Bundesbank geht aufgrund dieser Quartalsergebnisse von einer Verunsicherung der Anleger aus, die von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verursacht wurde. Der undurchsichtige Kurs zur US-Geldpolitik veranlasste Privatanleger zum Abzug der Geldvermögen zugunsten risikoloser Anlageformen.

Der Löwenanteil des Geldvermögens war mit fast 17 Mrd. Euro auch im 2. Quartal 2013 in Ansprüchen gegenüber Versicherungen zu finden.

Gestiegene Verbindlichkeiten überwiegend durch Wohnungsbaukredite

Das Niedrigzinsumfeld hat auch im zweiten Quartal 2013 deutliche Spuren bei den Finanzierungen hinterlassen. Privathaushalte nahmen mit rund 6 Mrd. Euro mehr Kredite auf als im Vorquartal, überwiegend in Form einer Baufinanzierung. Die Schulden wuchsen um knapp 0,3 Prozent auf insg. 1,57 Billionen Euro an. Bei Gegenüberstellung des angewachsenen Nettogeldvermögens auf 3,457 Billionen Euro sank die Verschuldungsquote, definiert als Anteil der gesamten Verbindlichkeiten am annualisierten Bruttoinlandsprodukt, auf 58,3 Prozent (-0,3 Prozentpunkte).

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.