Privat Aktionäre kehren auf das Handelsparkett zurück

Wachsende Anzahl Privat Aktionäre-

Die deutschen Privatanleger gehen offenbar unerwartete Wege, um der drohenden Inflation zu entkommen. Das niedrige Zins-Niveau der klassischen Geldanlagen scheint zahlreiche Bundesbürger auf das Handelsparkett der Aktien zurück zu treiben.

Aktien werden verstärkt als Sachwerte angefragt

Aktionäre in der Krise
Zuwachs der Privataktionäre

Die niedrigen Zinsen bei den klassischen Anlagen, wie u.a. Festgeld, Tagesgeld und Termingeld, sind unübersehbar. Innerhalb weniger Monate brachen die Renditen förmlich ein. Inflationsbereinigte Gewinne zu erwirtschaften ist inzwischen zu einer Herausforderung geworden. Viele Bestandskunden von Banken sind noch froh, wenigstens eine Null-Nummer einkalkulieren zu können. Ein Großteil der Anleger rechnet bereits mit Negativ-Renditen.

Offenbar suchen die Anleger vermehrt ihr „Zins-Heil“ an den Börsen. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) berichtete von Anlegern, die offensichtlich an die Börsen zurückkehrten, um der Inflationsgefahr aus dem Weg zu gehen.

Im ersten Halbjahr 2012 sind in Deutschland lt. DAI beinahe 10,2 Millionen Anleger direkt, bzw. indirekt zur Aktie zurückgekehrt, die ihr Kapital überwiegend in Wertpapieren und Fonds anlegten. Gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2011 entspricht das einer Steigerung um 17%, bzw. um 1,5 Mio. Aktionäre mehr. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen handeln rund 15,7 Prozent der Bundesbürger mit Wertpapieren.

Das ursprüngliche Niveau von 2007 sei noch nicht ganz erreicht worden, nachdem die Anzahl der Börsen-Aktiven kontinuierlich sank und gegen Ende 2010 einen Tiefststand erreichte.

Franz-Josef Leven, Direktor des DAI erklärt, „die seit der Finanzmarktkrise verloren gegangenen deutschen Anleger in die Aktie sind wieder zurückgekehrt“.
Von einer Euphorie können allerdings nicht ausgegangen werden.

Krisenstimmung in Europa als Antrieb für Rückkehr zur Aktie
Leven sieht vor allem die ungelöste Staatsschuldenkrise in Europa als entscheidenden Faktor, dass seit Ende 2010 inzwischen rund 2 Millionen Händler auf das Parkett zurückfanden.

Die „Aktie wird als Sachwert geschätzt“, so Leven. Renditen in der Größenordnung von rund 4% aus Dividenden seien ein weiterer Grund, den Handel mit Wertpapieren wieder zu aktivieren. Die festverzinslichen Anlageformen „erstklassiger Schuldner“ könnten in der Regel nicht einmal die Inflation ausgleichen.

Politik müsse ihren Beitrag dazu leisten
Andere Länder wiesen eine deutlich höhere Anzahl von Aktionären auf. Dennoch zeige das nur auf ein großes Potenzial, welches für Deutschland noch anzuheben gelte. Die Politik müsse ihren Beitrag dazu leisten, die „Attraktivität der Aktie als Instrument der privaten Altersvorsorge“ zu stärken. Das gelte ebenfalls für Wertpapiere als „Produktivkapital in Arbeitnehmerhand“.

„Die geplante Finanztransaktionssteuer ist kontraproduktiv“
Der DAI Direktor Leven erklärt die Diskussionen um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer als „völlig kontraproduktiv für die Aktienakzeptanz“.

Deutschland solle dem Vorbild anderer EU-Länder folgen. Die Politik müsse erkennen, dass es einen „klaren Zusammenhang zwischen der Verbreitung der Mitarbeiteraktie und der Höhe der Fördersätze“ gäbe, so Leven. Es wäre wichtig den Ausbau steuerlicher Förderungen der Belegschaftsaktie voranzutreiben, fordert Leven.

Privataktionäre nach wie vor in der Minderheit

Von einem regelrechten „Ansturm“ auf das Börsenparkett kann keine Rede sein. Knapp 16 Prozent der Deutschen handelten an der Börse. Selbst eine Verdoppelung der Anzahl würde immer noch eine Minderheit bedeuten.

Eine Angst vor der Inflation, bzw. Geldentwertung, hat in Deutschland „Tradition“ und ist nicht ganz von der Hand zu weisen. „Der sparsame Deutsche, es könnten schlechte Zeiten kommen“. Trotz der Zunahme der Aktionäre zieht die Mehrheit die Sicherheit vor, auch wenn niedrige Zinsen etwas Schmerzen bereiten sollten.

Doch auch der „klassische Anleger“ muss sich nach wie vor nicht mit Renditen zufrieden geben, die gerade mal in der Lage sind, die Geldentwertung auszugleichen. Tagesgeldzinsen über 2% sind noch möglich und sorgen für einen Plus-Schnitt. Zusätzlich bleibt das angelegte Geld zu jeder Zeit griffbereit.

Kombination Tagesgeld plus Depot
Zahlreiche Banken bieten zu ihrem Depot gleichzeitig ein Tagesgeldkonto mit an. Entweder wird die Tagesgeldanlage dem Wertpapierdepot automatisch als Referenzen-, bzw. Verrechnungskonto angeschlossen, oder es kann separat eröffnet werden. (z.B. Cortal Consors mit Aktion Depotwechsel)

In diesem Fall lässt sich die Tagesgeldanlage als verzinster „Parkplatz“ verwenden, wenn das Kapital dem Depot ausgelagert werden sollte. Eine Rückführung zum Depot ist für den zeitlich optimierten Aktienkauf in einem sehr kurzen Zeitraum möglich.

Tagesgeld & Wertpapierdepots
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