Panik an Finanzmärkten – Börsenchaos trägt seltsame Blüten

Finanzmärkte-


Die Finanzmärkte drohen in Panik zu geraten und seltsame Blüten hervorzubringen. China und USA geben sich zum derzeitigen „Börsenchaos“ gegenseitig die Schuld. Offensichtlich rechneten die Finanzmarktteilnehmer mit ausschließlich wachsenden Kursen und die Erklärungsversuche erinnern an das Gestammel eines gerade aus dem Koma erwachten Patienten.

Unbekümmert

Fallende Börsenkurse? Das dürfte es aufgrund ultralockerer Geldpolitik eigentlich nicht geben.

Die Ratlosigkeit über die eigene Enttäuschung ist unübersehbar

Die USA: „China ist Schuld an den internationalen Börsencrashs“. China: „Die USA sind Schuld am Chaos an den Börsen“. Welche Variante auch immer zutreffen mag, womöglich auch keine, oder beide zusammen, die Medien geben kräftige Schützenhilfe.

Die Handelsplätze in der angelsächsisch dominierten Finanzwelt prangern Chinas Notenbank an, die heimische Währung Yuan in drei großen Schritten gegenüber den US-Dollar „gegen allen Regeln“ abgewertet zu haben. Peking habe damit einen Währungskrieg ausgelöst mit allen sichtbaren Folgen an den Börsen. Darüber hinaus stellten die Finanzmarktteilnehmer die „eingebrochene“ chinesische Konjunktur als eines der „provokanten Hauptübel“ hervor. Gerade so als schaltete China den Gang der eigenen Wirtschaft mit Absicht um einige Stufen nach unten und weigere sich nun, die volle Fahrt wieder aufzunehmen. Die Investoren setzten auf ein Wirtschaftswachstum in China von über 10 Prozent im Jahr 2015. Das Wachstum dürfte nun „nur noch“ rund 7 Prozent betragen. Die enttäuschten Märkte reagieren entsprechend zickig.

Peking verweist die Schuld an die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die Notenbank befeuerte die Marktteilnehmer mit in Aussicht gestellte Zinsanhebungen. Den Markt-Akteuren hielt die Fed eine an der Schnur baumelnde Wurst vor Nase, knapp davor, sehr gut vernehmbar, aber eben unerreichbar. Es riecht schon seit vielen Monaten nach einer Straffung der Geldpolitik, dennoch blieb der Schritt bisher aus und die Fed vertröstete die Märkte mit weiteren Aufschüben, aber im Beibehalt der guten Hoffnung.

Beide „Klagelaute“ beinhalten zweifelsohne einen Kern der Realität. Die Statements der US-Notenbank zu ihrer künftigen Geldpolitik waren stets kryptisch und ließen den Markt-Spezialisten sehr viel Freiraum zum Ausüben ihrer Fantasien. Die Abwertungs-Welle der chinesischen Notenbank war ebenfalls nicht ganz sauber. Der erste Schritt der 3-fach-Abstufung wurde als eine „einmalige Angelegenheit“ deklariert. Keine 24 Stunden später erfolgte der zweite Abrutsch und mündete einen Tag später in die dritte Runde. Jüngst erfolgte eine Ankündigung zu einer weiteren Leitzinssenkung.

Die Märkte scheinen (endlich) zu kapieren, dass Chinas reale Wirtschaft tatsächlich angeschlagen ist, sehen aber offenbar nicht ein, dass die Konjunktur im Reich der Mitte nicht einfach per Knopfdruck auf die gewünschte Fahrgeschwindigkeit zurückgebracht werden kann. Das dauerhafte Verweilen in Alice‘ Welt führt sichtlich zu Wahrnehmungsverzerrungen in der Realität.

Ständig wachsende Aktienwerte sind auch für die Mainstream-Medien zu einem naturgegebenen Gewohnheitsrecht geworden. Jegliches negatives Vorzeichen an eines der wichtigen Haupt-Indizes ist bereits als ein „ausgewachsener Crash“ zu bezeichnen. -1,3 Prozent an der Börse „X“ an einem einzigen Tag ist eine Katastrophe schlechthin.

Vergleicht man die Zeitpunkte der jeweiligen Einleitung einer expansiven Geldpolitik durch eine Notenbank mit dem Start steigender Aktienkurse, wird man sehr schnell eine Übereinstimmung finden. So durchbrach auch der Dax in Windeseile die 10.000-er Marke, als die EZB Anfang März 2015 ihre „Bazooka“ entschärfte und damit begann, jeden Monat 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte zu schießen. Aufgeblähte Aktienwerte ohne Substanz. Von der Abbildung eines Firmenwertes und deren reale Produktivität ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Die US-Notenbank stellte ihr über Jahre hinweg gelaufenes Geldflutungsprogramm QE3 bereits im vergangenen Jahr ein, gab aber offen ihre Sorgen über die nicht bekannten Reaktionen der an die hohe Liquidität gewöhnten Märkte zu. Um die Entzugserscheinungen des „drogensüchtigen Marktes“ einzudämmen setzte die Fed offenbar auf die Wirkung eines verabreichten Markt-Methadons, die „vor die Nase gehängte Zins-Wurst“.

So verwundert es eigentlich nicht mehr, dass ein Klassenprimus wie die Deutsche Bank die vermeintliche Rätsels Lösung aller Börsenprobleme nur kümmerlich hinterfragt über ein Mainstream an die Öffentlichkeit absondern darf. Im Interview mit Spiegel Online erklärte der Chefvolkswirt der größten deutschen Bank, David Folkerts-Landau, das Börsenchaos werde durch ein „Liquiditätsmangel“ verursacht und Urheber dieses Zustandes seien die neuen Regulierungen der Banken.



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