Ökonom Roubini warnt vor Crash am Anleihe-Markt

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Ein letzter Funke genügt, um den Anleihemarkt zusammenbrechen zu lassen. Der Bonds-Markt stehe unmittelbar vor einem Crash, so der renommierte US-Ökonom Nouriel Roubini. Offenbar gerät der „drogenabhängige“ Finanzmarkt auf Entzug.

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Die Zeit rennt davon – Am Anleihemarkt tickt die Zeitbompe der auf Entzug geratenen Marktteilnehmer

Die Zeitbombe am Anleihemarkt tickt bereits

Drogenabhängige richten ihr Alltagsleben darauf aus, irgendwie zum nächsten Zug oder Schuss zu kommen, koste es was es wolle. Wenn ein schwer Drogenabhängiger auf Entzug gerät, brechen Körper und Psyche vollends zusammen. Vor einem „cleanen“ Leben muss zuerst der Kollaps durchlebt werden und dazu sind nur wenige bereit. Die Drogendealer sind ein Bestandteil des Systems und sind eigentlich nicht darauf bedacht, ihre „wertvollen“ Kunden zu verlieren.

An den Finanzmärkten spielen die Notenbanken, allen voran die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Rolle des Drogendealers und die Finanzmarkt-Teilnehmer als die schwer Abhängigen. Die über Jahre hinweg von der Droge Liquidität überschwemmten Märkte brachten fast ausnahmslos schwer abhängige Marktakteure hervor. Kapitalflut und niedrige Zinsen in immer höhere Dosen veranstalteten an den Handelsplätzen die reinen Drogenpartys. Im vergangenen Jahr stoppte die Fed ihr QE-Programm, wagte es aber noch nicht Hand an die Zinsschraube zu legen. In der Eurozone läutete die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Start der Anleihekäufe im März 2015 die große Big-Kapital-Party ein. Die Euphorie der Finanzmarkt-Teilnehmer kann deutlich an den nach oben geschossenen Marktwerten abgelesen werden.

Mit dem Entzug des flüssigen Geldes droht der Zusammenbruch der Abhängigen. Ein Crash erscheint als unvermeidbar und das befürchtet auch der renommierte US-Ökonom Nouriel Roubini. Die Finanzwelt schenkt seinen Worten seit der korrekten Vorhersage des großen Zusammenbruchs im Jahr 2008 besonders intensives Gehör.

An den Finanzmärkten sind offenbar die ersten Entzugserscheinungen erkennbar. Nach Ansicht des US-Ökonomen nicht aufgrund einer mangelnden Liquidität durch den „Dealer“, sondern einer zu gering gewordenen Dosierung. Trotz der Kapitalschwemme seitens der Notenbanken bestünde am Markt ein erheblicher Mangel an Liquidität, so Roubini in einem Beitrag im Guardian. Es bestehe akute „Explosionsgefahr“ am internationalen Bondmarkt.

Der Anleihemarkt zeige erste Anzeichen eines bevorstehenden Kollaps. Trotz Geldschwemme durch die Notenbanken und den daraus entstandenen Blasen und Booms könnte die Illiquidität zu einem Anleihe-Crash führen. Was sich auf den ersten Blick widersprüchlich anhört, begründet der US-Ökonom mit den beobachtbaren Entwicklungen an den Anleihemärkten.

Ein Faktor sei der außerbörsliche Handel. Die Bondmärkte seien „wenig liquide“, da die Geschäfte mit Bonds weniger an den stark frequentierten öffentlichen Handelsplätzen über die Bühne gingen, sondern vielmehr „over the counter“ (OTC). Hinzu kämen die Einflüsse durch den heute vom Hochfrequenzhandel dominierten Markt. Die von Computern getätigten Transaktionen seien überwiegend am Beginn und am Ende eines Handelstages aktiv. Dazwischen „Ebbe“, also wenig liquide.

Die Märkte seien im Gegensatz zum Crash-Jahr 2008 aufgrund der starken Regulierungen noch anfälliger geworden, so Roubini. Noch bis 2008 betätigten sich zahlreiche Kreditinstitute als „Market-Maker“ und sorgten für eine gewisse Stabilität der Märkte. Inzwischen zogen sich aber viele Banken aus diesem Segment zurück, das mache die Märkte anfälliger.

Anleihemärkte seien generell anfälliger für einen Zusammenbruch „über Nacht“ als z.B. Aktienmärkte. Viele der Anleihen seien ein Bestandteil offener Fonds und die Anteilseigner können ihr Geld auf die Schnelle abziehen. Ein Run der Investoren könnte die Anleihe-Preise somit besonders schnell in die Tiefe schicken.

Nur kleine Signale reichten für den „berühmten letzten Tropfen vor dem Überlaufen“ aus. Dazu reichte schon ein konkreter Fingerzeig der Fed, die Zinsen zu einem früheren Zeitpunkt anheben zu wollen, so der US-Ökonom. Die Marktreaktionen könnten plötzlich und dramatisch sein.





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