Mehrheit der deutschen Anleger wollen Verlust-Sparen aussitzen

Sparen bei Niedrigzinsen-


Mehr als die Hälfte der deutschen Privatanleger geht nicht davon aus, dass sich in den nächsten drei Jahren eine positive Entwicklung zur Zinssituation einstellen wird. Ein Großteil der Sparer nimmt das „Verlust-Sparen“ einfach so hin und nur wenige zeigen die Bereitschaft, die Alternative im Aktienhandel aufzusuchen, um wieder in die Gewinnzone zu kommen.

Sparanlagen

Das Sparschwein wird in Deutschland trotz Fütterung stetig schlanker

Deutsche Sparer „warten ab, sehen zu und sitzen aus“

Die Privatanleger werden wohl oder übel noch eine Zeitlang mit ansehen müssen, wie ihre Guthaben auf den Sparkonten langsam aber sicher dahin schmelzen. Etwas über die Hälfte der Sparer geht davon aus, dass noch mindestens drei Jahre darauf gewartet werden muss, bis aus dem „Minus-Zins“ wieder positive Renditen geworden sind.

Auf mittelfristige Sicht wird sich nicht viel an der gegenwärtigen Sparer-Misere etwas ändern. Die Sparzinsen sind niedriger als die Inflationsrate, ergo der Anleger verliert. Doch der deutsche „Traditionssparer“ pflegt seine stoische Haltung und will erst einmal abwarten. Der Finanzdienstleister Fidelity hat in einer repräsentativen Umfrage die privaten Anleger (1.066 Personen über 18 Jahre) über die persönliche Einstellung zur Situation befragt. Demnach rechnet mit 52 Prozent mehr als die Hälfte nicht damit, dass der Zins in den nächsten drei Jahren wieder über der Inflationsmarke sein wird.

Lediglich 26 Prozent der befragten Anleger sehen die Zinsen schneller ansteigen. Die weiteren Sparer wagen erst keine Einschätzung zu künftigen Entwicklung.

Obwohl den Anlegern die unrentable Niedrigzins-Phase sehr bewusst ist, werden dennoch kaum persönliche Konsequenzen gezogen, so das Umfrageergebnis. Derzeit legen 50 Prozent erst gar kein Geld an und 10 Prozent gehen davon aus, dass es sich lediglich um eine temporäre Phase handelte und sehen daher keine Veranlassung, irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen.

Etwas hilflos stehen 16 Prozent der Sparer da. Deren Tatenlosigkeit beruht nicht auf Gelassenheit zum derzeitigen Verlust-Sparen, sondern auf Unkenntnis zu verfügbaren Auswegen. Sie wissen nicht was zu tun ist. Ein gleich großer Anteil der befragten Anleger hat jedoch reagiert und die Minizins-Anlagen, wie u.a. Festgelder und Sparbücher, reduziert. Von diesen Sparern sind 10 Prozent auf Aktien und Anleihen umgestiegen und 6 Prozent griffen auf alternative Anlagen zurück. 8 Prozent aller Befragten wollen diesen Schritt noch in Kürze einleiten.

Andreas Feiden, Leiter des Privatanlegergeschäfts bei Fidelity Worldwide Investment, erklärte zu den Sparerverhalten:
„Einem großen Teil der deutschen Privatanleger ist durchaus bewusst, dass sie mit ihren lieb gewonnenen Sparformen wie dem Sparbuch oder Bundesanleihen in den kommenden Jahren nicht in der Lage sein werden, ihr Vermögen vor Verlusten durch Inflation zu schützen. Dennoch ziehen sie noch viel zu selten die richtigen Schlüsse. Nur ein kleiner Teil der deutschen Privatanleger hat sich bislang dazu entschieden, das eigene Portfolio umzuschichten und auf Anlagen wie Aktien oder Unternehmensanleihen zu setzen. Hier bleibt für die Anleger noch einiges zu tun. Die Tatsache, dass ein nicht unerheblicher Teil der Anleger nicht weiß, was er tun soll, zeigt dabei, wie wichtig eine gute Finanzberatung für viele Sparer ist.“

Der deutsche Sparer und sein „Zaudern“

Die Hälfte der Privatanleger ist hin- und hergerissen zwischen dem Belassen der derzeitigen Sparform und dem Einstieg in die Börse. Sie können sich nicht entscheiden, ob sich der Umstieg zur Börse „jetzt noch lohnt“. Die Meinung, dass es für den Start an die Börsen bereits zu spät ist und eine langfristige Anlagenstrategie nicht mehr lohne, vertreten 14 Prozent der Befragten. Ein knappes Viertel der Anleger (24 Prozent) sieht nach wie vor aktuell guten Zeiten, um den Schritt in den Wertpapierhandel einzuleiten.

Deutsche Privatanleger verhalten sich gegenüber dem Aktienhandel noch immer sehr zurückhaltend. Die Mehrheit traut sich noch immer nicht an Aktien und das „ist bedauerlich“, so Feiden. Ein Großteil der Anleger würde die Aktien nicht als das sehen, was sie eigentlich sind, „eine mittel- bis langfristige Geldanlage, die man mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren kaufen sollte“, stellte Feiden fest. Der DAX gebe ein gutes Beispiel ab. Der Einstieg im Jahr 1988 hätte dem Anleger beim Verkauf im Sommer 2013 im Schnitt eine Rendite von mehr als 7 Prozent pro Jahr eingebracht. Bei einer jährlichen Rendite in dieser Größenordnung hätte sich der Anlagebetrag nach jährlicher Wiederanlage alle zehn Jahre verdoppelt (Nominalwert). Bis heute wäre der Betrag auf das Sechsfache angestiegen.


Eine langfristige Anlagenstrategie käme dem eher „konservativ“ eingestellten Sparer in Deutschland am ehesten entgegen. Eine ausgewogene Zusammenstellung des Wertpapierdepots verspricht noch den größten Sicherheitsfaktor im Verhältnis zu den möglichen Risiken. Der vielschichtige Bereich der Börsenaktivitäten umfasst neben dem „einfachen“ Aktienhandel u.a. Rendite-stärkere aber auch mit mehr Risiken behaftete Forex-Trading, Devisenhandel und Binäre Optionen. Der Zugang zu diesem äußerst agilen Markt erfolgt über sog. Broker und www.brokervergleich.net hat bei einigen Anbietern hinter die Kulissen geblickt.

Für den sicherheitsorientierten Anleger mit dem Wunsch einer „balancierten“ Zusammenstellung für langfristige Strategien bieten zahlreiche namhafte Banken Wertpapierdepots an, die lediglich wie eine gewöhnliche Sparanlage eröffnet werden. Je nach Handelsaufkommen fallen die Depotkosten aufgrund der Ordergebühren (Kauf / Verkauf von Wertpapieren) unterschiedlich aus. Die Kontoführung ist bei den meisten Depotanbietern kostenfrei.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

0 Gedanken zu „Mehrheit der deutschen Anleger wollen Verlust-Sparen aussitzen

  • 26. August 2013 um 16:57
    Permalink

    Die beschränkte Welt des Sparers (Spießbürger),…

    http://diezehngebote.org/

    …der bis heute an „Apfelbäumchen“ glaubt:

    http://www.deweles.de/willkommen/himmel-und-hoelle.html

    „Betrachten wir uns die gegenwärtige Moral etwas genauer, so erkennen wir, dass es sich um eine doppelte oder sogar eine dreifache Moral handelt. Die in den Staatsgesetzen und in der öffentlichen Meinung verankerte Moral soll verhindern, dass der Einzelmensch in eigennütziger Weise gegen den Nutzen seiner Mitmenschen und damit gegen den Gemeinnutzen verstößt, z. B. durch Diebstahl und Betrug. Aber sie erreicht diesen Zweck nur in einem verhältnismäßig kleinen Teilbereich der menschlichen Gesellschaft, nämlich nur für die Menschengruppe der wirtschaftlich Schwachen, also der Arbeitenden. Der wirtschaftlich Starke, also der Kapitalist, hat ja die moralisch verwerflichen, d. h. durch die Gesetze verbotenen und durch die öffentliche Meinung verfemten Mittel nicht nötig zur Verwirklichung des Eigennutzes mit Schädigung der Mitmenschen und des Gemeinwohles und zwar im allergrößten und praktisch uneingeschränkten Ausmaß.
    Neben dieser offenkundig doppelten Moral gibt es aber noch eine dritte, von den wenigsten Menschen durchschaute Seite, bedingt durch das heimlich schlechte Gewissen der Vertreter und Nutznießer dieser verlogenen Moral. Hier handelt es sich freilich nicht um die Großkapitalisten, die ja ihr Gewissen, wenn sie je eines besaßen, längst abgetötet haben, sondern um die breite Schicht der bürgerlichen Bevölkerung… Sie vertreten die kapitalistisch verzerrte Moral, die ihre wirtschaftlichen Vorteile gegenüber den völlig mittellosen, ausgebeuteten, arbeitenden oder arbeitslosen Bevölkerungsschichten sichert. …Den Gegensatz zwischen Gemeinnutz und Eigennutz halten sie für eine zwar betrübliche, aber selbstverständliche und unabänderliche Tatsache.
    …Der geschilderten, innerlich so verlogenen Moral mit all ihren, hier nur kurz angedeuteten schädlichen Auswirkungen stellen wir nun die natürliche und sinnvolle Ordnung entgegen, welche die Natürliche Wirtschaftsordnung nicht nur für die wirtschaftlichen Beziehungen der Menschen untereinander darstellt, sondern auch für den Aufbau der Gesellschaft und darüber hinaus jeder menschlichen Gemeinschaft nahe legt.“

    (Ernst Winkler, Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung)

    Für den freien Unternehmer in einer unbeschränkten Welt sind drei Gebote hinreichend:

    http://www.deweles.de/globalisierung/die-3-gebote.html

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