Mehr Gewinne bei Niedrigzinsen: Neue Anlagestrategie nicht ohne Risiken

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Sparer und Anleger müssen umdenken, um für das am Finanzmarkt angelegte Kapital „vernünftige“ Renditen zu erwirtschaften. Das klassische Sparbuch hat angesichts der Niedrigzinsphase ausgedient. Ein unverzichtbarer Teil der neu orientierten Anlage-Strategie heißt: Mehr Risikobereitschaft.

Geldanlage Risiken

Mehr Risikobereitschaft für neue Ausrichtung der Anlagestrategie erforderlich

Die Anlagenmöglichkeiten sind vielfältig – Ein Klassiker ist auch dabei

Viele deutsche Sparer haben offenbar noch große Probleme, die nicht mehr allzu neue Situation in der Sparer-Welt vollumfänglich zu verstehen. Das Geld liegt auf dem Sparbuch und am Ende des Jahres werden die Zinsen gutgeschrieben. Der Guthaben-Betrag ist angewachsen, nicht mehr so viel wie noch vor wenigen Jahren, aber immerhin. Doch der unsichtbare Prozess im Hintergrund wird bewusst ignoriert oder einfach nicht für möglich gehalten. Die Teuerungsrate (bzw. Inflation) reduziert den realen Wert im Sparbuch, aber der Umfang des Geldwertverlustes ist offenbar noch zu gering, um den Sparer wach zu rütteln.

Womöglich würde eine weitere Spalte im Sparbuch bzw. im Kontoauszug, woraus der inflationsbereinigte „Spar-Wert“ abzulesen ist, dem Anleger ein wenig auf die Sprünge helfen.

Den sehr geringen 0,15 Prozent Leitzins in der Eurozone sowie den wieder fallenden Renditen im Anleihemarkt stehen (zum Glück) noch relativ geringe Teuerungsraten gegenüber. Die Rate in Deutschland betrug für das gesamte Jahr 2013 +1,5% (gegenüber dem Vorjahr) und zuletzt im Juni 2014 1,0%. Eine Tagesgeldanlage mit immerhin noch 0,6% p.a. Standard-Zinssatz lässt den Geldwert bereits schrumpfen.

Sollte der „Wunsch“ des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, die Teuerungsrate in der Eurozone auf knapp 2,0% hoch zu treiben, dann wachsen auch die realen Verluste des Sparers. Die derzeit extrem niedrigen Zinssätze werden auch auf absehbarer Zeit das Niveau nicht nach oben verlassen.

Den realen Geldwertverlust als Preis für die Sicherheiten zu betrachten, könnte sich angesichts der noch längst nicht beendeten Banken- und Schuldenkrise als ein Eigentor herausstellen. Die aktuellen Pläne einer Bankenunion und dem zugehörigen Abwicklungsmechanismus für kippende Institute werden den Anleger sehr schnell zum „Mit-Retter“ der betroffenen Bank verwandeln. Lediglich die EU-einheitliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000,- Euro stellt noch eine vermeintliche Sicherheit dar. Jedoch besteht für den Kontoinhaber kein gesetzlicher Anspruch.

Real positive Zinsgewinne & Renditen erfordern Risikobereitschaft

Mit den Minizinsen im Anlegermarkt müssen sich die Sparer und Anleger noch eine ganze Weile abfinden. Eine Zinswende ist nicht in Sicht, so Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. Es sei deshalb an der Zeit für das Umdenken. Wer langfristig höhere Renditen erzielen möchte, wird am Kapitalmarkt zahlreiche Möglichkeiten finden. Doch auf das Hinaufsteigen einiger Sprossen auf der Risikoleiter kann nicht verzichtet werden.

Anlagenmöglichkeit 1: Anleihen mit höheren Renditen

Die Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit bieten für einen langfristigen Vermögensaufbau derzeit eine ungeeignete Lösung. Die Renditen sanken zuletzt wieder unter 1,3%, zu wenig für eine Anlage auf lange Sicht. Anleger sollten deshalb über Anleihen mit höheren Renditen nachdenken, so Stephan. Es muss sich jedoch nicht zwangsläufig um Staatsanleihen handeln, sondern auch um Unternehmensanleihen in guter Qualität.

Wer als Anleger auf mehr Renditen setzt und eine höhere Risikobereitschaft mitbringt, für den eröffneten sich Anleihenmärkte der Euro-Peripherie (z.B. Spanien und Italien) und Staatsanleihen in lokaler Währung aus Schwellenländern. Zu den aktuellen Zinsen von rund 6,5 Prozent könnten noch weitere Gewinne aus dem Wechselkurs der Währungen erwirtschaftet werden.

„Anlagen in höher verzinsliche Anleihen erfordern eine gute Risikostreuung und die Fähigkeit, schnell auf Marktentwicklungen zu reagieren. Anleger sollten deshalb aktiv verwaltete Fondslösungen bevorzugen“, betont Dr. Ulrich Stephan.

Anlagenmöglichkeit 2: Begrenzte Risiken durch flexible Mischfonds

Am Renten- und Aktienmarkt können für die Chancen-Wahrnehmung bei gleichzeitiger Risikobegrenzung moderne Mischfonds genutzt werden. Im Gegensatz zu klassischen Mischfonds werden bei den flexiblen Mischfonds die Anteile von Aktien und Renten je nach Marksituation neu gewichtet, bzw. angepasst. Dazu Dr. Ulrich Stephan: „Immer, wenn sich ein negativer Börsentrend innerhalb einer Anlageklasse abzeichnet, wird diese im Vergleich zur jeweils anderen Anlageklasse automatisch geringer gewichtet – und umgekehrt“.

Anlagenmöglichkeit 3: Aktien mit starken Dividenden

Unternehmen schütten oft in regelmäßigen Abständen an ihre Inhaber (Aktionäre) Dividenden aus. Diese kommen zu den Chancen der Kursgewinne zusätzlich hinzu. Zuletzt lag die durchschnittliche Dividendenrendite der 30 Unternehmen am DAX bei 2,9%. Mehr als das Doppelte der Renditen von 10-jährigen Bundesanleihen. Diese Dividenden könnten als finanzieller Puffer gegen Kursschwankungen genutzt werden. Die Risiken werden tendenziell gedämpft.

Anlagenmöglichkeit 4: Den Immobilienmarkt ins Auge fassen

Die Investition in Immobilien muss nicht gleich den Erwerb eines gesamten Gebäudes umfassen. Der Markt bietet für die begehrte Anlagenklasse „Betongold“ offene Immobilienfonds in guter Qualität. Der Einstieg kann bereits mit dem Einsatz von relativ wenig Kapital erfolgen. Die Risikostreuung kann durch die Berücksichtigung mehrerer Regionen und Nutzungszwecke sehr breit erfolgen.

Anlagenmöglichkeit 5: Doch noch was „Klassisches“ – Das Festgeldkonto

Nicht so flexibel wie ein Tagesgeldkonto, aber dennoch geeignet für das Parken von Geld zum den Einsatz in absehbarer Zeit. Liquide Mittel mit möglichst hohen Renditen „auf Eis legen“ und gleichzeitig auf Sicherheit setzen. Die Zinsen liegen bei der klassischen Festgeldanlage mit entsprechender Laufzeitwahl nach wie vor über der Inflationsrate und bringen ein echtes Plus ein.

Tipp: Renditestarke Kapitalanlagen zu unterschiedlichen Laufzeiten und Anlagebeträge vergleichen

„Der Kapitalmarkt bietet viele Möglichkeiten, die Risikoleiter hinaufzusteigen und langfristig höhere Renditen zu erzielen. Wichtig ist eine breite Streuung der Vermögenswerte, um die Wertschwankungen des Anlageportfolios möglichst gering zu halten“, so Dr. Ulrich Stephan.



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