Lobby-Verein stellt abkühlende Liebe zu Bargeld fest

Bargeld –


Der Bundesbewohner verliere langsam an Liebe zum Bargeld und sehe sich vermehrt nach alternativenn bargeldlosen Zahlungsmitteln um. So das Ergebnis einer von einem Lobby-Verein durchgeführte Umfrage.

Bargeld-Kreditkarte

Wunschziel: Bargeldlose Zahlungsmittel sollen Bargeld langsam ablösen

Bereits 44 % könnten auf Bargeld vollständig verzichten

Der Bundesverband Informationstechnik, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) ist zuversichtlich, dass die innige Liebe des Bundesbewohners zu Bargeld weiter abkühlen und das „Fremdgehen“ mit bargeldlosen Zahlungsmitteln hoffähig wird.

Bitkom fragte Bundesbewohner und kam zum Ergebnis, dass zwar immer noch eine Mehrheit in erster Linie auf Bargeld setze, aber bereits 44 Prozent (im Vorjahr 40 %) auf Bargeld auch vollständig verzichten könnten. Der Anteil der Konsumenten, die mit Plastikkarten oder Mobilgeräten bezahlen, sei größer geworden.

Obwohl das bargeldlose Bezahlen zahlreiche Vorteile habe, hieße es im Bundesgebiet noch immer oft „Cash only“, so Bitkom-Präsident Achim Berg, Als Vergleich zieht er Dänemark heran, wo es überwiegend „No Cash“ heiße. Die Dänen bräuchten lediglich 10 Minuten für ihre Steuererklärung, „während man bei uns stundenlang Kassenzettel zusammensucht und ordnet“, erklärt Berg und geht offenbar von einem in beiden Ländern identischen Steuerrecht aus. Da insbesondere „mobile, kontaktloses Bezahlen“ den Konsumenten viel Zeit erspare und die „langen Schlangen an den Kassen oder Fahrkartenautomaten“ reduziere, werde sich schon bald auch hierzulande die digitale Bezahlform durchsetzen.

Gemäß Bitkom-Präsidenten Berg sei das Bezahlen mit dem Smartphone über mobile Zahlfunktionen mindestens so sicher wie mit einer Kreditkarte.

Selbsterfüllende Prophezeiung einer Lobby-Organisation?

Nachdem an die Öffentlichkeit durchgesickert ist, dass einige US-Hersteller mit Vorsatz Hintertüren in die Software ihrer Internet-Router einbauten, Windows 10 von Microsoft mehr als nur neugierig ist, BIOS-Systeme von PCs diverse Pforten offen halten und sogar internetfähige Fernsehgeräte von außen per Knopfdruck in Überwachungsstationen verwandelt werden können, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Betriebssysteme der gängigsten Smartphones frei von jeglichen mutwillig eingebauten Schwachstellen sind. Sogar die öffentliche Hand investierte Unsummen, um einen sog. Staatstrojaner zu entwickeln, der Sicherheitseinrichtungen einfach mal umgeht.

Es ist aber bisher noch kein Fall bekannt geworden, bei dem ein Hacker Zugriff auf die Geldbörse zuhause oder in der Hosentasche erlangte und den einen und anderen Schein entwendete. Es ist auch kein betrügerischer Fall bekannt, in dem der Bargeldbesitzer durch Ausspähen der Seriennummer seines Scheines abgezockt wurde.

Der eingetragene Verein Bitcom ist ein Interessenvertreter von rund 2.600 Unternehmen. Nach eigenen Angaben zählen zu den Mitgliedern „nahezu alle Global Player“.

Im Jahr 2017 erhielt Bitcom den Negativ-Preis „Big Brother Award“ u.a. aufgrund der intensiven Lobbyarbeit gegen Datenschutz. Der Verein gilt außerdem als eine „Tarnorganisation“ großer US-Konzerne, die über diese Vereinigung ihre Interessen durchsetzen wollten.

Zu den Bitcom-Mitgliedern zählen u.a. Airbus Defence and Space GmbH, Amazon, American Express, ASUS, Dell, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Deutsche Post, Deutsche Postbank, Deutsche Telekom, General Electric, Google, McAfee, Microsoft, Vodafone, etc.

Das Festhalten an Bargeld, sofern diese beabsichtigte Abhängigkeit fortbesteht, ist kein Zeichen von Rückständigkeit, sondern kann nur die einzige Antwort auf die Bestrebungen sein, den gläsernen Konsumenten zu schaffen, dessen Gefügigkeit mit dem Finger an seinem Liquiditäts-Schalter sichergestellt ist. Umgesetzt werden diese Pläne weniger durch Schaffung neuer Gesetze durch die zuarbeitende Bundesregierung, sondern vielmehr durch vermeintlich plausible Vorteile und quasi erzwungene Freiwilligkeit. „Du musst nicht, aber dann bekommste es auch nicht.“




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