IWF arbeitet an Lösung für Schröpfung Bargeldbesitzer

Geldpolitik –


Der Internationale Währungsfonds arbeitet offenbar an einer Lösung, wie die Sparer trotz ihrer Liebe zu Bargeld geschröpft werden könnten. Nun steht der Vorschlag einer Bargeldentwertung im Raum. Entweder Negativzinsen auf dem Konto über sich ergehen lassen, oder Bargeld halten, welches zum gleichen Satz per anno entwertet wird.

Bargeld

Gemäß IWF soll Bargeld nicht mehr vor Negativzinsen schützen können

IWF möchte Zentralbanken aus ihrem Dilemma verhelfen

Mit dem Anstieg der Befürchtungen einer möglichen Rezession in naher Zukunft gedeihen auch die Ideen diverser Ökonomen und Denkfabriken, wie diesem Szenario am (vermeintlich) besten begegnet werden könnte. Im Mittelpunkt sämtlicher Geistesblitze steht die Enteignung des Sparers und darum kreisen die Gedanken, wie dies möglichst reibungslos zu bewerkstelligen ist.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Munition bereits verschossen. Eine weitere Absenkung der Zinsen als Gegenmaßnahme einer schwachen Konjunktur würde auch die Renditen für Sparanlagen ins Negative ziehen. Das Problem stellt hier das Bargeld. Konten würden geräumt, das Bare unters Kopfkissen gelegt. Einen möglichen Ausweg aus dieses Dilemma kommt nicht gerade überraschend aus dem Hause des Internationalen Währungsfonds (IWF). Da diese Idee von den IWF-Ökonomen Signe Krogstrup und Ruchir Agarwal im IWF-Blog veröffentlicht wurde, kann durchaus von einem Testballon ausgegangen werden. Dem IWF ist sehr bewusst, dass in zahlreichen Ländern nach wie vor nur das „Bare auch das Wahre“ ist und eine Bargeldabschaffung als äußerst unpopulär gilt. Mit der einleitenden Überschrift „Wie negative Zinsen funktionieren werden“ beschreiben die beiden Wirtschaftswissenschaftler die quasi Einführung eines Wechselkurses zwischen Giral- und Bargeld. Wer von seinem Konto Bargeld abheben möchte, erhält dieses nur nach Verrechnung zu einem Wechselkurs. Bleibt das Geld auf dem Konto, holen sich die Negativzinsen das Objekt der Begierde. Wer sein Geld in Scheinen und Münzen haben will, wird den Negativzins eben über Abzüge berappen müssen. Dieser Umtauschkurs soll flexibel gehalten werden, damit dieser auch an den sich entwickelnden Negativ-Zins angepasst werden kann. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Art einmalige Wechselgebühr, sondern um eine quasi laufende Abwertung des Bargeldes. Bei angenommenen -3 Prozent Zinsen für die Spareinlagen, würde der Wechselkurs für Bargeldabhebung ebenfalls 3 Prozent betragen. 100 Euro auf dem Konto ergäben eine Auszahlung von 97 Euro in Bar, zumindest innerhalb des ersten Jahres, denn die Abwertung wird ebenso fortgesetzt wie der Negativ-Zins eben anhält. Man könnte dies auch durchaus als eine dynamische Bargeld-Steuer bezeichnen.

Diese Modell einer Parallelwährung käme einer Währungsreform gleich, so lt. Welt der ehemalige ifo-Chef Hans-Werner Sinn „In Deutschland wird besonders viel Bargeld gehalten, weil die viele Liquidität, die die EZB geschaffen hat, hierhin überwiesen wurde, um Immobilien, Aktien und Firmen zu kaufen. Damit ist auch schon klar, wer hier geschröpft werden soll“, so Sinn. Das Bargeld gibt den Zinsen eine Null vor und dadurch wurde die „Ausbeutung der Sparer“ noch Grenzen gesetzt. In Washington arbeitete man „offenbar fieberhaft daran, auch diese Grenzen zu schleifen.“ Allerdings könne sich Sinn nicht vorstellen, dass die EZB den Rat des IWF Folge leisten werde.

Mit dieser Einschätzung könnte Sinn allerdings daneben liegen, wie Welt hinweist. Die Co-Verfasserin des IWF-Blogbeitrages Krogstrup setzte bereits im vergangenen August einen ähnlichen Beitrag zusammen mit der Autorin Katrin Assenmacher-Wesche auf, welche als Abteilungsleiterin für geldpolitische Strategie bei der EZB beschäftigt ist.

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