Untergangsstimmung in Schifffahrt Investments

Schifffahrt Fonds-


In der Schifffahrtsbranche herrscht offensichtlich Untergangsstimmung. Der von der Konjunktur extrem stark abhängige Marktsektor ist stark angeschlagen und droht mit dem Untergang der eigenen Schiffe noch zahlreiche deutsche Banken und Investoren mit in die Tiefe zu reißen.

Der Stapellauf gilt nur noch dem Zu-Wasser-Lassen des Kapitals

Schifffahrt-Fonds
Untergehende Schifffahrt-Investments
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

„Eine Seefahrt die ist lustig“, aber nur für Mitfahrende auf dem Kreuzer. Wer sich dagegen als Anleger in Schifffahrt-Fonds auf hohe See begeben hat, wundert sich womöglich, warum der Wellengang stets auf seichtem Niveau bleibt und die Füße dennoch nass werden.

Die Schiffe bleiben im Hafen liegen, oder stocken in den Werften bereits beim Stapellauf und erreichen nicht einmal das flüssige Element. Die Konjunktur fordert ihren Tribut und den Anlegern droht ein milliardenschwerer Verlust.

Deutsche Banken stecken offenbar sehr tief in einem Berg von Papieren, der nun samt den Schiffen zu versinken droht. Die Deutsche Wirtschafts Nachrichten (DWN) (Mittwoch) beschreibt ein mögliches Kapitalvolumen in Höhe von 98 Milliarden Euro, das in Form geforderter Kredite auf Grund zu laufen droht. Somit steht auch das investierte Kapital tausender Anleger vor der Gefahr, mit auf den Meeresboden gezogen zu werden.

Demnach stehen bereits französische Werften vor den Zeiten heftiger Krisen, stellten jedoch lediglich Vorboten für noch kommende Stürme in der Schifffahrt-Branche dar. Deutschlands Investoren steckten sehr tief im Geschehen und die „verblichene“ Konjunktur hat den Schiffsbauern bereits erhebliche Löcher in den Bug geschlagen.

Vor gut zehn Jahren wurden den Anlegern die Schifffahrts-Fonds lt. DWN durch versprochene Steuerersparnisse schmackhaft gemacht und fanden besonders bei der NordLB in Hannover und der Commerzbank hohen Anklang. Somit kämen auf die Sparkassen, als Inhaber der Landesbanken wie auch der HSH Nordbank, hohe Verluste zu, wenn es zu gezwungenen Verlustabschreibungen kommen sollte. Das Risiko aufgrund des Investments in die Schifffahrts-Branche bewegt sich für die zehn größten Banken Deutschlands in einem Rahmen von 98 Milliarden Euro.

„Die Chancen, dass die Anleger noch Geld bekommen, sind sehr gering bis Null.“ so Jan-Henning Ahrens, Partner bei der Rechtsanwaltskanzlei KWAG, zur New York Times (NYT). Zahlreiche Investoren hätten keine Ahnung über die Risiken gehabt, die mit solchen Fonds verbunden sind, so Ahrens.

Im kommenden Jahr 2013 will die HSH Nordbank lt. DWN ihre Abschreibungen im Bereich der Schifffahrt veröffentlichen. Bereits heute soll feststehen, dass die Bank vom deutschen Steuerzahler 1,3 Milliarden Euro benötigt, um eine Überlebenschance zu haben. Der Konkurs der Bremer Beluga Reederei mit der Entlassung von 550 Mitarbeitern, scheint bereits eine symptomatische Entwicklung zu beschreiben.

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