Inflation kehrt Ende 2015 zurück – Sparer erleiden zunehmenden Schwund

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Die Inflation kehrt bis Ende 2015 in die Eurozone und damit auch nach Deutschland zurück. Bis zum Winter können Anleger mit einer Inflationsrate von rund 1,5 Prozent rechnen, nicht aber mit steigenden Zinsen. Das auf Sparbüchern gelagerte Geld erleidet einen zunehmenden Schwund.

Inflation

Steigende Inflation bis Ende 2015 erwartet – Für Sparer wird es nun richtig ernst

Im letzten Quartal 2015 schlagartige Anhebung der Inflationsrate

Über die nächsten Monate wird die Inflationsrate in Deutschland noch recht motivationslos vor sich hin pendeln und den Bereich von null Prozent nicht verlassen. Allerdings ist mit einer schlagartigen Anhebung der Inflationsrate im kommenden Winter zu rechnen, so die Prognosen der Postbank-Analysten. Zum Jahresende hin werde ein Wende eintreten und die Inflation erreichte Werte von bis zu 1,5 Prozent.

Zwei Faktoren seien für die seit geraumer Zeit anhaltenden niedrigen Inflationsrate verantwortlich. Auf der einen Seite befindet sich die sog. Kerninflationsrate (Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Energie, Tabak, Alkohol und Nahrungsmittel) mit 0,6 Prozent auf einem historischen Tiefstand. Auf der anderen Seite bewirkte der massive Rückgang der Ölpreise ein weiteres Drücken der Inflationsrate hin bis zum negativen Bereich. Die Ölpreise fielen innerhalb weniger Monate von rund 75 Euro im Oktober 2014 runter auf rund 40 Euro im Januar 2015. Ein Minus von 45 Prozent.

Die Postbank-Analysten rechnen mit einer Trendwende, die beide maßgeblichen Inflations-Faktoren wieder auf Höhe bringen wird. In der Kerninflation sei bereits eine Stabilisierung erkennbar. Für die Eurozone rechnen die Ökonomen mit einer fortschreitenden Erholung der Konjunktur, geringere Arbeitslosenzahlen und Zuwächse bei Löhnen bzw. Gehältern. Damit würden die Lohnstückkosten ebenfalls angetrieben. Die Kerninflation könne auf diesem Weg bis Ende 2016 rund 1,5 Prozent erreichen.

Den größten antreibenden Einfluss auf die Inflationsrate wird der Energie-Sektor ausüben. Der aktuell noch hohe Druck niedriger Ölpreise wird allmählich nachlassen. Ein Aufwärtstrend bei den Rohölnotierungen sei bereits jetzt schon zu beobachten. „Im Dezember dürfte der Einfluss der Energiepreise auf die Inflationsrate erstmals wieder positiv werden und diese im Januar 2016 sogar um rund einen halben Prozentpunkt nach oben treiben“, so Dr. Marco Bargel, Chef-Investmentstratege der Postbank.

Die Sparer haben das klare Nachsehen – Inflation frisst Einlagen auf

Steigende Ölpreise bringen die Teilnehmer an den Rohstoff- und Finanzmärkten zum Jubeln und Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), dürfte ansteigende Inflationswerte mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Mit einer Straffung der Geldpolitik dürfte sich der EZB-Chef allerdings nicht auseinander setzen sondern eher am „Auspressen der Sparer“ festhalten.

Der Euro-Leitzins (0,05%) wird eine Weile Bestand haben und das im März angelaufene Anleihekaufprogramm ist gegenwärtig bis September 2016 eingeplant. Dann „wolle man sehen“, wie es weiter gehen könnte. Bis dahin bleibt auch den Bundesanleihen sehr viel Zeit, um ihre Renditen auf weitere Rekord-Tiefstände zu drücken.

Eine Tagesgeldanlage mit 0,4 Prozent p.a. Zinsen ist angesichts einer Fast-Null-Inflation gerade noch im grünen Bereich. Gemäß einer steigenden Inflationsrate auf 1,5 Prozent zum Jahresende fahren die Anleger ab nächstes Jahr einen Wertverlust von 1,1 Prozent p.a. ein. Das setzt auch voraus, dass die Banken ihre derzeitigen Zinsen auf aktuellem Wert halten. Eine eher unwahrscheinliche Vorstellung.

Zurecht lautet die Kritik, „Klein-Anleger werden in die Risiken gedrängt“, allerdings hilft das Argument des „Gewohnheitsrechts“ auch nicht weiter. Für Sparer bleiben nach einer merklich erhöhten Inflationsrate bei gleichzeitig niedrig gebliebenen Zinsen lediglich zwei Wege übrig. Entweder man „sitzt“ die Zeit aus und sieht dabei zu, wie der Geldwert-Zerfall das reale Sparguthaben frisst, oder man sattelt tatsächlich um und ist auch bereit, diverse Risiken einzugehen. Kapitalanlagen stellten z.B. eine flexible Alternative dar. Risiken und Renditechancen können individuell und ausgewogen austariert werden. Ebenso bietet ein Depot die Grundlage für die aktive Teilnahme an den derzeit aufstrebenden Aktienmärkten.

Die derzeit noch auf der Null-Ebene befindliche Inflationsrate könnte vom „klassischen sicherheitsorientierten Anleger“ über einen absehbaren Zeitraum genutzt werden. Festgeldanlagen mit einer moderaten Laufzeit können nach wie vor real positive Renditen einbringen.



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