Große Lust auf’s Sparen, aber ohne jede Möglichkeit

Sparen-


Die Lust auf’s Sparen verspürt eine große Zahl von Menschen. Die Möglichkeit für’s Sparen ist jedoch nur einer immer kleiner werdenden Gruppe gegönnt. Eine Studie des IMK zeigt die große Ungleichheit in der Bundesrepublik zwischen den vermögenden und ärmeren Haushalten auf.

Die untere Einkommenshälfte spart im Schnitt überhaupt nichts an

Gewinne
Nur wer Geld übrig hat, kann auch sparen

Studien mit dem Ergebnis, dass es den Bundesbürgern blendend ergehe und die Zufriedenheit einen neuen Zenit markierte, werden von den Medien gerne übernommen und auch ausgiebig verbreitet. Derlei Erzählungen sollen offenbar motivierend wirken. So hält sich die Medienlandschaft, allesamt geführt von der Schicht der „elitären Besserverdiener“, vornehm zurück, wenn andere Studien so gar nicht mit der These der allgemeinen Glücksseligkeit zusammenpassen wollen.

Die Bundesbürger sind nach wie vor fleißige Sparer. Im Durchschnitt legt rund die Hälfte der Bundesbürger Geld auf die hohe Kante. Sparen setzt jedoch etwas Einfaches aber Wichtiges voraus. Es muss vom Einkommen und nach den notwendigen Ausgaben auch etwas vom Geld für’s Sparen übrig bleiben. Hier sieht die Lage in der Bundesrepublik allerdings völlig anders aus als die vermeintlich gleichmäßig verteilte „Sparlust“ der Menschen.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) untersuchte die Gewichtung der Sparbereitschaft bzw. Sparmöglichkeit der Bundesbürger und kam zu einem Ergebnis, der die „breite Zufriedenheit“ bei den Menschen sehr infrage stellt. Der Blick auf das Einkommensniveau und dessen Verteilung innerhalb der Bevölkerung eröffnet eine Sparer-Pyramide mit einer sehr großen, im Boden versenkten Basis. Die Spitze kann sparen, die Basis hat Schulden.

Dem obersten Prozent der Einkommenspyramide ist es lt. der IMK-Studie möglich, jedes Jahr im Mittel 58.000 Euro zurückzulegen. Die Besserverdiener in der Bundesrepublik bilden hohe Ersparnisse, rund ein Drittel des verfügbaren Einkommens, so das Institut. Der Durchschnitt der unteren Einkommenshälfte befindet sich in den roten Zahlen. Die durchschnittliche Verschuldung bei den 30 Prozent mit den niedrigsten Einkommen beträgt auf Jahressicht 600 bis 1.200 Euro.

Wer viel verdient, kann sich den großzügigen Umgang mit Geld leisten. Wer wenig verdient, kann wenig ausgeben und noch weniger sparen, resümierte das IMK.

Die Menschen in der unteren Hälfte der Einkommensverteilung war im Jahr 2013 im Jahresdurchschnitt um rund 300 Euro verschuldet. Im gleichen Zeitraum betrug die Sparsumme von Haushalten des obersten Prozents gut 58.000 Euro. Das oberste Prozent war in der Lage 35 Prozent zu sparen und die untere Hälfte verschuldete sich im Schnitt mit 1,6 Prozent.

Höchst ungleiche Verteilung der Ersparnisse

In der Summe bildete die untere Hälfte der Einkommensverteilung überhaupt keine Rücklagen. Knapp 60 Prozent aller Ersparnisse eines Jahres fallen auf das oberste Zehntel zurück. Im Durchschnitt sparte die untere Hälfte der Vermögensverteilung im Jahr 2013 im Schnitt 1.500 Euro. Das oberste Prozent legte dagegen rund 24.000 Euro zurück.

„Die großen Unterschiede bezüglich der Sparquoten und -beträge können zu sozialen Ungleichheiten führen, sie verfestigen oder verstärken“, so das IMK.<


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