Gold-Push nach US-Haushaltsstreit – Holprige Erklärungsversuche

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Der Goldpreis folgt einem irrationalen Kurs. Die letzte Woche präsentierte die offenbar unkalkulierbare Goldpreisentwicklung sehr eindrucksvoll. Entsprechend „irrational“ sehen auch die Ansätze für die Erklärungen aus. Doch Goldanleger haben jeden Grund, mit viel Zuversicht ins Wochenende zu starten.

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Die Achterbahnfahrt endete in dieser Woche mit einer finalen Aufwärtsbewegung

Für den Goldkurs fehlen nachvollziehbare Erklärungen

Der gesamte Verlauf der vergangenen Woche bescherte dem Goldinvestoren ein Wechselbad der Gefühle. Ein vorangegangener Abwärtskurs bereits in Bereichen weit unter 1.300,- Dollar verursachte bei manchem Privatanleger einige Kopfschmerzen. Der Glaube an die Prognosen der „Big-Player“ im Goldmarkt, das Edelmetall werde die 1.000,- Dollar-Marke berühren und seinen Preis gegenüber dem bisherigen Top-Wert vom September 2011 sogar halbieren, wurde vielleicht noch gefestigt.

Der Goldkurs folgte in den letzten Wochen einem „seltsamen Spiel“. Weder die angekündigte fortgesetzte Geldschwemme der Federal Reserve (Fed), noch der erbitterte Streit zum US-Haushalt konnten dem Goldkurs am Wochenanfang in eine deutliche eine Aufwärtsrichtung führen. Wie „verhext“, verblieb der Kurs am Dienstag wie festgenagelt. Nachdem die Andeutung der Fed, das Anleihekaufprogramm ggfs. noch dieses Jahr zurückfahren zu wollen, als der Auslöser für den Goldkurseinbruch genannt wurde, verwundert es um so mehr, dass die gegenteilige Nachricht den Goldpreis nicht ordentlich pushen konnte.

Nach wie vor haben sich die Flussrichtungen im Goldmarkt seit April nicht verändert. Papiergold (ETFs) fließen ab und physisches Gold wird aus den Händen gerissen. Die institutionellen Goldinvestoren reduzieren nach wie vor kräftig ihre Bestände an Gold-ETFs. Die noch gehaltenen „Gold-Werte“ befinden sich inzwischen auf einem Niveau von Anfang 2009. Alleine am Donnerstag sind lt. SPDR Gold Shares 3,3 Tonnen in Form von „Papiergold“ aus den Beständen der Goldinvestoren abgeflossen.

Prophezeiter Untergang – Wie viel Unsicherheit fehlte noch?

Die USA stand formal kurz vor der Insolvenz. Nur 100 Minuten vor dem Erreichen der Schuldenobergrenze erkämpften sich Demokraten und Republikaner einen gemeinsamen Nenner, um die potenzielle Pleite des Landes auf Anfang nächsten Jahres zu verschieben. Gold gilt als das gefestigte Metall für besseren Halt in unsicheren Zeiten.

Eine Zahlungsunfähigkeit der USA hätte die wirtschaftlichen Folgen vom Untergang der Lehman Bank in den Schatten gestellt. Doch der Goldkurs bewegte sich am Dienstag faktisch kein Stück nach oben. Schockstarre der Investoren? Die Erklärung, der ohnehin niedrige Goldkurs sei deshalb weit unter 1.300 Dollar eingebrochen, da zum Haushaltsstreit der US-Regierung eine Einigung befürchtet werde, klingt geradezu bizarr.

Der Streit um die US-Schuldengrenze wurde beigelegt, die erklärten „Befürchtungen“ der Investoren traten ein. Was passierte? Der Goldpreis legte ordentlich zu.

Das Wochen-Resümee lässt die Herzen der Gold-Liebhaber dann doch wieder höher schlagen. Am Mittwoch setzte sich der Goldpreis tatsächlich in Bewegung und zeigte zum Handelsschluss deutliche Aufschläge. Der Aufwärtskurs fand am Donnerstag eine unverminderte Fortsetzung. Ein Push von plus 40 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm).

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Bild: tarifometer24.com

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