Gold für Notenbanken immer interessanter – Abkehr von Fiat-Money?

Währungsreserven –


Das Interesse der Notenbanken an Gold als Währungsreserve ist im Jahr 2018 signifikant angestiegen. Findet eine Abkehr vom ungedeckten Fiat-Money statt?

Goldstapel

Notenbanken bunkern wieder verstärkt Gold als Währungsreserven

Langsame Abkehr vom ungedeckten Fiat-Money?

Es tut sich was an den (Real-) Goldmärkten und zwar kräftig. Zu den Hauptakteuren gehören die vor allem im Hintergrund agierenden Zentralbanken zahlreicher Länder. Es wird ordentlich eingekauft und aufgestockt. Zu den fleißigsten Gold-Einkäufern zählte im Jahr 2018 lt. World Gold Council (WGC) Russland. Bereits seit über einen Jahrzehnt stockte die Notenbank Russlands ihre Goldreserven um mindestens 200 Tonnen pro Jahr auf. Zuletzt um 274 Tonnen. Auf der anderen Seite nahm Moskau damit die Möglichkeit wahr, die angesammelten Bestände aus (Papier-) US-Dollar in Form von Staatsanleihen in gelbes Edelmetall einzutauschen. Zu den weiteren fleißigen Golderwerbern gehören Türkei und China, während die Deutsche Bundesbank ihren Goldbestand seit den frühen 1970ern kontinuierlich reduzierte. Im Jahr 2018 um 3,9 Tonnen.

Insgesamt kauften die Notenbanken im Jahr 2018 netto gut 651 Tonnen Gold auf. Der höchste Stand innerhalb der vergangenen 50 Jahre. Offenbar besinnt man sich angesichts der globalen Geldmenge (bzw. Schulden) wieder zurück auf Werte mit Substanz und kehrt den völlig ungedeckten als Geld deklarierten Zahlungseinheiten mit dem US-Dollar und der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an der Spitze den Rücken zu. Der jüngst wieder deutlich ansteigende Goldpreis könnte ein Hinweis auf derartige Entwicklungen sein. Allerdings ist dem Gold ein Preis zugeordnet, der genau diesem wohl nun zu vermeidenden sog. Fiat-Money zugrunde liegt, also nur untergeordnet. Wertstabilität ist bei Gold nicht nur historisch begründet, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen. Ganz im Gegensatz zur von der Europäischen Zentralbank (EZB) deklarierten „Stabilität“, sollte die Inflation bei knapp 2 Prozent liegen.

Der ehemalige Fed-Chef (1987 bis 2006) Alan Greenspan drückte es einst aus, was Gold tatsächlich darstellt:

Gold is a currency. It is still, by all evidence, a premier currency, where no fiat currency, including the dollar, can match it.

(„Gold ist eine Währung. Es ist bewiesenermaßen noch immer eine Hauptwährung, an die keine Scheinwährung, einschließlich des Dollars, herankommen kann“)

Greenspan stellt dazu fest, dass keine Zentralbank jemals einen Bedarf an Gold zeigen würde, sollte der Dollar oder eine andere Geldwährung allgemein akzeptiert werden. Die Tatsache, dass die Notenbank Gold halten, zeige, dass derartige Währungen kein universeller Ersatz sein können. Lediglich 4 der 30 entwickelten Länder, die dem Internationalen Währungsfonds (IWF) angehören, halten kein Gold als Währungsreserve.

Ohne Goldstandard werde es keine Möglichkeit geben, die Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen, so eine weitere Feststellung des ehemaligen Fed-Notenbankchefs bereits vor gut 50 Jahren.

Geld ist lediglich ein Werkzeug

Aufgrund des auf Schulden und Zinsen basierenden Geldsystems war der Ausstieg aus dem Goldstandard eine zwingende Maßnahme, da die Goldmengen für eine weitere Deckung schlicht nicht mehr ausreichten. Vermeintlich sensationelle Schlagzeilen, die einen höchsten Schuldenstand der Länder und Unternehmen aller Zeiten beschreiben, sind nur logische Konsequenz. Derartige Rekordmeldungen ließen sich in der Zukunft aneinanderreihen und zwar in immer kürzeren Abständen. Die Frage lautet nur, wie lange diese Schuldenblase noch hält. Theoretisch könnte es auch unendlich so weitergehen, da die US-Notenbank Fed quasi ein Gelddruck-Monopol in den Händen hält. Wie viele Nullen an die vergebenen Kredite angehängt werden, ist irrelevant. Ungedecktes Geld, wie es heute vorliegt, ließe sich beliebig vermehren und stellt daher nur ein Mittel zum Zweck dar. Gold stellt dabei nur ein lästiges Hindernis dar. Geld, in welcher ungedeckten Form auch immer, ist ein Instrument, ein Werkzeug, um die tatsächlichen Objekte der Begierde kanalisieren zu können. Das primäre Ziel ist nicht die Anhäufung von bedruckten Papierschnipseln oder Einser und Nullen auf Computern. Ziel ist die Kontrolle über die realen, nicht beliebig vermehrbaren Werte wie Grund, Boden, Rohstoffe und folglich auch Wasser sowie Nahrungsmittel.




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