Dienstag, den 19. Juni 2018

Geld aus dem Nichts: Bundesbank erklärt Geldschöpfung

Geld


Die Deutsche Bundesbank klingt in ihrem Monatsbericht 04/2017 ungewohnte Töne an und beschreibt unmissverständlich, dass Geld durch einen Buchungsvorgang entsteht. Mit anderen Worten: „Aus dem Nichts“.

Offizielle Erklärung: Geld kommt aus dem Nichts

Sturmschaden

Über das Geldsystem zieht der Sturm auf

Die Geldschöpfung aus dem Nichts anhand eines Buchungsvorganges wurde von der Deutschen Bundesbank in ihrem Monatsbericht 04/2017 explizit beschrieben. Im Vordergrund steht allerdings „nur“ die Geldmengenentwicklung (M3) sowie die möglichen Folgen einer 100%-igen Deckung der vergebenen Kredite.

Dennoch ist es äußerst bemerkenswert, dass (ausgerechnet) die Deutsche Bundesbank dem weitverbreiteten Glauben, die vergebenen Kredite der Banken stammten aus den Einlagen der Kunden (z.B. Spargelder), mit klaren Worten entgegenhält.

Die Bundesbank beschreibt den Vorgang der Geldschöpfung im Monatsbericht unmissverständlich:
„Banken können also allein mittels eines Buchungsvorgangs Buchgeld schaffen“.

und weiter:
„Das widerlegt einen weitverbreiteten Irrtum, wonach die Bank im Augenblick der Kreditvergabe nur als Intermediär auftritt, also Kredite lediglich mit Mitteln vergeben kann, die sie zuvor als Einlage von anderen Kunden erhalten hat.“

Vorhandene überschüssige Zentralbankguthaben sind keine notwendige Voraussetzung für die Kreditvergabe einer Bank und die Geldschöpfung, so die Bundesbank weiter.

Somit geht der Konsument zu einer Bank, möchte gerne einen Kredit für den Erwerb eines Autos oder einer Immobilie aufnehmen und die Bank tippt ein paar Zahlen in den Computer, löst eine Gutschrift auf dem Kundenkonto aus und damit wurde das „Geld“ auch schon erschaffen.

Der zusätzliche Clou, dass die Bank, für das aus dem Nichts geschaffene Geld nun auch noch Zinsen verlangt, wird von der Deutschen Bundesbank allerdings nicht explizit hervorgehoben. Dass die Bank die realen Werte Haus und Hof kassiert, sollte der Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten kommen, fällt komplett unter den Tisch.

Woher kommt das zusätzliche Geld für Zinsen? Da Geld ausschließlich durch einen Buchungsvorgang wie z.B. die Kreditvergabe geschaffen wird, bleibt eben nur noch die erneute Kreditvergabe als einziger Weg übrig. Den endgültigen „Todesstoß“ setzen die Zinsen für die Zinsen an (Zinseszins)

Das Geld für die zu erbringenden Zinsen muss unterm Strich jemandem anderen abgejagt werden. Die Geldschöpfung schafft in der Gesellschaft ein sich hochschaukelndes Gegeneinander aufgrund der immer schärfer werdenden Konkurrenzsituation. Dass aus dem Nichts geschaffene Zinsgelder für die aus dem Nichts geschaffenen Kreditgelder zu leisten sind, kann ohnehin nicht funktionieren, zumindest auf Dauer.

Das vorherrschende Geldsystem schaukelt sich unweigerlich hoch und folgt aufgrund der prozentualen Zinsanrechnung einer exponentiellen Kurve (anfänglich flach ansteigend und final dem senkrechten Anstieg immer näher kommend). Die Bundesbank erklärt zwar, dass die Geldschöpfungsmöglichkeiten der Bank durch diverse Faktoren gedämpft sind, aber diese Einschränkungen halten die Kurve nur für einen längeren Zeitraum flach. Das finale Hochschnellen der Zinslasten wird dadurch nicht verhindert.

Daraus resultiert auch die zwanghafte Steigerung der Wirtschaftsleistung eines Landes bzw. die der Bevölkerung. Für einen gewissen Zeitraum können Mann und Frau als produktive Arbeitnehmer die erforderliche Mehrleistung stemmen. Die Produktivitätssteigerung steuert für das Anheben der Wirtschaftsleistung ebenfalls kräftig bei. Die Früchte daraus werden den Arbeitnehmern jedoch vorenthalten, da die Produktivitätssteigerungen überwiegend für die hochschnellenden Zinsbelastungen reserviert sind.

Inflation (Geldentwertung), massive Kürzungen bei den sozialen Leistungen, der Ausbau des Niedriglohnsektors und die größer werdende Armut in der Bevölkerung sind nur wenige Beispiele der Folgen des vorherrschenden Geldschöpfungs- und Zinssystems.

Derzeit könnten mit dem existierenden Buchgeld, also aus dem Nichts erschaffenes virtuelles Geld, alle realen Werte der Erde rund 10x gekauft werden. Allein dieses Verhältnis zeigt wie fortgeschritten das pervertierte und zwangsläufig zu einem Crash führende Geldsystem bereits ist. Dass die Bundesbank dieses Thema nun (fast) unverblümt zu Felde führt, kann als ein Alarmsignal aufgefasst werden.

Update: Notenbanken fluten die Finanzmärkte mit 200 Milliarden USD pro Monat.




  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Teuerungsrate stieg im Mai 2018 auf 2,2 %
Teuerungsrate stieg im Mai 2018 auf 2,2 %

Konjunktur – Die Preise im Bundesgebiet stiegen bis zum Mai 2018 deutlich an. Auf Jahressicht betrug die Teuerungsrate für Konsumenten 2,2 Prozent. Antreiber waren vor allem... 

Stimmung zur Wirtschaft in Eurozone flaut ab
Stimmung zur Wirtschaft in Eurozone flaut ab

Konjunktur – In der Eurozone flaut die Wirtschaft ab. Das Wirtschaftsklima des Münchner ifo Instituts für den Raum der Währungsgemeinschaft sank gegenüber dem ersten Quartal... 

Inflationsrate März 2018 im Euroraum rückläufig
Inflationsrate März 2018 im Euroraum rückläufig

Konjunktur – Die Inflationsrate im Euroraum war im März 2018 rückläufig. Lediglich 1,3 Prozent betrug der Anstieg auf Jahressicht und damit weniger als einen Monat zuvor. EZB-Geldpolitik... 

Inflationsrate Eurozone im Juli 2017 bei 1,3%
Inflationsrate Eurozone im Juli 2017 bei 1,3%

Konjunktur – Die Inflationsrate in der Eurozone stagnierte im Juli 2017 bei 1,3 Prozent. Während die Rate in Litauen weit über das EZB-Wunschmaß hinaus ragte, wies Irland... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Crypotwährung Bitcoin Mitte Juni 2018 auf steiler Talfahrt
Crypotwährung Bitcoin Mitte Juni 2018 auf steiler Talfahrt

Finanzmärkte – Die Cryptowährung Bitcoin gerät gegen Mitte Juni in ordentlichen Stress. Der Preis für die virtuelle Währung rutschte kräftig in die Tiefe. Bitcoin... 

Die Traumhochzeit: Was der schönste Tag im Leben kosten kann
Die Traumhochzeit: Was der schönste Tag im Leben kosten kann

Lifestyle – Für den schönsten und wichtigsten Tag im Leben eines Paares muss alles von A bis Z geplant, organisiert und terminiert sein. Denn schließlich ist die Hochzeit... 

Australien leitet Schritt für Bargeldabschaffung ein
Australien leitet Schritt für Bargeldabschaffung ein

Bargeld – Australien unternimmt als weiteres Land einen Schritt für die sugzessive Abschaffung des Bargelds. Für Firmen sollen Obergrenzen für Barbezahlung gelten und Denunziation... 

EZB lässt Nullzinspolitik auch im April 2018 unberührt
EZB lässt Nullzinspolitik auch im April 2018 unberührt

Geldpolitik – Die Europäische Zentralbank sieht auch im April 2018 keinen Grund, die derzeitige Nullzinspolitik anzufassen. Der Leitzins bleibt auf 0,0 Prozent und dies weiterhin... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.