Für Finanzmärkte ein spannender Start in den September 2014

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Gleich zum Start in den September warten auf die Marktteilnehmer spannende Tage. Die US-Notenbank Fed wird mit ihrem Konjunkturbericht die Gleise für Erwartungen und Spekulationen zu ihrer Geldpolitik stellen, die Europäische Zentralbank steht am Donnerstag vor neuen Beschlüssen und die EU erarbeitet gegen Russland erweiterte Sanktionen.

Finanzmärkte

DAX und Rohstoffmärkte im Kreuzfeuer der Entscheidungen in Finanzmärkten und Politik

DAX im Mittelpunkt des Dreiecks EZB, Fed und EU

Die kommende Woche dürfte für die Anleger besonders interessant sein. Die EU-Kommission kündigte die Ausarbeitung neuer Sanktionen gegen Russland an und am Donnerstag steht die nächste EZB-Ratssitzung auf dem Plan. Bei der anschließenden Pressekonferenz wird Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, den besonders offenen Ohren der Finanzmärkte gegenüber stehen. Schon am Mittwoch meldet sich Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), zu Wort und über die aktuelle Konjunkturlage berichten.

Mit der Inflationsrate von lediglich 0,3 Prozent im August 2014 wurde der vorläufige Beweis für die Wirkungslosigkeit der letzten geldpolitischen Maßnahme im Juni unter Beweis gestellt. Wäre das von der Zentralbank erklärte Ziel ein weiteres aufpumpen der Aktienmärkte gewesen, so könnte von einem vollen Erfolg gesprochen werden. Dem ist aber nicht so. Ein Zwischenziel wurde mit dem abschwächen des als zu stark eingeschätzten Euros jedoch erreicht.

Niedrigere Zinsen, ein „Strafzins“ für Geldeinlagen bei der EZB, sowie Sonderkredite zu sensationellen Konditionen für die Großbanken, brachten weder einen Investitionsschub, noch höhere Inflationswerte, geschweige Verbesserungen in der Konjunktur.

Die Inflation sank weiter, die Schulden der EU-Mitgliedsländer stiegen an und das Schwergewicht Frankreich geht langsam aber sicher wirtschaftlich in die Knie.

Sofern die EZB überhaupt noch irgendwelche Rezepte parat hat, dann sind es die Anleihekäufe vom Sekundärmarkt. Ein sehr umstrittenes Modell. Der Chef des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hält diesen Weg der EZB nicht nur für fragwürdig, sondern als einen glatten Rechtsbruch. Die direkte Staatsfinanzierung sei außerhalb des Mandats und somit illegal.

Sollte Mario Draghi tatsächlich den Startschuss für Anleihekäufe im „unbegrenzten Ausmaß“ lostreten, so dürfte dieser Schritt mit der „Stabilisierung des Euros“ begründet werden.

Dünne Haut: DAX reagiert derzeit besonders sensibel

Die Marktteilnehmer reagieren auf Veränderungen im Ukraine-Konflikt derzeit besonders sensibel. Jedoch nur abzulesen beim DAX-Kurs, während der US-amerikanische Dow Jones die relative Ruhe weg hat. Vermeintliche Einmärsche von russischen Truppen ließen den Deutschen Aktienindex bereits deutlich einknicken. Hilferufe aus Kiew veranlassten offenbar die USA sowie die Europäische Union zu Vorbereitung weiterer Sanktionsmaßnahmen gegen Moskau. Die bisherigen Strafmaßnahmen gegen Russland sowie das Lebensmittel-Embargo als Reaktion des Kremls hinterließen schon jetzt tiefe Furchen in der EU-Konjunktur.

Die USA treiben Sanktionen an – Risiken tragen lediglich die Europäer

Deutschlands Exportwirtschaft ist den Strafaktionen der EU auf breiter Front ausgeliefert. Die USA, Antreiber und Verfechter weiterer Sanktionen, stehen jedoch fernab des Geschehens und sind von den wirtschaftlichen Folgen kaum betroffen. Entsprechend gelassen verhalten sich auch die Anleger an den US-Handelsplätzen, wohingegen die DAX-Werte den Turbulenzen ungeschützt ausgeliefert sind.

Die „uneigennützigen Wünsche“ Washingtons, werden wohl auch dieses Mal von Brüssel erfüllt werden und Russland aufgrund der fortgesetzten Sanktionsverschärfungen zu wiederholten Reaktionen provozieren.

Mario Draghi und Janet Yellen sind dazu geneigt, in ihrer jeweiligen Geldpolitik völlig entgegengesetzte Kurse zu fahren. Lockerung im Euroraum und Straffung in den USA. Goldanleger fürchten Zinsanhebungen in den Staaten, der Rohölmarkt zeigt sich derzeit als immun gegen Einflüsse aus fast allen Seiten und die Marktteilnehmer am DAX warten gebannt auf die Entscheidungen in Brüssel und Frankfurt.



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