Finanztransaktionssteuer ist nun zu Grabe getragen

Finanz-Umsatzsteuer – (Update 10.12.18)


Die seit Jahren diskutierte Finanztransaktionssteuer ist nun endgültig zu Grabe getragen worden. Es gilt die großen Markt-Player zu schonen. Dafür sollen nun Steuern für den Aktienhandel erhoben werden. Das betrifft vor allem die „normalen“ Sparer und Anleger.

Markt Diktat

Die Regierungen folgen wie üblich dem Diktat der Märkte

Frankreich und Bundesrepublik beugen sich dem Diktat der Märkte

Die bereits vor vielen Jahren in den Raum gestellte Besteuerung von Finanzflüssen im Einzugsbereich der EU ist nun endgültig zu Grabe getragen. Eine Finanztransaktionssteuer, wie sie bisher beschrieben wurde, ist nun passé. Stattdessen wird nun über eine Aktiensteuer als quasi „Light-Version“ der Finanztransaktionssteuer diskutiert. Dies auch nur für an Börsen notierte Unternehmen, mit einem Börsenpreis ab 1 Milliarde Euro. Treibende Kraft für die grandiose Vermeidung des ursprünglichen Steuermodells waren die Regierung Frankreichs und die der Bundesrepublik.

Mit der Finanztransaktionssteuer sollten sämtliche an den Finanzmärkten getätigten Geldtransfers innerhalb der EU bzw. von und zur EU besteuert werden. Die Bezeichnung „Finanztransaktionssteuer“ diente eher dazu, der Öffentlichkeit eine Besonderheit dieser Abgabe vorzugaukeln, beschreibt aber nichts anderes als eine Umsatzsteuer, wie diese u.a. von jedem Konsumenten in Form einer Mehrwertsteuer abverlangt wird.

Die nun „verharmloste“ Aktiensteuer basiert auf das Modell Frankreichs. Steuer werden fällig, wenn Aktien ihren Besitzer wechseln. Der Handel mit Anleihen oder Derivaten bleibt jedoch von der Steuer befreit, also genau der Anteil, der einerseits mit Abstand das größte Handelsvolumen einnimmt und andererseits von institutionellen Marktteilnehmern getätigt werden. Aktien dagegen betreffen auch den kleinen Sparer. Besonders pikant im Zusammenhang mit dem „Merz’schen“ Vorschlag, die Arbeitnehmer für ihre Altersvorsorge verstärkt an genau diese Märkte zu binden.

Markt-Player lassen Finanztransaktionssteuer nicht zu

Der offiziell geführte globale Derivate-Bestand umfasste im Jahr 2016 ein Volumen von rund 67,2 Billionen US-Dollar. Weitaus größer angelegt ist jedoch der sog. OTC-Handel (Over The Counter) mit Derivaten. Dieser lag im Jahr 2016 bei geschätzten knapp 483 Billionen US-Dollar. Mit OTC fließen die Derivate unmittelbar zwischen Verkäufer und Käufer hin und her. Somit werden offizielle Handelsplätze erst gar nicht betreten.

Eine gewollte Besteuerung des Derivate-Handels würde deshalb das derzeitige Gefüge massiv stören und dies lassen die Markt-Aktivisten natürlich nicht zu, geschweige dafür auch noch Steuern bezahlen zu müssen.

Das Abverlangen von Steuern für den Aktienhandel ist dagegen ungleich bequemer. Alles kann so bleiben wie es gerade ist, die Markt-Player bleiben verschont und der Abgriff von der produktiven Bevölkerung ist ebenso lukrativ.


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