Finanzkrise drängt Sparkasse an die Wand – Kündigungen Sparanlagen drohen

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Alte und hochverzinste Sparverträge werden immer „wertvoller“ soweit die Finanzkrise ihren bisherigen Kurs fortsetzt. Hohe Zinssätze aus der Vergangenheit lassen Kunden mit neu eröffneten Sparanlagen weit hinter sich. Doch wenn es der Bank zu viel wird, sind offenbar faule Kompromisse der nächste Schritt.

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Wenn die Zinslast zu hoch wird, sollen wieder die Kunden kürzer treten statt der Bank

Von der Finanzkrise überrumpelt – Sparkunden sollen Konsequenzen tragen

Die dauerhafte Niedrigzinsphase trägt ihre weiteren Blüten. Der Beginn der Finanzkrise liegt bereits rund 6 Jahre zurück und ein Ende ist nicht absehbar. Im Gegenteil. Statt mit einer spürbaren Erholung rechnet man viel eher mit einer neuen Eskalation der Euro- und globalen Finanzkrise. Die schwelende Krisensituation nimmt immer größere Kreise ein und reicht inzwischen auch bis in Zeiten lange vor dem Krisenbeginn zurück.

„Wer hätte es damals ahnen können?“. Zumindest die Sparkasse Ulm hat sicher nicht vor rund 20 Jahren mit den Entwicklungen gerechnet, die 14 Jahre nach dem Start des Finanzprodukts „Scala“ losgetreten wurden. Zwischen den Jahren 1993 und 2005 bot die Sparkasse Ulm ihren Kunden eine sehr langfristig ausgerichtete Sparanlage an. Das Produkt „Scala“ enthält einen Stufenzins mit über die Jahre steigenden Zinssätzen. Nach zwei Jahrzehnten sieht die Anlage einen „marktüblichen“ Zins plus einen Aufschlag von 3,5 Prozent vor.

Für die Sparer ist diese Anlage im derzeitigen Marktumfeld eine „Goldgrube“, für die Sparkasse scheint „Scala“ zu einem Desaster geworden zu sein. Rund 20.000 Kunden haben diesen Sparvertrag lt. Handelsblatt (27.09.13) in den Schubladen liegen und die Gesamtlaufzeit ist auf 25 Jahre vorgesehen. So laufen sogar noch die ältesten Verträge bis ins Jahr 2018.

Sparkunden nutzen ihre Vorteile aus

Zahlreiche Sparkunden sind sich offenbar um diese äußerst lukrative Anlage bewusst und erhöhten die sehr flexibel gehaltenen Sparbeiträge auf deutlich höhere Werte. Der Mindest-Einlage beträgt 50,- Euro und der vorgesehene Spielraum lässt immerhin eine Maximalsumme von 2.500,- Euro pro Monat zu.

Die Sparkasse reagiert und geht auf ihre Kunden zu

Für das Kreditinstitut geht die Rechnung sichtlich nicht mehr auf. Statt aus den Sparbeiträgen ebenfalls zu profitieren, verwandelt das Marktumfeld im Zusammenspiel mit den versprochenen Sparzinsen die „Scala-Anlage“ zu einem Zuschuss-Geschäft. Die Sparkasse hat sich im Frühjahr an ihre Kunden gewandt und eine Umwandlung der bestehenden Sparverträge bemüht. Zur Alternative standen ein Finanzprodukt mit einer Verzinsung in Höhe von 3,75 Prozent bei einer Laufzeit von vier bis fünf Jahren sowie ein Produkt mit sieben Jahren Laufzeit und einem Zinssatz in Höhe von 3,25 Prozent.

Rund die Hälfte aller Kunden hat sich auf diesen Deal eingelassen, so der Sparkassen-Sprecher, lt. Handelsblatt. Die Zinsen würden auch bei den neuen Angeboten deutlich über dem derzeitigen Marktniveau liegen. Bei den anderen Kunden würde der Sparkasse keine andere Möglichkeit mehr bleiben, als die Sparverträge zu kündigen.

Kritiken aus zahlreichen Richtungen

Der Vorgang in der Sparkasse Ulm sei schlecht für das Image, so die Stimmen aus den Reihen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), denn „Vertragstreue gehört zum Markenkern der Sparkassen“. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht mit der Kündigung der „Scala-Anlagen“ einen Rechtsbruch. Die Umwandlung der Verträge würde die Kunden schlechter stellen.

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