EZB-Ratssitzung – Erweiterte Enteignung der Sparer möglich

Euro-Dilemma-


Mit der heutigen EZB-Ratssitzung kann die erweiterte Enteignung der Sparer beschlossen werden. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik wird die kleinen Anleger hart erwischen und die Großbanken höchst erfreuen.

Raubzug

Politisch gedeckter Raubzug der EZB gegen die Sparer in der Eurozone

Mario Draghi will keine Enteignung der Sparer erkennen können

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank und ehemaliger Goldman Sachs Banker, wird heute an die Mikrofone treten, um der Öffentlichkeit die geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rates zu verkünden. Bundesbank-Chef Jens Weidmann fungiert in dieser Runde der EZB-Ratssitzung als mitredender Teilnehmer, jedoch ohne Stimmrecht. Wie auch immer der erwartete nächste Schritt des Notenbank aussehen wird, die Leidtragenden sind die Sparer.

Die von der EZB erklärten Gegner lauten Konjunkturschwäche und „Inflationsmangel“. Beide erwiesen sich bis heute als äußerst widerstandsfähig und zäh. Mario Draghis Waffen bestehen aus Geld drucken, Geld in die Märkte spülen und Geld gegen teils Hochrisiko-Papiere einzutauschen. Nichts half bisher. Die Aktienmärkte feiern ausgiebig ihre große Party und die Konjunktur in der Eurozone schleppt sich nach wie vor von Quartal zu Quartal. So ganz nebenbei werden die Ersparnisse der Bevölkerung Stück für Stück vernichtet und die Altersversorgung gleich mit dazu.

Der EZB-Chef sieht von seinem Hochsitz in Frankfurt am Main die Lage für die kleinen Sparer von einer ganz anderen Perspektive. Vertrauen sei das Maß aller Dinge und hierfür komme der EZB eine zentrale Aufgabe zu. Die Maßnahmen der EZB seien „unkonventionell“, aber von einer Enteignung der Sparer könne allerdings wohl kaum die Rede sein, so Draghis Sicht der Dinge.

1,5 Billionen Euro umfasst der derzeit geplante Umfang der im März 2015 gestarteten Anleihekäufe. Quantitive Easying (QE) nennt sich das von der EZB gebrauchte Rezept. Quantitative Lockerung durch derzeit 60 Milliarden Euro frisch gedrucktes Geld, direkt für die Finanzmärkte. Das erklärte Ziel: Konjunkturbelebung und Anhebung der Inflation. Bisher erreichtes Ziel: Hoch erfreute Banken und Großanleger.

Im Januar 2016 lag die Inflation in der Eurozone bei 0,3 Prozent. Im Februar waren die (Warenkorb-) Preise um -0,2 Prozent günstiger. Hauptpreisdrücker waren wie die letzten Monate zuvor auch die Anteile aus der Energiebranche. Die Preise für Lebensmittel stiegen im Durchschnitt jedoch modert bis deutlich an.

Was kümmert es eigentlich die internationalen Öl- und Gaspreise, wenn die EZB Monat für Monat 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte schüttet? Werden die Ölmarktteilnehmer zusammenzucken, wenn der EZB-Chef nach der heutigen Rats-Sitzung eine Erweiterung der Kapitalschwemme verkündet? Wohl kaum. Ebenso wenig dürften die Unternehmen von einer weiteren Geld-Lockerung dazu beflügelt werden, die Investitionen in die Höhe zu schrauben und die Banken mit Kreditanfragen zu überrennen. Im Gebiet der Bundesrepublik befindet sich lt. Münchner ifo-Institut die Kredithürde nach wie vor in einer historischen Tief-Ebene.

EZB-Politik wird vor allem bei den Sparern ankommen

Die EZB wird heute bei ihrer EZB-Ratssitzung sehr wahrscheinlich eine weitere QE-Lockerung sowie ein weiteres Absenken der Negativ-Zinsen beschließen. Die Konsequenzen sind höhere „Gebühren“ für Großbanken, die ihr überschüssiges Kapital bei der EZB parken wollen. Da die Geldhäuser ein „angeborenes Selbstverständnis“ für das Anrecht auf Gewinnmaximierung besitzen, dürften die Mehrausgaben sehr bald an den Konsumenten weitergereicht werden. Die Zinsen für Sparanlagen stürzen weiter ab und die Zinsen für Kredite könnten „paradoxerweise“ sogar ansteigen. Wer heute in eine 10-jährige Bundesanleihe investiert, kann derzeit mit nur noch knapp 0,23 Prozent Rendite rechnen. Immerhin, denn rund ein Drittel aller in der Eurozone emittierten Anleihen weisen einen Negativ-Zins auf.

Auch die Altersvorsorge-Versicherer müssen gegen den Strudel des Zinstiefs ankämpfen, die Kunden im Schlepptau gleich mit. Hohe Zinsversprechen in den Altverträgen, kaum Renditen an den Kapitalmärkten und Negativ-Zinsen für bei der EZB geparktes Geld, stellen die Gesellschaften vor hohe Herausforderungen. Für die Altersvorsorge bleibt kaum mehr Spielraum übrig. Der letzte Rest des Zinsversprechens bei einer Lebensversicherung besteht nur noch aus 1,25 Prozent. Alles andere sind „Gewinnaussichten“, Eventualitäten und Wahrscheinlichkeiten.

Nebeneffekte der EZB-Politik eigentlich hauptsächlich verfolgtes Ziel?

Angesichts der chronischen Erfolgslosigkeit der bisherigen Maßnahmen und den schleierhaften Zusammenhängen zwischen Inflation, Konjunktur der realen Märkte sowie Geldmengen in den virtuellen Finanzmärkten, fällt es immer schwerer, den Beteuerungen der EZB, EU-Politiker und zahlreichen Ökonomen ernsthaft Glauben zu schenken. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass der von Mario Draghi abgestrittene Nebeneffekt – die Enteignung der Sparer – das eigentlich erklärte Ziel der EU- und EZB-Politik ist.

Daher wäre der schleichende Entzug von Bargeld und „Fluchtwegen“ ein konsequent abgeschrittener Weg.





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